Friedrich Christoph Oetinger, Predigt auf das Fest der Heiligen Dreieinigkeit zu Johannes 14,23: „Kein Wunder ist demnach, dass die Prinzessin Antonia sich so sehr ergötzt hat an dieser Lehre der Hebräer, dass sie sie auf einer großen Tafel in die Kirche in Bad Teinach gestiftet und ihr Herz nach dem Tod dahin begraben ließ. Diese Tafel enthält kurzgefasst die Vereinigung des Alten und Neuen Testaments in Christus, in welchem alle zehn Abglänze Gottes in ein Zentrum eines Gartens zusammenlaufen und von da aus sich in die Glieder seines Leibes mit großer Verschiedenheit der Gaben verteilen, sodass nach 1. Korinther 12, Vers 8-11 dem einen gegeben ist »die Rede der Weisheit« durch den Geist, dem andern »die Rede der Erkenntnis« nach demselben Geist, einem andern der Glaube, die Standhaftigkeit des Geistes, und wieder andern andere Kräfte in dem Geist. Die selige Prinzessin will kurz so viel sagen: Christus sei das Zentrum der Lehre von der Dreieinigkeit. Jesus ist Christus, das begreife die ganze Dreieinigkeit – nämlich den Salbenden, den Gesalbten und die Salbe selbst.“

Predigt auf das Fest der Heiligen Dreieinigkeit zu Johannes 14,23 Von Friedrich Christoph Oetinger Text: Johannes 14, Vers 23: Wir … Mehr

Friedrich Christoph Oetinger, Über das Leben. Zur Theologie der Elektrizität (1776): „Es gibt also ein doppeltes Leben im Menschen: das empfindende und das verständige. Jenes ist elektrisch; dieses ist weit über die Elektrizität erhaben. Die Grenzen kann man jedoch nicht bestimmen. Das verständige Leben ist in den Wiedergeborenen mit dem Geist Jesu vereinbar. So viel kann man aus elektrischen Proben und aus den Worten Gottes über die Seele schließen.“

Über das Leben (Zoe) Von Friedrich Christoph Oetinger Jakobus sagt, das Leben sei ein Atmis – ein zarter Hauch, ein … Mehr

Hans-Georg Gadamer über Friedrich-Christoph Oetingers Schrift Inquisitio in sensum communem et rationem: „Nun versichert der Theologe, dass bei diesem Beginnen die Bibel wesentlich sei: Die gesunden Worte der Heiligen Schrift helfen uns, unseren Wor­ten Zügel anzulegen. Doch ist es ein unabgeschlos­sener Kampf, denn bis heute schwächen uns fremde, von den Philosophen oder von den plebeji erfundene Ausdrücke — und daher fehlen uns oft die Worte, um das anzuzeigen, was wir fühlen. Oetinger beruft sich hier auf das Vorbild von Sokrates und vor allem von Melanchthon — sie beide verstehen ihre Dialek­tik als das beharrliche Verfolgen der göttlichen Spuren — und empfiehlt Bengel, der helfen kann, zu der alten gravitas zurückzufinden — in allem ist es der sensus communis, der, göttlichen Ursprungs, die Menschen das gewahren läßt, was ihnen am meisten verwandt ist. So behält der sensus auch bei allem Denken und bei aller Beurteilung von Gedanken die entscheidende Führung — er ist ein durch die Heilige Schrift erleuchteter Sinn.“

Einleitung in Friedrich-Christoph Oetingers Schrift Inquisitio in sensum communem et rationem (1964) Von Hans-Georg Gadamer Innerhalb der Geschichte des Pietismus … Mehr

Friedrich Christoph Oetinger, Vorrede zu Prokop Diviš, Längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricité (1765): „Ich übergebe dieses Werk allen, die daran interessiert sind, Theologie und Naturwissenschaft miteinander zu verbinden. Herr Divisch hat als Theologe gezeigt, wie sich Aussagen der Heiligen Schrift im Licht der Elektrizität neu deuten lassen. Denn wenn der Heilige Geist uns dazu anleitet, die Werke Gottes zu betrachten, gibt er zwar Hinweise in wenigen Worten, überlässt es uns aber, ihre Bedeutung durch das Studium der Natur selbst zu erschließen.“

Vorrede zu Prokop Diviš, Längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricité (1765) Von Friedrich Christoph Oetinger Man hat die durch … Mehr