Hat Gott einen Plan für mein Leben? Was die Bibel dazu sagt: „Man wird der Bibel zufolge durchaus von göttlichen Vorhaben oder einer göttlichen Absicht sprechen können. So stehen das hebräische ʿeṣāh bzw. das griechische boulḗ für einen Ratschlag bzw. für einen Ratschluss. Bei einem göttlichen „Plan“ sind jedoch Mitbedeutungen im Spiel, die für Menschen verführerisch sind. Ein Plan macht ein durchdachtes Vorhaben sichtbar und hält es auf einem Medium fest (‚Blaupause‘), sodass es von seinem Urheber getrennt werden kann. Hätte Gott einen umfassenden Plan für mein Leben, wäre dieser Plan für mich gedanklich aneignungsfähig. Selbst wenn ich ihn nicht direkt zu erkennen vermochte, könnte ich dennoch darüber nachdenken, was er für mich vorsähe. So ließen sich meine Lebensziele auf einen angeblich von Gott gebilligten Plan stützen. Auf diese Weise wird die Berufung auf einen göttlichen Plan leicht zur Bestätigung bzw. Bestärkung eigener Wünsche und Vorhaben, als wären diese Teil einer umfassenden göttlichen Agenda.“

Hat Gott einen Plan für mein Leben? Was die Bibel dazu sagt Problematisch ist mitunter die Redeweise von einem „Plan … Mehr

Søren Kierkegaard, »Sehet die Vögel unter dem Himmel an!«: „Mensch, Mensch, verhärteter Menschenverstand, willst du es denn niemals vom Vogel ler­nen, den Verstand zu verlieren, um Mensch zu werden! Willst du es niemals lernen, in from­mer Erhebung dem Vogel gleich zu verstehen, was arbeiten heißt? Du wirst freilich sogar schon dann der Wahrheit weit näher kommen, wenn du die Sache einmal umgekehrt herum ansiehst, dass nämlich die Arbeit nicht so sehr Mühe und Beschwer ist, von der man am lieb­sten frei wäre, sondern dass Gott vielmehr dem Menschen es erlaubt hat zu arbeiten, um ihm ein Vergnügen zu gönnen, ein Gefühl der Selbständigkeit, welches nicht zu teuer erkauft wird mit dem Schweiß des Angesichts.“

»Sehet die Vögel unter dem Himmel an!« Von Søren Kierkegaard »Sehet die Vögel unter dem Himmel an!« Wie denn, du … Mehr

Eberhard Jüngel, Predigt über Römer 11,25-33: „Dieser strahlende Final­satz »auf dass er sich aller erbarme« bringt Licht nicht nur in die dunklen Stellen der Bibel, sondern eben deshalb auch in die dunklen Abgründe unseres Lebens. In alles, was für sich allein genommen schwer oder gar nicht erträglich ist, ist nun Gott selber hineingezogen: mit dem ganzen Gewicht seiner göttlichen Gerechtigkeit und mit dem noch größeren Gewicht seiner Barmher­zigkeit. Barmherzig sein – das heißt ja: sein eigenes Herz nicht verschonen. Das hat Paulus gemeint, als er an anderer Stelle schrieb, Gott habe seinen eigenen Sohn nicht verschont. Das also ist Gottes großes Geheimnis: dass er sein eigenes Herz nicht verschont hat. Am Kreuz Jesu Christi blutete es. Und wenn je ein Herz, dann hat dieses Herz nicht umsonst geblutet.“

Predigt über Römer 11,25-33 (10. Sonntag nach Trinitatis) Von Eberhard Jüngel Liebe Gemeinde! Ein Geheimnis nennt der Apostel das, was … Mehr

Über die Fremdenliebe bzw. Gastfreundschaft in der Regel Benedikts: „Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus: denn er wird sagen: ‚Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen.‘ Allen erweise man die angemessene Ehre, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern. Allen Fremden begegne man bei der Begrüßung und beim Abschied in tiefer Demut: man verneige sich, werfe sich ganz zu Boden und verehre so in ihnen Christus, der in Wahrheit aufgenommen wird.“

Über die Fremdenliebe bzw. Gastfreundschaft heißt es im 53. Kapitel der Regel Benedikts (Regula Benedicti): „Alle Fremden, die kommen, sollen … Mehr