Protestantismus als bürgerliche Ideologie: „Nicht in Wittenberg wurde mit einem Thesenanschlag der Protestantismus ins Leben gerufen, sondern vierzig Jahre früher in Florenz, ist doch Marsilio Ficino mit seinem ‚Buch über die christliche Religion‘ (Liber de Christiana religione) von 1474 und nicht etwa Martin Luther der wahre Ahnherr des Protestantismus. Protestantismus und Reformation sind zwei verschiedene Angelegenheiten. Was die Reformation beabsichtigt hatte, war eine evangeliumsgemäße Reform der Kirche an Haupt und Glieder, nicht aber eine bürgerliche Emanzipation von der Kirche im Namen einer eigenen Religiosität. Der Protestantismus ist eine bürgerliche Ideologie, die sich zu Unrecht auf Martin Luther beruft. Würde Luther in der Gegenwart zu verorten sein, stünde dieser der nachkonzilaren römisch-katholischen Kirche wesentlich näher als einem liberalprotestantischen Bürgertum.“

Protestantismus als bürgerliche Ideologie Die Reden für das Reformationsfest 2017 in Wittenberg sind in Gedanken schon längst geschrieben; es sind … Mehr

William Willimon und Stanley Hauerwas, Das Vaterunser als christliches Abenteuergebet: „Errettung, christliche Errettung, ist nicht eine individuelle Beziehung zwischen mir und Gott. Rettung bedeutet vielmehr, dass wir in ein Abenteuer hineingezogen werden, dass unser Leben von Gott auf eine Reise geschickt wird, die sich christlicher Glaube nennt. Dieses Gebet, dieses ‚Vaterunser‘, ist die Benennung der Mittel, durch die wir gerettet werden, und die Teilnahme daran. Es ist die Art und Weise, wie Gott uns Teil eines Reiches macht, durch das wir von der Welt gerettet werden.“

Das Vaterunser als christliches Abenteuergebet Von William Willimon und Stanley Hauerwas Für mich die herausforderndste Einführung in das Vaterunser ist … Mehr

Heilskommerz, Totenkult und die Reformation. Über Peter Browns „The Ransom of the Soul“: „Die evangelische Rechtfertigungslehre, die aus dem Bußsakrament erwachsen ist, hat zu einem kulturellen Bruch geführt, den man sich gegenwärtig kaum noch vorstellen kann. Wenn im Glauben an das Evangelium die gerichtsbeständige Vergebungszusage Jesu Christi erhalten wird, erübrigt sich jeglicher Heilskommerz. Durch die Reformation hat also die Kirche ihre religionsökonomische Grundlage verloren – mit weitreichenden finanziellen Folgen. Da sich protestantischerseits nichts heilskommerziell erwirtschaften ließ, musste der kirchenbauliche und klerikale Unterhalt in staatliche Hände überführt werden.“

Heilskommerz, Totenkult und die Reformation. Über Peter Browns „The Ransom of the Soul“ Im April ist Peter Browns Buch The … Mehr

Die Kirche und das Alte Testament – Notker Slenczka versus Christoph Markschies: „Für die Kirche Jesu Christi gelten keine religionsgeschichtlichen Werturteile, sondern eine kanonische Lektürepraxis, die gottesdienstlich immer wieder neu vollzogen wird: Wir lesen das Alte Testament im Licht Jesu Christi und das Neue Testament im Licht der alttestamentlichen Verheißungen. Wer sich von dieser Lektürepraxis aus vermeintlich religionsgeschichtlichen Gründen verabschiedet, kann Jesus als Messias und Sohn Gottes nicht länger Glauben schenken.“

Die Kirche und das Alte Testament Nun haben wir ja möglicherweise eine Großdebatte in der evangelischen Theologie zu erwarten – … Mehr