Eberhard Jüngel, Alle sollen eins sein. Die Kirchen auf dem Weg zur Eucharistiegemeinschaft (1999): „Das Evangelium selbst muss der kirchlichen Lehre Beine machen. Denn wenn die sich in der Mahlgemeinschaft bereits ereignende Einheit nicht pünktlich durch die kirchliche Lehre eingeholt wird, würde die gewonnene eucharistische Gemeinschaft paradoxerweise erst recht in die Zerrissenheit der Christenheit führen. Diese Zerrissenheit aber ist und bleibt ein ekklesiologischer Skandal, den es durch das einzige legitime theologische Skandalon, nämlich das Wort vom Kreuz, zu beenden gilt. Das den Tod des Herrn verkündigende Wort vom Kreuz ist ja konstitutiver Bestandteil der Eucharistiefeier. Indem sie vollzogen wird, verkündet die Gemeinde den Tod des Herrn, bis dass er kommt.“

Einen schönen Lehrvortrag über das evangelische Abendmahlsverständnis und die Schwierigkeiten einer ökumenischen Eucharistiegemeinschaft hatte Eberhard Jüngel 1999 als Rundfunkbeitrag für … Mehr

Joseph Wittig, Das Buch der radikalen Wirklichkeit (1939): „Die Bibel ist das Buch von den Urgründen unseres Daseins in Ewigkeit und Einzeltag und darf nur als solches und muss als solches herausgegeben, umhegt und geschützt werden. Das Buch von den Urgründen, von dem, was wir nicht mehr sehen, nicht mehr erfahren, in dem wir aber doch wurzeln, aus dem es sich allein lohnt zu leben. In der Bibel spricht Gott zu den Men­schen. Wenn Gott nicht zu uns spricht, so ist unser Leben sinn­los. Aber in unserer Wirk­lichkeit spricht Gott nicht zu uns; in unserer Wirklichkeit sendet er uns keine Boten. Unsere Wirk­lichkeit hat ein Gesicht, als ob überhaupt kein Gott da sei. Wenn wir diese Wirklichkeit nicht durchdringen und eine andere, wahrere Wirklichkeit sehen können, dann sind wir wahr­haftig ein trostlos armseliges Geschlecht. Wenigstens manchmal muss der Nebel unserer Wirk­lichkeit zerreißen und das Himmelsblau dahinter sichtbar werden. Das Himmelsblau dahinter ist die ewige, unendliche Bibel, die sich uns in die Hände legt als ein abgeschlossenes Buch. Himmelsblau über uns wird uns oft ge­zeigt und gepredigt; wir heben unsere Augen und Hän­de em­por. Aber wir brauchen Himmelsblau unter uns und rings um uns, damit wir unsere wandernden Füße darauf setzen, damit wir darin handeln und leben können.“

Als Kurt Ihlenfeld 1939 im Hinblick auf eine Revision der Luther-Bibel von 1912 den Band „Das Buch der Christenheit. Betrachtungen … Mehr

Hermann Sasse im Kirchlichen Jahrbuch 1932: „Die Evangelische Kirche müsste mit dem offenen Geständnis beginnen, dass ihre Lehre eine vorsätzliche und permanente Beleidigung des „Sittlichkeits- und Moralgefühls der germanischen Rasse“ ist und dass sie demgemäß keinen Anspruch auf Duldung im Dritten Reich hat.“

Wie nur wenige andere evangelische Theologen hatte Hermann Sasse schon vor 1933 die grundsätzliche Unvereinbartkeit der nationalsozialistischen Ideologie mit der … Mehr

Wer bin ich wirklich? Warum persönliche Integrität kollektiver Identität vorzuziehen ist: „Wo ‚identitativ‘ argumentiert wird, werden andere Menschen mit denselben Eigenschaften zwangsläufig bevormundet bzw. vereinnahmt. Im Zusammenleben mit anderen Menschen geht es primär nicht um Identitäten, die es zu bestärken und zu verteidigen gilt. Vielmehr sind wir in unserer persönlichen Integrität ethisch herausgefordert.“

Wer bin ich wirklich? Warum persönliche Integrität kollektiver Identität vorzuziehen ist „Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn … Mehr