Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit. Über die evangelische Parrhesia: „Die Parrhesia im Sinne Foucaults ist gesellschaftlich verantwortete Wahrrede, die sich dikato­rischer Verstummung, ideologischer Bevormundung, narzisstischer Selbstgerechtigkeit, popu­listischer Verdummung, suprematischer Hassrede wie auch fatalistischer Untergangsbe­schwö­rung widersetzt. Und doch lässt sich fragen, welches Vertrauen die martyrische Wahrrede trägt. Wenn Parr­hesia im Neuen Testament mit ‚Freimut‘ bzw. ‚Zuversicht‘ wiedergegeben wird, hat dies eine escha­tologische Ausrichtung. Das freimütige Reden gründet sich in der eschatologischen Christusgemeinschaft, zu der Johannes einlädt: ‚Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, freimü­tig reden (schṓmen parrhesían) und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt.'“

Es gilt ein frei Geständnis in dieser unsrer Zeit. Über die evangelische Parrhesia „Es gilt ein frei Geständnis / in … Mehr

Über die intratextuelle Einlegung in die Heilige Schrift: „Wer sich vom göttlichen Erzählgeschehen der Heiligen Schrift vereinnahmen lässt, von dem was der Gott an Israel und in seinem Sohn Jesus Christus zu unserem Heil getan hat, dem öff­net sich der Himmel, dem sagt sich der Geist der Wahrheit zu, der liest seinen eigenen Namen im göttlichen Buch des Lebens, das mit dem Blut des Lammes signiert ist. Wie hoffnungslos hingegen ist eine biblische Textauslegung, bei der der Mensch in seinem Selbstverständnis sich selbst überlassen bleibt.“

Intratextuelle Einlegung in die Heilige Schrift Die Schlüsselszene im Neuen Testament in Sachen Bibelverständnis findet sich in der Apos­tel­geschichte im … Mehr

Hans Christoph Hahn, Über Freimut und Zuversicht im Neuen Testament: „Die parrēsía Jesu findet ihre Fortsetzung in dem entschiedenen Zeugnis der Apostel. Im­mer wieder weiß die Apostelgeschichte davon zu berichten, dass Petrus, Paulus oder andere Männer auftraten und furchtlos Juden oder Heiden gegenüber die Taten Gottes verkün­deten. Dieser Verwunderung, Spaltung und Verfol­gung hervorrufende Freimut ist freilich keine dem Menschen verfügbare Größe, sondern eine Frucht des Heiligen Geistes, die immer wieder erbeten werden muss. So wird die parrēsía des Zeugen auch bei Paulus und Johannes gesehen. Sie kenn­zeichnet den Vollzug der rechten Predigt von dem Geheimnis des Evangeliums, die Ver­herrlichung Christi mit Leib und Seele. Da die Bewährung etwa in Gefangen­schaft gefordert wird, gewinnt parrēsía geradezu die Bedeutung Kühnheit, Mut. Solchen Mut aber hat der Mensch nicht aus sich her­aus, sondern nur in Gott bzw. in Christus.“

Parrhesia, auf Deutsch „Freimut“ bzw. „Zuversicht“ ist ein neutestamentlicher Begriff, der für die politische Ethik eine besondere Relevanz hat, auch … Mehr

Dietrich Bonhoeffer über die Beichte in ‚Gemeinsames Leben‘ (1938): „In der Beichte brechen wir durch zur echten Gemeinschaft des Kreuzes Jesu Christi, in der Beich­te bejahen wir unser Kreuz. In dem tiefen geistlich-leiblichen Schmerz der Demütigung vor dem Bruder, das heißt ja: vor Gott, erfahren wir das Kreuz Jesu als unsere Rettung und Seligkeit. Der alte Mensch stirbt, aber über ihn hat Gott gesiegt. Nun haben wir teil an der Auferstehung Christi und am ewigen Leben.“

Was Dietrich Bonhoeffer in Gemeinsames Leben bezüglich der Beichte geschrieben hat, ist immer noch eine geistliche Herausforderung: Über die Beichte … Mehr

Martin Luther, Eine kurze Vermahnung zur Beichte (1529): „So lehren wir nun, was für ein vortreffliches, köstliches und tröstliches Ding es um die Beich­te ist, und ermahnen dazu, man möge dieses teure Gut nicht verachten im Blick auf unsre gro­ße Not. Bist du nun ein Christ, so bedarfst du an keiner Stelle weder meines Zwangs noch des Papstes Gebot, sondern du wirst dich wohl selber dazu zwingen und mich darum bitten, daß du dessen teilhaftig werden mögest.“

Eine kurze Vermahnung zur Beichte (Großer Katechismus) Von Martin Luther Von der Beichte haben wir so allezeit gelehrt, daß sie … Mehr

Rudolf Irmler, Aus Joseph Wittigs Leben: »Ich weiß von dem unersättli­chen Verlangen nach immer tieferem Wissen. Ich bin allem Forschen nachgegan­gen. Ich weiß um die modernste Theologie, erkenne aber jetzt, dass unser Heil in unserem Ursprung und in der Rückkehr zu ihm liegt. Die primitivste Theologie meiner Eltern, wie sie auf der Ofenbank saßen und ihr Abendge­bet sprachen, das ist die rechte Theologie. O Welt, du rast der völligen Säkularisierung deiner Heiligtümer zu. Kehre um! Du bist der tödlichen Krankheit des Ratio­nalismus verfallen. Höre: wahr ist nur das Irrationale, das Unbe­greifliche, das nicht Berechen­bare. Das Leben selbst ist etwas Irrationales, darum führt alles Rationale zum Tode. Ich habe in all meinen Büchern versucht, das Irrationale im ganzen Leben aufleuchten zu lassen, und es ist mir gelun­gen, ein Tröster der Trostlosen zu werden. Gegen 20000 Briefe könnte ich zum Beweis dafür vorlegen, wenn ich sie nicht hätte daheim lassen müssen, daheim in Schlesien, in der Grafschaft Glatz, dem Lande der Wunder, dem Lande Gottes.«

Aus Joseph Wittigs Leben Von Rudolf Irmler Ähnlich wie dem katholischen Priester Johann Michael Feneberg (1751-1812) in der ersten Hälfte … Mehr