Wir sind doch keine Höhlenmenschen. Eine Weihnachtsbesinnung: „Digitale Bilderwelten sind trügerisch; sie enthüllen kein wahres Leben. Die bleibende Wahrheit unseres Lebens muss anders ans Licht kommen. Und dazu sind wir am Heiligen Abend in der Kirche am richtigen Ort. Hier gilt eine nackte Botschaft: Der Gottessohn ist in die Dunkelheit unseres menschlichen Lebens eingetreten, hat Fleisch und Blut angenommen, um unser irdisches Dasein ins wahre göttliche Licht zu bringen. Unser Leben ist bei Gott nicht zum ‚eingebildeten‘ Höhlendasein bestimmt. Als Gottes Geschöpfe, als seine Ebenbilder sind wir vielmehr von unserer Geburt her angelegt auf Begegnung und Berührung – Berührung, die in Liebe verbindet; die für uns verbindlich wird, die uns keine Wahl mehr lässt, die nicht einfach wie auf einem Smartphone fingerfertig weggewischt werden kann, damit ein neues, vermeintlich attraktiveres Bilderangebot sich vor uns auftut.“

Wir sind doch keine Höhlenmenschen. Eine Weihnachtsbesinnung Was wir uns selbst auf dem Smartphone alles vor Augen führen können ist … Mehr

Johann Baptist Metzs Vortrag „Gotteskrise – Kirchenkrise“ von 1995: „Den Gott, der umstandslos zu uns passt, gibt es nicht. Ihn hat schon die biblische Aufklärung als ‚Götzen‘ gebrandmarkt und ihn hat die moderne Reli­gionskritik längst als Projektion oder Illusion enttarnt. So ist allemal, wenn überhaupt, mit einem nichtpassenden Gott zu rechnen, mit einem Gott, der weder zu klerikalen Machtphanta­sien noch zu psychologischen Selbstverwirklichungsträumen passt, mit einem Gott, der uns nicht einfach ein Inne­werden unser selbst ohne jegliches Erschrecken vergönnt, der uns nicht nur jubeln, sondern auch schreien und schließlich verstummen lässt. Die­ser Gott kann im Chri­stentum nicht einfach wegreformiert werden.“

In Metzs Vortrag „Gotteskrise – Kirchenkrise. Eine theologische und spirituelle Analyse“ von 1995 ist dessen theologisches Vermächtnis prononciert zur Sprache … Mehr

Ulrich Eibach über das Leben: „Kein Leben muss erst durch besondere Qualitäten und Leistungen den Nachweis seines Rechts auf Leben erbringen. Person ist der Mensch durch das, was Gott an ihm und für ihn tut, zur empirisch fassbaren Persönlichkeit wird er durch sein eigenes oder das Handeln anderer (Erzie­hung u.a.). Auch hin­ter der zer­rütteten Persönlichkeit haben wir die von Gott gewollte und geliebte Person zu achten und sie entspre­chend ihrer Würde und Hilfebedürftigkeit zu behan­deln, unabhängig vom Nutzen bzw. Schaden für andere.“

Was Ulrich Eibach 2002 im Evangelischen Soziallexikon zur Bestimmung des Lebens geschrieben, ist immer noch lesenswert: Leben Von Ulrich Eibach … Mehr

Ulrich Eibach über das Leiden: „Leiden darf theologisch gesehen nicht als in sich selbst sinnvoll und als ontologisch notwen­dig ge­dacht werden. Sofern Leiden Zerstörung von Leben be­deutet, ist jeder Einbeziehung dieses ‚Nichtigen‘ in Got­tes gute Schöpfung und damit jeder theoretischen Syn­these von Schöpfung und Leiden zu wehren, weil sie Leiden zu etwas ‚Natürlichem‘, von Gott Gewolltem verharmlost und so in Gefahr steht, die Tiefe des Leiden der Kreatur zu verhöhnen.“

Was Ulrich Einbach seinerzeit im Evangelischen Soziallexikon über das Leiden geschrieben hat, ist immer noch lesenswert: Leiden Von Ulrich Eibach … Mehr

Erik Peterson, Zur Bedeutungsgeschichte von Parrhesia (1929): „Echte parrhesia gab es in der attischen Demokratie nur so lange, als die Sklaven, die Metöken und die nicht-epitimen Bürger von der parrhesia ausgeschlossen waren; denn die parrhesia ist ein Vorrecht »der Freien«: »Frei nämlich ist die Zunge der Freien!«“

Zur Bedeutungsgeschichte von Parrhesia Von Erik Peterson Erik Peterson war der erste, der mit seinem Beitrag „Zur Bedeutungsgeschichte von Parrhesia“ … Mehr