Walther Zimmerlis Auslegung zum Predigttext Prediger 12,1-7 (ATD): „Der Schlusssatz aber läßt auch hier die Bildsprache dahinten und schildert die Auflösung dessen, was einst menschliches Leben war, in seine vorzeiten im göttlichen Schöpfungsvorgang vereinigten Teile (1.Mose 2,7). Von der kritischen Bezweiflung der Einzelheiten dieses Vorganges (3,21) ist hier, wo es schlicht um die Feststellung des Endes menschlichen Lebens geht, nichts mehr zu hören.“

In der neuen Perikopenordnung ist für den 20. Sonntag nach Trinitatis nunmehr in der dritten Predigtreihe Prediger (bzw. Kohelet) 12,1-7 … Mehr

Hans Storck über Eugen Rosenstock-Huessy (1888-1973): „Wie die „Theologia Crucis“ bei Luther, so erweist sich Rosenstocks „Kreuz der Wirklichkeit“ als Kompaß zur Orientierung. Dies gilt auch von seiner Evangelienauslegung im überragenden Schlußkapitel des Sprachbuches. Sie vermag aus den Sackgassen herauszuführen, in denen die existentielle wie die historische Exegese heute steckt.“

Eugen Rosenstock-Huessy Von Hans Storck Eugen Rosenstock-Huessy, geboren am 6. Juli 1888 in Berlin. Jurastudium, 1912 Dozent in Leipzig, im … Mehr

Arthur Rich über Leonhard Ragaz (1868-1945): „Leonhard Ragaz ist in dieser relativen Hoffnung ein revolutionärer Mensch geworden. Nicht daß er sich der sozialistischen Revolution verpflichtet ge­wußt hätte — er sprach von „Revolution Christi“ —, aber soweit der So­zialismus das gedrückte Proletariat befreien und eine gerechtere Welt heraufführen wollte, sah er in ihm einen Anruf Gottes in der Zeit, dem der Nachfolger Christi Gehorsam schuldet.“

Leonhard Ragaz Von Arthur Rich Leonhard Ragaz, geboren am 28. Juli 1868 in Tamins, Graubünden. Theologie­studium in Basel, Jena (bei … Mehr

Martin Buber über Jesu Spruch vom Zinsgroschen in „Geltung und Grenze des politischen Prinzips“ (1953): „Wird die Geschichtszeit und die Geschichte verabsolutiert, so kann es sich leicht ereignen, dass in der geschehenden Geschichte der zeitbe­fangene Denker dem aktuellen staatlichen Machtgetriebe den Charakter des Absoluten und in diesem Sinn Zukunftbestimmenden zuspricht. Danach mag für ein Weilchen der Gnom Erfolg krampfhaft grinsend den Gottessitz der Vollmacht einnehmen.“

Geltung und Grenze des politischen Prinzips Von Martin Buber Dieser Vortrag ist im Juni 1953 anläßlich der Verleihung des hansischen … Mehr

Hans Joachim Iwand, Evangelium und Gesetz (Vorlesung über die Rechtfertigungslehre, 1958): „Man muss Gott glauben, dass wir Sünder sind. Es ist also kein Zufall, keine Schwäche, keine durch diese oder jene Lage gegebene Verfehlung, sondern es ist notwendig, unausbleiblich, unsere Bestimmung: Der Mensch, der wir sind, muss offenbar werden in seiner Übereinstimmung mit diesem dort in Jesus Christus gekreuzigten und hingerichteten Adam. Insofern sagt das Gesetz, was ist. Es stellt fest. Es bringt Erkenntnis, das heißt, was zunächst nur eine unbegreifliche, eine äußere, eine lediglich mir als Formel be­gegnende Wahrheit ist, das wird nun in der Erkenntnis auch die meine. Die Wahrheit Gottes zieht vom Kreuze her ein in mein Leben, ich erkenne sie, ich weiß, warum ich glaube. Ich begreife in einer wunderbaren, einer nicht näher zu schildernden Exstasis, einer Versetzung an jene Stelle, dass mein Leben und diese Geschichte zu­sammenhängen, dass sie nicht wäre, wenn mein Leben nicht wäre, und mein Leben keine Hoffnung auf Wendung, auf Umkehr, auf Verwandlung hätte, wenn mir Gott diesen ‚topos pou sto‘, diesen Ort, wo ich stehen kann, nicht geschenkt hätte.“

Evangelium und Gesetz Von Hans Joachim Iwand Dieses Thema kommt zweimal in der Dogmatik vor. Einmal dort, wo von den … Mehr

Jürgen Habermas, Israel und Athen oder: Wem gehört die anamnetische Vernunft? (1993): „Die Spannung zwischen dem Geiste Athens und dem Erbe Israels hat sich innerhalb der Philosophie nicht weniger fol­genreich ausgewirkt als innerhalb der Theologie. Wenn aber das philosophische Denken nicht aufgeht in der synthetischen Arbeit jenes Idealismus, der das kirchlich verfaßte Heiden­christentum des Abendlandes auf den theologischen Begriff gebracht hat, dann kann sich die Kritik am hellenisierten Christentum auch nicht gegen die argumentierende Vernunft per se, gegen die unpersönliche Vernunft der Philosophen als solche richten.“

Als die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster am 16. Juni 1993 unter dem Titel «Gott in dieser Zeit» ein Symposion … Mehr

Ernst Wolf, In memoriam Hans Joachim Iwand (1960): „Iwand hat sei­nen theologischen Kampf gekämpft, oft allein gelassen, aber doch kein Einsamer, ein Warner, der auch der Kirche, solange er lebte, immer etwas unangenehm war, und der nach seinem Tode ihr nunmehr un­ersetzlich fehlen wird. Was er hinterläßt, ist ein theologisches und gei­stiges Vermächtnis, das dazu aufruft, den von ihm eingeschlagenen Weg selbständig weiterzuverfolgen.“

In memoriam Hans Joachim Iwand (11.7.1899 – 2.5.1960) Von Ernst Wolf „Es liegt in der Theologie dieses Mannes und in … Mehr

Karl Rahner, Warum bin ich ein Christ: „Weil ich Mensch und Christ bin, ist es für mich im letzten doch selbstverständlich, daß ich ein Christ in der Kirche, ein kirchlicher Christ bin. Ich möchte das Denken und die freie Entscheidung nicht «sozialisieren», Verstand und Freiheit bei einem Kollektiv abliefern. Aber ich kann mich nun einmal auch nicht so wichtig nehmen, dass mir meine eigene Überzeugung noch wirklich radikal wichtig wäre, wie es dem Glauben als totaler Lebensentscheidung eigen sein muss, wenn sie von vornherein und nur die meine sein wollte.“

Warum bin ich ein Christ Von Karl Rahner Die Frage: Warum bin ich ein Christ? ist eine radikal andere Frage … Mehr

Jürgen Moltmann, Bund dogmatisch (EKL, 1955): „Die Bestimmung des Menschen zum Bund und im Bund zum Leben unter der Herrschaft Gottes ist die Grundlage christlicher Ethik. Der Mensch ist als Partner des Bundes und als „Gehilfe am Reiche Gottes“ (Kol 4,11) Gott verbunden und in Dienst genommen, seinerseits Gott zu verherrlichen, im Glauben dem Zuspruch der Gnade zu antworten und mit seinem Leben sich dem Anspruch der Gebote gegenüber zu verantworten.“

Da war Jürgen Moltmann noch keine 29 Jahre alt, als er als Studentenpfarrer 1955 für das Evangelische Kirchenlexikon einen konzisen … Mehr