„Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Warum das Kreuz Christi nicht für die „Grundwerte der Rechts- und Gesellschaftsordnung in Bayern und Deutschland“ stehen kann: „Jesu Selbstentäußerung und Selbsthingabe für Sünder und Gottverlorene, wie sie sich in seinem Kreuz zeigen, können nicht Maßstab staatlichen Handelns sein, wo eine äußere Rechtsordnung notfalls mit Zwangsmittel aufrechterhalten werden muss und die eigenökonomischen Interessen der Bevölkerung wohlfahrtsstaatlich zu koordinieren sind. Wo mit dem Kreuz Christi etwas vorgezeigt werden soll, z.B. die Legitimation staatlichen bzw. herrschaftlichen Handelns oder eine ‚christliche‘ Gesellschaftsordnung, kann dies zur Entstellung des Evangeliums führen, wie sich dies in der Geschichte wiederholt aufzeigen lässt.“

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Liturgie als Wortspiel: „Der Gottesdienst selbst hat keinen Werkcharakter. Seine Wirklichkeit will nichts außer sich selbst bewirken und ist daher nur spielerisch zu erlangen. Kirche als liturgische Spielgemeinschaft enthält eine Absage an subjektive Sinnentwürfe wie auch an einen weltanschaulichen Universalanspruch des Christentums. Stattdessen wird die Partikularität eines eigensinnigen Spiels mit all den damit verbundenen Begrenzungen betont. Regeltreue und Können sind unabdingbar, andern­falls steht das heilige Spiel vor dem Aus. Deshalb müssen Christen als Mitspielende den besonderen Wort-Schatz dieses Spiels erlernt haben und in dessen Sprachregeln eingeführt worden sein.“

Liturgie als Wortspiel „Alles nur ein Spiel.“ Wer so redet, fügt in Gedanken hinzu: Was da vor sich geht, also … Mehr

Warum Kruzifixe in deutschen Gerichtssälen unangebracht sind: „Der Gottessohn hängt nicht symbolisch am Kreuz. Daher vermag das Kruzifix eben kein Kultursymbol zu sein, und seien damit auch christliche Werte wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe gemeint. Wie soll nun das Kruzifix, das den Vollzug einer Todesstrafe abbildet, in einem staatlichen Gerichtssaal, wo ja Religionsneutralität geboten ist, Geltung finden können? Wenn der Richter am Kopfende unter einem Kruzifix sitzt, wirkt dieses auf die gegenübersitzenden Zuschauer wie ein Hoheitszeichen: Spricht ein Richter in einem Strafprozess eine Verurteilung aus, so scheint dieses Urteil durch das Kreuz Christi hinter ihm als höhere göttliche Macht autorisiert worden zu sein. Damit wird die christliche Botschaft des Crucifixus in das genaue Gegenteil verkehrt. Dem Evangelium zufolge hat Jesus Christus am Kreuz von Golgota die Strafschuld der Menschen auf sich genommen, auf dass diese im rechtfertigenden Glauben an ihn von der eigenen Verdammnis freigesprochen werden.“

Warum Kruzifixe in deutschen Gerichtssälen unangebracht sind In der aktuellen Ausgabe von Christ in der Gegenwart (CiG) ist von mir … Mehr