Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis – Teil 1: „Ich glaube an Gott, den Vater“

Der Konfitag mit dem Thema „Einführung in das Glaubensbekenntnis“ ist wohl der anspruchsvollste. Wenn da die Konfirmanden mit ihren Fragen zu einzelnen Formulierungen kommen, wird man ganz schön herausgefordert. Und die Antwortzeit reicht ja dann auch gar nicht aus. Also Hausaufgabe für den Pfarrer. Er soll das nochmal erläutern und eine schriftliche Antwort auf die einzelnen Fragwürdigkeiten geben. Hier der erste Teil:

Das Apostolische Glaubensbekenntnis, das wir im sonntäglichen Gottesdienst sprechen, ist eigentlich ein Taufbekenntnis. Das heißt, der Täufling bekennt sich vor seiner Taufe zu dem dreieinigen Gott:

Glaubst du an Gott, den Vater, den Schöpfer aller Dinge? Täufling: Ja, ich glaube.

Glaubst du an Jesus Christus, Gottes Sohn, unsern Herrn?  Täufling: Ja, ich glaube.

Glaubst du an den Heiligen Geist, der lebendig macht?      Täufling: Ja, ich glaube.

Auf sein dreifaches Ja-Wort „ich glaube“ (auf Latein „credo“) wird der Täufling mit den Worten getauft:

Taufender:      [Vorname], ich taufe dich im Namen des Vaters
(erstes Eintauchen oder Übergießen)

Taufender:      und des Sohnes
(zweites Eintauchen oder Übergießen)

Taufender:      und des Heiligen Geistes.
(drittes Eintauchen oder Übergießen).

Das apostolische Glaubensbekenntnis führt aus, was der Glauben an Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist beinhaltet und ist dazu in drei Aussagenreihen Schöpfung – Erlösung – Heiligung gegliedert. Es gilt Christen als Erkennungszeichen ihres Glaubens (Symbolum). Ursprünglich hatten die Taufbewerber die Worte des Glaubensbekenntnisses vor ihrer Taufe mitgeteilt bekommen und durften dann dessen Worte bei der Taufe vor der Gemeinde aufsagen (traditio und redditio symboli). Damit wurde deutlich, dass sie nunmehr zur christlichen Gemeinde gehören.

Das apostolische Glaubensbekenntnis beginnt mit den Worten:

Ich glaube an …

Glauben ist mehr als nur ein Fürwahrhalten im Sinne „ich halte es für wahr, dass es einen Gott gibt“. Wer an jemanden glaubt, vertraut auf diesen und kommt mit Erwartungen und Hoffnungen auf ihn zu. Wer Vertrauen in jemanden hat, kann diesen ansprechen. „Du bist für mich …, so bitte ich dich …“

Ich glaube an Gott, den Vater …

Martin Luther schreibt dazu in seinem Großen Katechismus:

„Was ist Gott? Antwort: Ein ‚Gott‘ heißt etwas, von dem man alles Gute erhoffen und zu dem man in allen Nöten seine Zuflucht nehmen soll. ‚Einen Gott haben‘ heißt also nichts anderes, als ihm von Herzen vertrauen und glauben.“

Der christliche Glaube gilt nicht einem höheren (oder höchstem) Wesen, sondern dem einen Gott, dem ich mein eigenes Leben anvertrauen kann. „Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst, der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist“ heißt es dazu passend in dem Liedtext „Unser Vater“ von Christoph Zehendner.

„Gott“ ist nicht eine unendliche große Idee, die sich Menschen selbst denken können – „das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann (Deus enim est id quo maius cogitari non potest – Anselm von Canterbury)“. Vielmehr sagt der Eine von sich (zu Mose): „Ich werde sein, der ich sein werde.“ (2Mose 3,14) Und weiter „Ich bin JHWH (Herr) und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der allmächtige Gott, aber mit meinem Namen »JHWH (Herr)« habe ich mich ihnen nicht offenbart.“ (2Mose 6,2f).

Christlicher Glauben heißt, diesen einen Gott bei seinem Namen nehmen. In diesem Namen ist das ganze menschliche Vertrauen zu unserem Heil enthalten. Um das namentliche „Gottvertrauen“ zu erlangen, will mir dieser Gott „auf Du und Du“ vertraut sein. In der Bibel, der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, erschließt sich uns das schöpferische, rettende und erneuernde Handeln dieses Gottes an seinem Volk Israel und insbesondere durch seinen Sohn Jesus Christus. Wer sich selbst in die Heilige Schrift einliest, wird darin sein persönliches Vertrauen in den dreieinigen Gott finden.

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