Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte: „Im Zentrum steht das hebräische Verb hischtachawāh, das die griechische Septuaginta-Bibel mit proskynéō wiedergibt. Gemeint ist eine ehrerbietige Niederwerfung vor einem Höhergestellten als wortlose Ausdrucksgebärde. Luthers ‚Anbeten‘ folgt hingegen der Vulgata, die hier das Verb adorare (wörtlich ‚anreden‘) verwendet. Damit verschiebt sich die Bedeutung: ‚Anbeten‘ beziehungsweise adorare bezeichnet primär eine sprachlich artikulierte Beziehung zu Gott, in der Lob oder Bitte mit Worten zum Ausdruck gebracht werden.“

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Wenn 1.Korinther 15,27f im Schatten des Lateinischen ’subjektiv‘ bzw. ‚unterwürfig‘ übersetzt wird: „Ob ‚unterwerfen‘ für das Verhältnis von Jesus Christus als Sohn zu seinem Vater angebracht ist, muss hinterfragt werden. Bei Unterwerfen ist jedenfalls ein Zwangs- bzw. Gewaltverhältnis konnotiert.“

Wenn 1.Korinther 15,27f im Schatten des Lateinischen ’subjektiv‘ bzw. ‚unterwürfig‘ übersetzt wird Konkordant übersetzen ist für mich ein Gebot der … Mehr

Warum in der Luther-Bibel 2017 „’ădonāj JHWH“ falsch übersetzt ist und die Luther-Bibel 1545 es besser weiß: „Keine Lösung ist es, den Gottesbegriff an Stelle von JHWH oder ’ădonāj in die Übersetzung einzuführen. Wenn entgegen dem hebräischen Wortlaut von einem „Gott der Herr“ (in Anleh­nung an Luthers missglückter Übersetzung von jhwh ’älohîm) die Rede ist, wird der NAME als Apposition sinnentleert. Dem biblischen Zeugnis zufolge geht der NAME einem anonymen ‚Gott-sein‘ bzw. dem Appellativum ‚Gott‘ voraus.“

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