Karl Homann über Wirtschaftsethik: „Wirtschaftsethik befaßt sich mit der Frage, wie moralische Normen und Ideale unter den Bedingungen der modernen Wirt­schaft zur Gel­tung gebracht werden können. Da moralisch uner­wünschte, empörende Zustände nicht auf moralische Defekte der Akteure, son­dern auf Defi­zite der Ordnung zurückgeführt werden, müssen angestrebte Korrekturen bei ei­ner Reform dieser Ordnung ansetzen; demgegenüber sind moralische Appelle eher kontrapro­duktiv: Be­dingungswandel auf­grund von Gesinnungswandel, ist die De­vise.“

Für mich ist Karl Homanns Verständnis von Wirtschaftsethik als Institutionen­ethik bzw. Ökonomik immer noch zielführend für eine „sündenfällige“ Gesellschaft außerhalb … Mehr

Dietrich Bonhoeffers und Franz Hildebrandts „Glaubst du, so hast du“. Versuch eines Lutherischen Katechismus (1931): „Ein Gott, der sich von uns beweisen ließe, wäre ein Götze. Der Herr, dem wir trauen, bindet uns so fest an sich, daß wir frei werden von Aberglauben und Wundersucht. Wem Gott den Glauben geschenkt hat, der schenkt auch ihm Glauben, was immer ihm geschieht.“

Zusammen mit seinem Freund Franz Hildebrandt hatte Bonhoeffer 1931 einen kleinen Katechismus für Konfirmanden konzipiert, dessen Titel an eine Kurz-Formulierung … Mehr

Gustav Heinemanns im Brief an Wilhelm Röpke von 1922: „Andere finden keinen neuen Himmel über sich. Zu diesen bin ich, wie ich glaube, jetzt endgültig gekommen. Warum? Das kann ich verstan­desmäßig allein nicht begründen. Erziehung und persönliche Veranlagung, Notwendiges und Zufälliges mögen dabei eigentümlich durcheinan­derfließen. Was soll ich anders sagen als: »ich bin nun einmal so«? Religiös im eben angedeuteten Sinne kann ich nicht sein; ich bin »religiös unmusikalisch«.“

Aufschlussreich ist der Brief des fast 23jährigen frisch promovierten Gustav Heinemann an seinen gleichaltrigen Freund Wilhelm Röpke (1899-1966),  der ja … Mehr

Hans Joachim Iwand über Kreuz und Auferstehung in seiner Christologie-Vorlesung 1959: „Das Kreuz ist nicht erden­näher oder rational fassbarer als das of­fene Grab oder als jenes Bild von dem Sieg des Aufer­standenen, das uns der Isenheimer Altar zeigt. Es geht dies alles weit über unser Fassungsver­mögen und unseren Verstand hinaus. Und wenn es nicht darüber hinausgin­ge, dann würde es auch nicht in ihn hineinkommen. Es muss erst transzen­dent für uns werden, ehe es wirklich begriffen wird – ehe es sich unsere Be­griffe aneignet! Es darf nie so sein, dass wir uns mit und nach unseren Be­griffen das aneignen, was wir in der Theologie die Offenbarung nennen. Damit hörte sie auf, Offenbarung zu sein. Aber das Unbegreifliche wird be­greiflich, das jen­seits aller Vernunft sich Ereignende wird zu etwas, das wir mit unserer Vernunft fassen, nach­buchstabieren, nachdenken können. Das ist unsere Aufgabe. So allein werden wir es uns an-eignen. Und wir müssen es uns aneignen.“

Kreuz und Auferstehung Jesu Christi Von Hans Joachim Iwand Wie kein anderer Theologe hat Hans Joachim Iwand das Evangelium kreuzestheologisch … Mehr

Leonhard Fronsperger in seiner Schrift „Von dem Lob des Eigennutzens“ (1564): „Welcher Kaufmann ist jemals über das Meer gefahren, hat sein Leben und seine Gesundheit riskiert, um Gewürze oder andere Handelswaren, die den Menschen nicht nur zur Nahrung, sondern auch zur Gesundheit äußerst dienlich sind, aus Indien hierher zu bringen, um dem Gemeinwohl zu dienen, wenn ihn nicht eigener Nutzen oder Gier dazu angetrieben hätte?“

Über Leonhard Fronspergers Schrift „Von dem Lob des Eigen Nutzen“ von 1564 Das ist fürwahr eine Provokation – die Schrift … Mehr

Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre: „Für die christliche Lehre ist wesentlich, dass wir von einer dramatischen Wahrheit des Evangeliums zu sprechen haben – also eine Wahrheit, die sich im konkreten Handlungsgeschehen als göttlich erweist. Wo dem Wahrheitsanspruch des Evangeliums Handlungsraum, Zeit und Personen entzogen werden, um Wahrheit prinzipiell zu erfassen, entsteht ein statisches Lehrgefüge mit unerträglichen Widersprüchlichkeiten, das in Ermangelung vertrauensfähigen Handlungsgeschehens keinen Glauben finden kann.“

Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre Das sind ja der allzu offensichtliche Widerspruch zwischen göttlicher Allmacht und (All-)Güte im Angesicht … Mehr