Romano Guardini, Wahrheit und Lüge (1945): „Wir müssen wissen, welches die schlimmste Zerstörung ist, die sich in den vergangenen Jahren ereignet hat. Nicht die der Häuser und Fabriken und Eisenbahnen, so groß die ist; die schlimms­te ist die innere, geistige – und darin vor allem die Zerstörung der Wahrheit: die Art, wie sie aufgefasst, wie mit ihr umgegangen und wie ihr Werkzeug, das Wort gebraucht wird. Wir wollen aus der Zerstörung heraus. Wir wollen wieder ein Leben aufbauen, das würdig und fruchtbar ist. Dazu müssen wir innerlich bei der Wahrheit anfangen.“

Wahrheit und Lüge (1945) Von Romano Guardini Romano Guardini (1885–1968), geboren in Verona und aufgewachsen in Mainz, wirkte seit 1923 … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Was heißt die Wahrheit sagen? (1943): „Lüge ist Widerspruch gegen das Wort Gottes, wie er es in Christus gesprochen hat, und in dem die Schöpfung beruht. Lüge ist demzufolge die Verneinung, Leugnung und wissentliche und willentliche Zerstörung der Wirklichkeit wie sie von Gott geschaffen ist und in Gott besteht, und zwar soweit dies durch Worte und durch Schweigen geschieht.“

Fragment eines Aufsatzes: Was heißt die Wahrheit sagen? Von Dietrich Bonhoeffer Von dem Zeitpunkte unseres Lebens an, in dem wir … Mehr

Hannah Arendt über Lügen und Fiktion totalitärer Propaganda (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft): „Der wahre Grund für die unabwendbare, prinzipielle Überlegenheit aller totalitären Propaganda über die Propaganda aller anderen Parteien oder Regierungen ist, dass ihr Inhalt – jedenfalls für die Mitglieder der Bewegung und die Bevölkerung eines totalitären Landes – nichts mehr mit Meinungen zu tun hat, über die man streiten könnte, sondern zu einem ebenso unangreifbar realen Element ihres täglichen Lebens geworden ist, wie dass zwei mal zwei vier ist.“

Über Lügen und Fiktion totalitärer Propaganda Von Hannah Arendt Bevor die totalitären Bewegungen die Macht haben, die Welt wirklich auf … Mehr

Hannah Arendt über die Lüge in der Politik: „Die bewusste Leugnung der Tatsachen – die Fähigkeit zu lügen – und das Vermögen, die Wirklichkeit zu verändern – die Fähigkeit zu handeln – hän­gen zusammen; sie verdanken ihr Dasein derselben Quelle: der Einbildungs­kraft. Es ist näm­lich keineswegs selbstverständlich, dass wir sagen können ‚Die Sonne scheint‘, wenn es tat­säch­lich regnet (gewisse Hirnverletzungen haben den Verlust dieser Fähigkeit zur Folge). Es be­weist vielmehr, dass wir mit unseren Sinnen und unserm Verstand zwar für die Welt gut ausgerüstet, dass wir ihr aber nicht als unveräußerlicher Teil eingefügt sind. Es steht uns frei, die Welt zu verändern und in ihr etwas Neues anzufangen. Ohne die geistige Freiheit, das Wirkliche zu akzeptieren oder zu verwerfen, ja oder nein zu sagen – nicht nur zu Aussagen oder Vorschlägen, um unsere Zustimmung oder Ablehnung zu bekunden, sondern zu Dingen, wie sie sich jenseits von Zustimmung oder Ablehnung unseren Sinnes- und Erkenntnisorga­nen darbieten –, ohne diese geistige Freiheit wäre Handeln unmöglich. Handeln aber ist das eigentliche Werk der Politik.“

Die Lüge in der Politik (Lying in Politics) Von Hannah Arendt Als 1971 Teile des sogenannten Pentagon-Papiere, ein Geheimdokument des … Mehr