Luthers Auslegung von Genesis 22 ist in einer besonderen Weise mitfühlend und bringt zugleich den paradoxen Glauben an die göttliche … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
„Ich bin, was ich für mich selbst zu wählen weiß“ – Über den Homo optativus in der internetösen Multioptionsgesellschaft und über die Unfreiheit des Wählens: „Die menschliche Freiheit zeigt sich nicht im eigenen Auswählen-Können, sondern im anfänglichen Handeln-Können. Inchoativ und eben nicht ‚häretisch‘ ereignet sich die Freiheit im unvorhergesehenen Handeln. In Sinne Hannah Arendts ließe sich Freiheit wie folgt politisch definieren: Freiheit heißt für uns Menschen miteinander etwas anfangen können, was andere Menschen für uns nicht vorgesehen haben, so dass sich daraus jenseits vorübergehender Erlebnisse ein dauerhaftes Gemeinwesen ergibt.“
„Ich bin, was ich für mich selbst zu wählen weiß“ – Über den Homo optativus in der internetösen Multioptionsgesellschaft und … Mehr
Reinhold Schneiders Jeremia-Porträt von 1958: „Aber wohnt dieser zerrüttende Widerspruch nicht in Gott, der verwirft, was er annehmen möchte“
Eine der letzten Veröffentlichungen zu Lebzeiten Reinhold Schneiders war sein Jeremia-Porträt von 1958: Jeremia. Prophetie in der Zeit (1958) Von … Mehr
Joseph Wittig, Die Erlösten (1922): „Der Katholik treibt sich sein Leben lang – solang damals schon unser Leben war – in den Grenzgebieten des Reiches Gottes herum und fühlt sich stets von Strafen für Grenzüberschreitungen bedroht. Er hat gar keine Zeit, etwas nach der Mitte des Gottesreiches zu wandern, wo es eigentlich erst schön zu werden beginnt. Er muss fortwährend an der Grenze Grenzverletzungsprozesse mit seiner Seele, mit seinem Beichtvater, mit seinem Herrgott durchfechten. Er lernt die Geographie des Gottesreiches auswendig, nämlich die Dogmatik; er studiert das Jus des Gottesreiches, nämlich die Moral. Er weiß genau, wieviel Gramm Brot er essen darf, ohne das Fastengebot zu verletzen. Er schließt ziemlich viel Verträge ab mit seinem Gott: Gegen die und die Leistung erwartet er, freilich in aller Demut und mit dem Zugeständnis jedes Mangels eines Rechtsanspruches, ganz bestimmte Leistungen von seiten Gottes.“
Nachdem Joseph Wittig 1922 mit seinem Hochland-Essay „Die Erlösten“ die katholische Sündenlehre bzw. Beichtpraxis heftig kritisiert hatte, wurden im Juni … Mehr
Dietrich Bonhoeffers Predigt zu Markus 9,23-24 (Heilung eines besessenen Knaben): „Wenn du glauben könntest, ja, dann wäre die Hilfe schon da. Dann ist dir nichts mehr unmöglich. Wie oft graust es uns dann vor unserer eigenen Glaubenslosigkeit. Ach, wenn ich nur glauben könnte! Am Krankenbett, am Totenbett, am Rand der Verzweiflung an mir und anderen schreit es förmlich in mir auf: ach, wenn ich nur glauben könnte!“
Predigt zu Markus 9,23-24 Von Dietrich Bonhoeffer Markus 9, 23-24: Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der … Mehr
Eberhard Jüngel, Predigt über Matthäus 3,13-17: „Wasser, das wissen wir, Wasser löscht Feuer. Deshalb, liebe Gemeinde, deshalb begehrt Jesus die Taufe mit Wasser, deshalb steigt er in die Fluten des Jordan. Und mit ihm geht das erwartete und verdiente, das selbstverschuldete Feuer des Gerichts im Wasser unter. Von nun an wird nicht mehr mit dem Feuer gedroht. Das apokalyptische Spiel mit dem Feuer hat ein Ende. Vom Himmel her kommt eine andere Botschaft.“
Predigt über Matthäus 3, 13-17 (1. Sonntag nach Epiphanias) Von Eberhard Jüngel Die Szene ist kurz, liebe Gemeinde, und die … Mehr
Aufräumen nach Marie Kondo und der Lobpreis der göttlichen Gabe: „So sollte an Stelle einer dinglichen Glücksfrage die Frage nach der göttlichen Gabe gestellt werden: Lässt mich dieser Gegenstand in meinen Händen Gott loben und ihm danken? ‚Gepriesen bist du, Herr unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns …‘ Was ich nicht lobpreisend zu Gott in Beziehung setzen kann, wird meinem Leben auf Dauer nicht guttun. So lässt uns das Gebet eine gute Ordnung in unseren Wohnungen finden, wo manches gehen darf und anderes uns gar nicht erst ins Haus kommen muss.“
Aufräumen nach Marie Kondo und der Lobpreis der göttlichen Gabe In unseren Häusern und Wohnungen haben wir ein Problem mit … Mehr
Martin Luthers Tischrede ‚Warum Einsamkeit zu fliehen sei‘ (1534): „Dagegen bewirkt Einsamkeit Schwermut und Traurigkeit. Da fällt dann allerlei Böses zum Schaden von Leib und Seele ein; da bewegt und betrachtet auch der Mensch allein das, was böse ist, mit großem Fleiß. Und wenn ihn etwa ein Unglück drückt und ängstigt, dann bildet es sich ihm so schwer und gefährlich ein, dass er selbst denkt, es gäbe keinen unseligeren Menschen als ihn; es sei auch niemand, dem seine Situation sich verschlechtere und einen so bösen Ausgang nehmen werde, wie er eben es vorzusehen und sich vorzustellen weiß.“
Bedenken D. Martin Luthers Warum Einsamkeit zu fliehen sei In Georg Rörers Sammlung von Martin Luthers Tischreden findet sich eine … Mehr
Reinhold Schneider, Über den Selbstmord (1947): „Ist es aber gewiss, so ist das Leben ein Gut über allen Gütern, für das es keine Entschädigung gibt. Dann wäre das elendeste Leben noch kostbar – und wenn es nur einen Blick in die Sonne erlaubt, das Empfinden des Herzschlages, das letzte, von Wehmut verdunkelte Nachleuchten einer Erinnerung – wenn es nichts wäre als die Verzögerung des Sterbens, die Frist vor dem Nichts. Wer leidet, der lebt – und das Leben ist ein Abgrund an Schmerz, aber auch ein Abgrund an Hoffnungen.“
Reinhold Schneider Plädoyee gegen die Selbsttötung zeigt zugleich sein beeindruckendes Einfühlungsvermögen in deren Motive. Kein Wunder, hatte sich der 19jährige … Mehr