Wilhelm Löhe, Israelgebet (1858): „O Herr, der du dein Volk willst setzen in die Mitte der Völker, auf dass dein Licht ausgehe von Zion und aufs neue ausbreche von deinem Tempel der schöne Glanz des Herrn. Sei gnädig deinen Kindern aus den Heiden und baue dir in Bälde aus Juden und Heiden einen geistli­chen unvergänglichen Tempel zu deinem Preise. O Herr, der du wirst einen neuen Himmel und eine neue Erde bauen, auf welcher Israel mit deinen Völkern in Gerechtigkeit und Friede wohnen wird, auf welcher du bei ihnen wohnen und sie deine Völker sein werden, und dir selbst Gott mit ihnen ihr Gott.“

Ein bemerkenswertes Gebet für Israel, das die christliche Sympathie zur Sprache bringt, hatte Wilhelm Löhe 1858 für den mittwöchlichen Abendgottesdienst … Mehr

Wilhelm Groß über die bildende Kunst als Verkündigung (1955): „Wir sollen ja dem großen Bildhauer Gott als geschickte Werkzeuge dienen. Beim Arbeiten an einem kreuztragenden Christus in hartem Eichenholz brach mir ein wertvolles Werkzeug zur Hälfte ab. Traurig tat ich den Stumpf beiseite und habe ihn jahrelang nicht beachtet, bis ich ihn eines Tages wieder zur Hand nahm, das beschädigte Stück Stahl entfernen und den Stumpf wieder neu anschleifen ließ. Und siehe da, dies kurze, unansehnliche Eisen ist eines meiner Lieblingswerkzeuge geworden. Gott der Herr arbeitet nur mit zerbrochenen Werkzeugen.“

Nachdem der Bildhauer Wilhelm Groß 1953 die theologische Ehrendoktorwürde der Universität Heidelbergs erhalten hatte, hielt er dort im Mai 1955 … Mehr

Fritz Bauers Schlussplädoyer im „Remer-Prozess“ von 1952: „Ein Unrechtsstaat, der täglich zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr gemäß § 53 StGB. Jedermann war berechtigt, den bedrohten Juden oder den bedrohten Intelli­genzschichten des Auslandes Nothilfe zu gewähren. Insoweit sind alle Widerstandshandlun­gen durch den § 53 StGB gedeckt.“

Für die moralisch-rechtliche Beurteilung des Widerstandes vom 20. Juli 1944 in der Bundesrepublik hat Fritz Bauer im Remer-Prozess im März … Mehr

Dietrich Meyer über Nikolaus Ludwig von Zinzendorf: „Zinzendorf knüpft an Speners Gedanken der ‚ecclesiola in ecclesia‘ an. In diesem Sinne ist sein Drang zur Bildung von christlichen ‚Gesellschaften‘ oder ‚Sozietäten‘ zu verstehen. Das Ziel ist die ‚Erneuerung der Familie Jesu auf Erden‘. Im kleinen Kreis will er mit Christus in einer ‚personellen‘, lebendigen Verbindung und Konnexion leben. Um die Bewährung der Jüngerschaft Jesu, wie sie in der Schrift abgebildet wird ringt er sein Leben lang.“

Trotz einiger lehrmäßigen Wirrungen – nicht nur in der Sichtungszeit – weiß das Lebenswerk Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs mit brüderlicher … Mehr

Wie sich Martin Niemöller 1947 erfolgreich gegen den Titel „Bischof“ gewandt hat: „Da haben wir es doch gemerkt, dass es um den Herrn Christus mit seiner lebendigen Gegenwart geht und dass er sich nicht an den Bischof bindet. Auch da, wo die Bischöfe abfallen, auch da, wo die Pastoren abfallen oder verhaftet werden, sorgt er dafür, dass das Wort und das Sakrament verwaltet werden und nicht unter den Tisch fallen. Das Amt ist da, der Herr Christus sorgt schon dafür, dass das Amt da ist.“

Einspruch gegen den Bischofstitel (1947) Von Martin Niemöller Sie, Christiane Tietz, heißt immer noch „Kirchenpräsidentin“, die in der Kirchenleitung der … Mehr

Helmut Gollwitzer über Hans Joachim Iwand: „Die Verkündigung und die Kirche gehören also in das eschatologische Gesche­hen hinein; aber sie können sich nicht selbst hineinstellen. Der gleiche Theologe, der der Pre­digt Außerordentliches zutraut, dem Predigen inmitten eines zusammengebrochenen, dem äußeren und dem inneren Nihil ausgesetzten Volkes das sinnvollste und unerläßlichste Tun ist, und der einen großen Teil seiner letzten Kraft an die Erneuerung der Predigt wendet, ist jedem Besitzbewußtsein der Kirche, jeder sich selbst aufblähenden Amtstheologie, jeder hier­archischen Verfestigung bitter feind. Von da­her wird er schärfster Kritiker einer glaubenslos sich in der Welt einrichtenden und den Schutz weltlicher Macht sich erkaufenden Kirche.“

Eine anspruchsvolles und sympathisches theologisches Porträt von Hans Joachim Iwand hatte Helmut Gollwitzer 1966 verfasst: Hans Joachim Iwand Von Helmut … Mehr