Martin Greschat über Martin Niemöller: „Pazifismus aus Glauben und in der Nachfolge Jesu hieß also für Niemöller die Konsequenz. Und das bedeutete: Die Christenheit musste umkehren, musste Buße tun und ihre Schuld bekennen, weil sie so lange und so selbstverständlich mit Macht und Gewalt gerechnet hatte, damit umging und immer wieder darauf statt auf das Wort und Beispiel ihres Herrn baute und noch baut. Das bedeutete zugleich: Die Christenheit muß anders reden und sie muss vor allem anders leben als bisher. Niemöller hat diesen Zusammen­hang einmal in einer ebenso schlichten wie schönen Formulierung so ausgedrückt: »Glauben heißt: Bei Jesus sein: Und bei Jesus sein, das heißt: Bei ihm bleiben: Und da er nicht in der Kirche sitzt und Sprechstunden hält, sondern auf dem Wege ist, so heißt bei ihm bleiben: Ihm nachfolgen!«“

Martin Greschat hatte es in der von ihm herausgegebenen Reihe „Gestalten der Kirchengeschichte“ selbst übernommen, Martin Niemöllers Lebensporträt zu schreiben. … Mehr

Württembergisches Gebet gegen die Tierquälerei von 1850: „Liebreicher Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, Du erbarmst dich aller deiner Werke und schonest aller; denn sie sind dein, o Herr, du Liebhaber des Lebens. Du tust deine milde Hand auf und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen; du hilfst beiden, Menschen und Vieh; du gibst dem Vieh sein Futter und bereitest dem Raben die Speise, wenn seine Jungen zu dir rufen. Steure allen Ärgernissen der Rohheit und Hartherzigkeit, und lass Mitleid und Erbarmen wohnen unter uns, dass deiner Güte sich freuen beide, Menschen und Tiere, bis auf den großen Tag, da du auch die Kreatur frei machen wirst von dem Dienste des vergänglichen Wesens und deine Geschöpfe erlösen von allem Übel. Amen.“

Das Kirchenbuch für die evangelische Kirche in Württemberg, 1850 in der zweiten Auflage im Verlag der Chr. Belser’schen Buchhandlung erschienen, … Mehr

Martin Luther über die Erbsünde in seiner Auslegung zu Psalm 51,7: „Dieser Spruch von der Erbsünde ist einer der herrlichen Sprüche, die die Vernunft nicht versteht. Man lernt ihn aber, gleichwie andre Stücke, aus dem Gesetz und den Verheißungen Got­tes. Von den Aposteln ist es aber allein Paulus, der diesen Spruch ausdrücklich und aus­führ­lich mit großem Ernst behandelt hat. […] Und diese Lehre ist in der Kirche Gottes auch höchst nötig.“

In seine Vorlesung über Psalm 51 von 1532 skizziert Martin Luther bei der Auslegung von Vers 7 die evangelische Lehre … Mehr

Martin Niemöller, Was schuldet der Christ dem Staat heute? (1957): „Der Staat, der sich selbst zum Zweck macht, der sich selber verabsolutiert, der Staat, der zur Totalität und zur Omnipotenz strebt, der richtet sich selbst zugrunde und zugleich die Menschen, die — was Recht und Frieden angeht — seiner Sorge anvertraut sind. Gott will nicht, dass der Staat an seine Stelle tritt und sich zum Gott macht; das ist Majestätsbeleidigung, das ist das crimen laesae majestatis, denn Gott duldet keine Usurpatoren, keine Konkurrenten. — So schuldet es der Christ dem Staat heute, ihn nicht nur an seinen Auftrag, sondern auch an seine Grenzen zu erinnern, weil der Staat, der seine Grenzen nicht erkennt und anerkennt, nicht nur sich selber, sondern auch seine Menschen tödlich gefährdet, und der Christ kann ja nicht im Blick auf die Menschen, d. h. auf die anderen erklären: ‚Soll ich meines Bruders Hüter sein?‘. Er ist es, oder er verleugnet sein Christsein.“

Auf Einladung der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin (Ost) hielt Martin Niemöller am 24. Mai 1957 im Auditorium Maximum vor … Mehr