Helmut Gollwitzer über Hans Joachim Iwand: „Die Verkündigung und die Kirche gehören also in das eschatologische Gesche­hen hinein; aber sie können sich nicht selbst hineinstellen. Der gleiche Theologe, der der Pre­digt Außerordentliches zutraut, dem Predigen inmitten eines zusammengebrochenen, dem äußeren und dem inneren Nihil ausgesetzten Volkes das sinnvollste und unerläßlichste Tun ist, und der einen großen Teil seiner letzten Kraft an die Erneuerung der Predigt wendet, ist jedem Besitzbewußtsein der Kirche, jeder sich selbst aufblähenden Amtstheologie, jeder hier­archischen Verfestigung bitter feind. Von da­her wird er schärfster Kritiker einer glaubenslos sich in der Welt einrichtenden und den Schutz weltlicher Macht sich erkaufenden Kirche.“

Eine anspruchsvolles und sympathisches theologisches Porträt von Hans Joachim Iwand hatte Helmut Gollwitzer 1966 verfasst: Hans Joachim Iwand Von Helmut … Mehr

Martin Niemöllers, Der gekreuzigte und auferstandene Christus (1953): „Christus starb nicht für irgend etwas in dieser Welt; er starb weder für den Fortschritt noch für eine neue Weltordnung; er starb auch nicht für sein Vaterland — er starb für den Menschen, damit der Mensch leben möchte, der neue Mensch des Glaubens leben möchte. Deshalb heißt unser Christenberuf: Wir sollen dem Menschen dienen, den Gott über alles ge­liebt hat und noch liebt, und sollen verhüten, dass der Mensch als Werkzeug oder Mittel für irgend etwas oder irgend jemand mißbraucht wird.“

Der gekreuzigte und auferstandene Christus Von Martin Niemöller Im 1. Kapitel des 1. Korintherbriefes bezeichnet der Apostel Paulus die Botschaft, … Mehr

Ein britisches Gebet für Deutschland während des Ersten Weltkriegs: „Gib Deinen Segen, o Vater, dem Volk jenes großen und schönen Landes, mit dessen Herrschern wir im Krieg stehen. Stärke die Hände der Weisen und Gerechten, die der Nächstenliebe folgen und nach Gerechtigkeit und Freiheit suchen, unter ihnen wie unter uns. Vertreibe die bösen Leidenschaften von Hass, Misstrauen und dem Fieber des Krieges, unter ihnen wie unter uns.“

Ein britisches Gebet für Deutschland während des Ersten Weltkriegs Dieses Gebet für Deutschland, das Frau Lucy Gardner zugeschrieben wird, wurde … Mehr

Martin Niemöllers Gedanken zu dem Thema: Evangelisch oder Katholisch? von 1939: „Ich bin überzeugt, daß der katholische Christ mehr von der Bibel kennt als der evangelische; ich bin überzeugt, daß sie ihm für sein Leben mehr bedeutet; und ich bin endlich überzeugt, daß er mehr und ernster betet. — Von daher muß ich fragen, ob wir auf dem rechten Weg sind.“

Als Martin Niemöller 1938 im Konzentrationslager Sachenshausen in Isolationshaft genommen wurde und vom Evangelischen Oberkirchenrat (EOK) seine Entfernung von der … Mehr

Martin Niemöllers Predigt über Jeremia 14,7-11 zum Stuttgarter Schuldbekenntnis 1945: „Unsere Schuld als Christen, liebe Gemeinde, ist viel größer als die Schuld der Nazis, des deutschen Volkes und der Militaristen. Wir Christen haben ja um den rechten Weg gewusst. Die andern haben sich ihre eigenen Wege ausgedacht. Wir wussten, es gibt einen, den zeigt Gott in seinen heiligen Geboten, in dem Le­ben und Sterben unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi. Das ist der rechte Weg, den haben wir zu bezeugen, den haben wir zu leben und haben es unserem Volk vorzuhalten. O, unsere große Schuld!“

Am 18. Oktober 1945 war in Stuttgart die erste ordentliche Sitzung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angesetzt, … Mehr

Martin Niemöller, Der Nächste in seiner Bedeutung für das menschliche Zusammenleben: „Wir haben nicht eigenmächtig darüber zu befinden, wer unser Nächster sein soll und wer nicht; wir bestimmen nicht darüber, wie weit wir etwa unsere Solidarität, unser menschliches Zusammenleben erstrecken wollen und wo wir ihm Grenzen setzen. Das ist ja die Gefahr, die ein wirklich menschliches Zusammenleben immer wieder in Frage stellt. Und die Versuchung zu solchem Rückfall ist bedrohlich groß; denn es ist die Versuchung zur Rückkehr unter das Gesetz der Selbsterhaltung und damit zum Unglauben, das heißt zu jenem Zustand, wo jeder wieder sich selbst der «Nächste» sein zu müssen glaubt.“

Der Nächste in seiner Bedeutung für das menschliche Zusammenleben Von Martin Niemöller «Zusammenleben» ist die vorgegebene Form menschlicher Existenz über­haupt; … Mehr