Aufräumen nach Marie Kondo und der Lobpreis der göttlichen Gabe

Aufräumen

In unseren Häusern und Wohnungen haben wir ein Problem mit dem „dinglichen“ Überfluss. Viel zu viel wird nicht (mehr) wirklich gebraucht und muss daher irgendwo verstaut werden. Aufgeräumt soll es unserem Blick entzogen sein. Doch wenn zu den vorhandenen Dingen neue Sachen weiter hinzukommen, ist irgendwann der Stauraum voll, so dass auf Dauer die Unordnung in den eigenen vier Wänden wächst.

An dieser Stelle verdient die japanische Aufräumberaterin Marie Kondo mit ihrem Buch Magic Cleaning und der darin beschriebenen „KonMari-Methode“ Beachtung. Kondos Grundregel lautet: „Für erfolgreiches Aufräumen sind nur zwei simple Handlungen nötig: 1. Dinge wegwerfen und 2. den Aufbewahrungsort bestimmen für jene Dinge, die nicht weggeworfen werden. Wichtig ist die Reihenfolge: Das Wegwerfen kommt immer zuerst.“

Aber kann man funktionsfähige Gegenstände so einfach wegschmeißen? Verliert man da nicht jegliches Gefühl für Werte? Kondo sieht das genau anders: „Um die Dinge, die wir behalten, richtig wertzuschätzen, müssen diejenigen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, weggeworfen werden. Überflüssige Gegenstände um mich herum entwerten die Dinge, die mir wichtig sind.“ Nach Marie Kendo beginnt das Aufräumen damit, dass man die Gegenstände und Kleidungsstücke einzeln in die eigene Hand nimmt und sich bei jedem Ding die Frage stellt: „Macht es mich glücklich, wenn ich den Gegenstand in die Hand nehme? Was Erfüllung bringt und uns glücklich macht, behalten wir, was keine Erfüllung bringt, werfen wir weg. Indem wir unseren Besitz verringern, erhöhen wir gleichzeitig unsere Bereitschaft, uns wieder mehr mit den Dingen, die uns umgeben, zu beschäftigen und sie wertzuschätzen. Man kann deutlicher wahrnehmen, was es zum Leben braucht und was nicht.“

Zu den Dingen, die mich umgeben, eine wertschätzende Beziehung finden – für Christen schließt dies immer die Gottesbeziehung mit ein. So sollte an Stelle einer dinglichen Glücksfrage die Frage nach der göttlichen Gabe gestellt werden: Lässt mich dieser Gegenstand in meinen Händen Gott loben und ihm danken? „Gepriesen bist du, Herr unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns …“ Was ich nicht lobpreisend zu Gott in Beziehung setzen kann, wird meinem Leben auf Dauer nicht guttun. So lässt uns das Gebet eine gute Ordnung in unseren Wohnungen finden, wo manches gehen darf und anderes uns gar nicht erst ins Haus kommen muss.

Hier der Text als pdf.

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