Eberhard Jüngel über die ethischen Konsequenzen der Rechtfertigung des Sünders: „Wer aus der Gerechtigkeit Gottes lebt, der wird in jeder menschlichen Person mehr sehen als nur einen Täter oder Untäter. Die Rechtfertigung des Sünders verbietet es, die beste Tat, aber auch die schlimmste Untat, mit dem Ich zu identifizieren, das sie tat. Sie entmythologisiert den Mythos vom sich durch seine Untaten zur Unperson machenden Unmenschen und läßt uns auch im schlimmsten Fall hinter einer trostlosen Lebensgeschichte die menschliche Person entdecken, deren sich Gott selber erbarmt hat. Wer aus der Gerechtigkeit Gottes lebt, kennt keine hoffnungslosen Fälle. Er erkennt in jedem Fall eine Person, der göttliche Erbarmung widerfahren ist und die eben deshalb auch unter Menschen erbarmungswürdig ist – wie jeder von uns.“

Über die ethischen Konsequenzen der Rechtfertigung des Sünders Von Eberhard Jüngel Wer aus der Gerechtigkeit Gottes lebt, der weiß, daß … Mehr

Eberhard Jüngels Predigt über Genesis 32,23-32: „Wer so wie Israel in den Morgen hineinhinkt, liebe Gemeinde, der hat den Fluch hinter sich, der ist dem Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend Böses muss gebären, endgültig entronnen. Er geht zwar hin­kend, aber frei davon. Er hat Zukunft. Ja, wer so wie Israel in den Morgen hineinhinkt, dem geht die Sonne auf.“

Predigt über Genesis 32,23-32 Von Eberhard Jüngel Und Jakob stand auf in der Nacht und nahm seine beiden Frauen und … Mehr

Karl Barth über das Gebet (Kirchliche Dogmatik III/4, 1951): „Gebet ist die nur Gott zugewendete und insofern strikt die innere Seite des Lobes Gottes. Gebet als Glaubensdemonstration, Gebet als verkleidete Predigt, Gebet als Instrument der Erbauung ist ein heller Unfug, ist kein Gebet. Gebet ist kein Gebet, wenn man dabei einem Anderen als Gott etwas sagen will.“

Das Gebet Von Karl Barth Die andere besondere Gestalt menschlichen Tuns im Verhältnis zu Gott ist neben dem Bekenntnis das … Mehr

Leonhard Ragaz in Sachen christlicher Pazifismus 1939: „Ich bin von ganzem Herzen für einen Widerstand ohne Waffen und glaube in letzter Instanz niemals an die Waffen, bin selbst «absoluter» Antimilitarist, aber wo in aller Welt Menschen für Freiheit, Demokratie, Sozialismus, Menschenrecht kämpfen, sei’s auch mit Waffen, da bin ich mit ihnen, ginge gerne zu ihnen – ohne Waffen! -, da wünsche ich ihnen Rettung, da verlange ich, dass man nicht durch Nichtintervention ihnen den Schutz des Völkerrechtes versage. Ich bin nicht ein antimilitaristischer Robot, der blind drauflos schlägt, wo nur eine Waffe auftaucht, ich bin auch Demokrat, Sozialist, Mensch, und wenn ich bloss zwischen Freiheit und Frieden zu wählen hätte, wählte ich ohne Besinnen die Freiheit.“

Leonhard Ragaz in Sachen christlicher Pazifismus Leonhard Ragaz (1868-1945) war evangelisch-reformierter Theologe, Pfarrer, Professor für Systematische und Praktische Theologie an … Mehr

Karl Rahner, Ostern – oder: Was Hoffnung vermag: „Der Ungläubige müßte sich eigentlich freuen, daß sein glaubender Bruder hofft zu glauben, selbst wenn er solchen Glauben als die wunder­barste Illusion meint interpretieren zu müssen, aber dabei hoffentlich sich nicht einbildet, sein Unglaube sei das Gewisseste und Verläßlichste.“

Ostern – oder: Was Hoffnung vermag Von Karl Rahner Die Hoffnung kann sich durch nichts endgültig begrenzen lassen, wenn sie … Mehr