Eberhard Jüngel: „Dass Gott nicht notwendig ist, ist den Denkenden unserer Zeit wohl schmerzlicher und gründlicher bewusst als den Geistern früherer Zeiten, denen freilich die Ahnung, dass es so sein könnte, nicht einfach fremd gewesen sein dürfte. Aus der Erfahrung der Nichtnotwendigkeit Gottes lässt sich aber keineswegs folgern, dass Gott mehr als notwendig ist. Es versteht sich nicht von selbst, dass Gott mehr als notwendig ist, obwohl gerade dies, wenn es einmal verstanden worden ist, als das Allerselbstverständlichste erscheint. Wer sich an Gott freut, dem ist es selbstverständlich, dass Gott ein erfreuliches Wort ist, obwohl so etwas wie Freude an Gott sich ganz offensichtlich eben nicht von selbst versteht. Mehr als notwendig ist allemal nur, was kontingent geschieht. Dass Gott mehr als notwendig ist, kann man deshalb nicht unabhängig von Gott, nicht ohne das Ereignis des Wortes Gottes verstehen.“

Gott ist nicht notwendig In seinen „Drei Vorbemerkungen“ als Einleitung zu seinem Aufsatzband „Unterwegs zur Sache“ hatte 1971 Eberhard Jüngel … Mehr

Zur Etymologie des Begriffs „Gott“: „Je nachdem, an welche indogermanische Wurzel es anzuknüpfen ist, kann es be­deuten ‹das Angerufene oder ‹das (Wesen), dem man Opfer bringt› oder endlich – freilich weniger wahrscheinlich – ‹das (in Erz) Ge­gossene›. Von der erstgenannten Bedeutung her wäre die spätere Verwendung im christlichen Bereich am ehe­sten zu verstehen. Jeden­falls hat das Wort aber auch in seiner heidnischen Bedeutung be­reits der numinosen Sphäre angehört. Dass *gudam ein Neutrum war, deutet an, dass es ein Un­nennbares und Unfaßbares bezeich­nete.“

Wir reden ganz selbstverständlich von „Gott“ (bzw. von „Göttern“). Aber was hat dieses Wort im Germannischen ursprünglich bedeutet? Dazu findet … Mehr

Max Horkheimer im Interview mit Helmut Gumnior, Die Sehnsucht nach dem ganz Anderen: „Theologie bedeutet hier das Bewusstsein davon, dass die Welt Erscheinung ist, dass sie nicht die absolute Wahrheit, das Letzte ist. Theologie ist — ich drücke mich bewusst vorsichtig aus — die Hoffnung, dass es bei diesem Unrecht, durch das die Welt gekennzeichnet ist, nicht bleibe, dass das Unrecht nicht das letzte Wort sein möge. Theologie als Ausdruck einer Hoffnung? Ich möchte lieber sagen: Ausdruck einer Sehnsucht, einer Sehnsucht danach, dass der Mörder nicht über das unschuldige Op­fer triumphieren möge.“

Helmut Gumnior hatte 1970 nicht nur für den SPIEGEL ein Interview mit Max Horkheimer geführt. Ein zweites Gespräch ist unter … Mehr

Sibylle Lewitscharoff, Beim Namen gerufen: „Niemals war der Name Schall und Rauch, niemals nur ein leicht obenauf sitzendes Häubchen, zufällig und ephemer, immer war zwischen dem Namen und dem, der ihn trägt, eine innige Beziehung gestiftet. Im Namen wohnt eine Zwingkraft. Sie zwingt die Gestalt zu bleiben, und sie verbürgt, daß der windige, sich selbst immerzu entflatternde Mensch sich in seiner Gestalt wieder versammeln kann. Ist mehr als ein Name da, können die Namen in die Wechselrede eintreten und darin belebend wirken.“

In ihren Frankfurter Poetikvorlesungen sowie ihren Zürcher Poetikvorlesungen 2011 befasste sich Sibylle Lewitscharoff wie schon vor ihr Ingeborg Bachmann mit … Mehr