Vernor Vinge, Die kommende technologische Singularität: Wie man im posthumanen Zeitalter überlebt (The Coming Technological Singularity: How to Survive in the Post-Human Era, 1993): „Die Intelligenzverstärkung untergräbt die Bedeutung des Ichs von einer anderen Richtung aus. Die Welt nach der Singularität wird eine Vernetzung mit extrem hoher Bandbreite beinhalten. Ein zentrales Merkmal stark übermenschlicher Entitäten wird wahrscheinlich ihre Fähigkeit sein, mit variablen Bandbreiten zu kommunizieren, einschließlich solcher, die weit über Sprache oder schriftliche Nachrichten hinausgehen. Was geschieht, wenn Teile des Ichs kopiert und verschmolzen werden können, wenn die Größe eines Selbstbewusstseins wachsen oder schrumpfen kann, um der Natur der zu behandelnden Probleme gerecht zu werden? Dies sind wesentliche Merkmale der starken Übermenschlichkeit und der Singularität. Wenn man über sie nachdenkt, beginnt man zu fühlen, wie wesentlich fremd und anders die posthumane Ära sein wird – egal wie klug und wohlwollend sie herbeigeführt wird. Aus einer Perspektive passt die Vision zu vielen unserer glücklichsten Träume: ein endloser Ort, an dem wir einander wirklich kennen und die tiefsten Geheimnisse verstehen können. Aus einer anderen Perspektive ähnelt sie sehr dem Worst-Case-Szenario, das ich mir früher in diesem Aufsatz vorgestellt habe.“

Nachdem gerade Sam Altman von Open AI die Singularität ausgerufen hat, hier der grundlegende Artikel von Vernor Vinge (1944-2024), The … Mehr

„Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen“. Von der Auferstehung der Toten in der virtuellen Verstorbenenbegegnung: „Was als Totengedächtnis auf Vergangenes zurückblickt oder in der realen Welt Einwegkom­munikation bleibt, ist in einer virtuellen Welt als interaktive Verstorbenenbegegnung mach­bar. Im Unterschied zum biotechnologischen Wiederbelebungsprojekt, das für einen Verstor­benen bislang als ‚Kryokonservierung‘ bei minus 196 °C in flüssigem Stickstoff endet, kann für Angehörige eines Verstorbenen dessen virtuelles Weiterleben durch eine Smartphone-App möglich werden. Es ist eine Frage der Zeit, bis kommerzielle Anbieter von Verstorbenenkommunikation mit einem Chatbot auf den Markt treten: Gegen eine Gebühr registriert man sich online, hinterlegt ein paar Grundda­ten zu sich und zum Verstorbenen, lädt ein Videoclip mit der Stimme des Verstorbenen auf und kann dann das Gespräch mit ihm via einem computergestützten Sprachdialogsystem beginnen. Ein Sprachsynthesizer lässt die Stimme des Verstorbenen täuschend echt wie bei einem Telefonat zur Sprache kommen.“

Von der Auferstehung der Toten in der virtuellen Verstorbenenbegegnung „Der Tod bedeutet gar nichts, ich bin nur in das Zimmer … Mehr

Die Gottesfrage im Zeitalter der KI und die Freiheit der Kinder Gottes: „Was Theologen und Philosophen vormals einer Gottesidee zugedacht haben, nämlich Allwissenheit, Allmacht, Allgegenwart und Allgüte, scheint zukünftig als Künstliche Intelligenz Wirklichkeit zu werden. An die Stelle göttlicher Mitwirkung am menschlichen Handlungsgeschehen tritt die berechnende Mitwirkung des Computers: Die Algorithmen der computergestützten und internetverbundenen Künstlichen Intelligenz scheinen besser als wir selbst zu wissen, was für uns wirklich gut ist.“

Anlässlich des siebzigjährigen Bestehens der Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART hat deren Chefredakteur Johannes Röser im Herder-Verlag ein Buch mit … Mehr