Reinhart Koselleck, Wozu noch Historie? (1970): „In jedem Fall bedürfen wir einer Theorie historischer Zeiten, wenn wir das Verhältnis der ›Geschichte an sich‹ zu den unendlich vielen Geschichten im Plural klären wollen. Ideologisier­bar, wie »Geschichte« ist, bleibt sie gleichwohl als transzendentale Katego­rie Bedingung unserer neuzeitlichen Erfahrung. Als solche geht sie nie unmittelbar auf in den jeweiligen Geschichten, die erfahren oder erkundet werden, auch wenn sie diese erst erkennbar macht.“

Wozu noch Historie? Von Reinhart Koselleck Werner Conze zum 31. Dezember 1970 Die Frage wird gestellt, wozu wir überhaupt noch…

Claus Westermann, Das doppelte Gesicht Ijobs (1983): „Der fromme, demüti­ge, sich in Gottes Willen Fügende und der ver­zweifelt gegen Gott sich Auflehnende – das ist derselbe Mensch, für den es beide Möglichkeiten gibt, die eine davon am äußersten Rand. Es ist dabei zu bedenken: Im Dialogteil ist es nicht das Leiden als solches, gegen das sich Ijob auflehnt. Es ist vielmehr die Behauptung der Freunde, die in diesem Leiden und in der Sprache dieses Leidens den Beweis sieht, dass Ijob ein Frevler, ein Gottloser ist; auch die Behauptung, der Schwere des Leidens müsse die Schwere seines Vergehens entsprechen, für das Gott ihn be­straft. Und Gott scheint, wenn er Ijob seinem Leid und damit dem Weg in den Tod schweigend überlässt, auf der Seite der Freunde zu stehen. Aber dann antwortet Gott. Und in seiner Ant­wort tritt er auf Ijobs Seite, tritt er für ihn ein. Gott wendet sich Ijob, der ihn so schwer ange­klagt hatte, wieder zu.“

Das doppelte Gesicht Ijobs Von Claus Westermann Jedem Leser des Ijobbuches muß der Gegensatz auffallen zwischen dem Verhalten Ijobs gegen­über…

Hans Jonas, Last und der Segen der Sterblichkeit (The Burden and Blessing of Mortality, 1992): „Es ist eine Pflicht der Zivilisation, vorzeitigen Tod unter Menschen weltweit und in allen seinen Ursachen zu bekämpfen – Hunger, Krankheit, Krieg und so fort. Was unsere Sterblichkeit als solche angeht, so kann unser Verstand keinen Streit darüber mit der Schöpfung haben, es sei denn, er verneint das Leben selbst. Was jeden von uns betrifft, so könnte das Wissen, daß wir hier nur kurz weilen und daß unserer zu erwartenden Zeit eine unverhandelbare Grenze gesetzt ist, sogar nötig sein als Antrieb dafür, unsere Tage zu zählen und sie so zu leben, daß sie durch sich selber zählen.“

Last und der Segen der Sterblichkeit (The Burden and Blessing of Mortality) Von Hans Jonas Seit unvordenklicher Zeit haben Sterbliche…

David J. Bosch über Evangelisation: „Evangelisation ist mehr als die „Gewin­nung von Seelen“, als ob ihre größte Sorge der Rettung von Seelen gelte, die fort­bestehen müssen, wenn alle Welt vergangen ist. Evangelisation betrifft die Ret­tung der Menschen (nicht allein ihrer „Seelen“) hinsichtlich aller ihrer Verhältnis­se.“

Evangelisation, Evangelisierung Von David J. Bosch 1. Modelle Der Begriff Evangelisation ist von dem griechischen Verb euangelizein bzw. euangelizesthai abgeleitet.…

Viktor E. Frankl, Was ist der Mensch? (1949): „Überhaupt war das Erlebnis des Konzentrationslagers ein einziges großes Experiment – ein wahres experimentum crucis. Unsere toten Kollegen haben es ehrenvoll bestanden. Sie haben uns bewiesen, daß der Mensch es in der Hand hat, auch unter den ungünstigsten, den unwürdigsten Bedingungen noch Mensch zu bleiben – wahrer Mensch und wahrer Arzt.“

Was ist der Mensch?[1] Von Viktor E. Frankl In memoriam … Zum Gedenken …»Was ist der Mensch, daß Du seiner…

Protestation der evangelischen Reichsstände auf dem Reichstag zu Speyer am 20. April 1529: „So protestieren und bezeugen wir hiermit öf­fentlich vor Gott, unserem einigen Erschaffer, Erhalter, Erlöser und Seligmacher (der – wie bereits erwähnt – allein unser aller Herzen erforscht und erkennt und auch danach gerecht richten wird), auch vor allen Menschen und Geschöpfen, dass wir für uns, die Unseren und für alle jeder Verhandlung und vermeintlichem Reichstagsabschied, wie wir vorher gesagt, oder anderen Sachen, die gegen Gott, sein heiliges Wort, unser aller Seelenheil und gutes Gewissen, auch gegen den vorher zitierten Speyrer Reichstagsabschied vorgenommen, beschlossen und gemacht worden sind, nicht zustimmen noch einwilligen, sondern sie aus rechtlichen und anderen redlichen Gründen für nichtig und unverbindlich halten.“

Protestation der evangelischen Reichsstände auf dem Reichstag zu Speyer 1529 Nachdem 1529 auf dem Reichstag zu Speyer durch einen Mehrheitsbeschluss…

Netti Boleslav (1923-1981), Erinnerung an den Warschauer Ghettokampf: „Vater, / ich sehe dich, / wie dein Alter unter der Peitsche der Flammen sich krümmt, / wie aus den Höhlen deiner Augen / die Funken in den Himmel prasseln. / Deine brennenden Lippen / kämpfen im Schemah, / um das letzte Wort. / Jisrael geht unter!“

ERINNERUNG AN DEN WARSCHAUER GHETTOKAMPF Vater, in einer weißen Zeit,prophezeitest du die schwarze Welle.Wir sehen uns niemals wieder,sagtest du! Juden…