Albrecht Grözinger, Gottesgeschichten und Menschengeschichten: „Diese biblischen Gottes- und Menschengeschichten sind parteiische Geschichten. Sie ergreifen Partei für uns Menschen. Sie treten ein für das gefährdete Leben. Sie treten ein für das Recht jeder einzelnen, individuellen menschlichen Lebensgeschichte. Deshalb ist es kein Zufall, dass im Umfeld dieser biblischen Gottes- und Menschengeschichten die menschliche Lebensgeschichte immer wieder auf überraschend neue Art und Weise thematisch wurde.“

Gottesgeschichten und Menschengeschichten Von Albrecht Grözinger Ich möchte an den Anfang meiner Überlegungen, die ich Ihnen heute vortragen möchte, Worte…

Cicely Saunders über den umfassenden Schmerz (Total Pain) bei Sterbenskranken: „Körperlicher, emotionaler und sozialer Schmerz und das spirituelle Bedürfnis nach Sicherheit, Sinn und Selbstwert – alles in einer Antwort. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz ermöglicht es, dass die Opioid-Dosis zwischen dem eigenen Wirkungs- und Beruhigungsniveau des Patienten liegt, während die regelmäßige Verabreichung eine ständige Kontrolle der fast immer gleichbleibenden Schmerzen ermöglicht.“

Umfassender Schmerz (Total Pain) Von Cicely Saunders Die auf Tonband aufgezeichneten Gespräche und die beschreibenden Studien von Hunderten von Patienten…

Gerhard Sauter über Altern und das Sterbenmüssen: „Im Handeln Gottes geborgen sind Alternde, weil sie in der Geschichte, die er mit ihnen eingegangen ist, aufgehoben sind, auch mit allen Einbußen, die sich beim Altern einstellen, und mit allem, was ih­nen entnommen und genommen wird. In besonderer Weise sind sie aufgehoben in dem, was Gott für sie vorgesehen hat.“

Im wahrsten Sinn des Wortes ist es ein „Alterswerk“, das Gerhard Sauter mit seinem Buch Beseeltes Alter. Über Hoffnung und…

Mitleid allein begründet keine Ethik – Hans Jonas über Euthanasie und Ethik: „Öffentliches Recht und die viel persönlichere Sittlichkeit können nie zu vollkommener Deckung gebracht werden. Zuletzt und im Äußersten werden wir auf die einsamen Entscheidungen der Liebe zurückgeworfen, die selbst dem Gesetz zu trotzen wagt, aber hoffen darf, daß auch das verletzte Recht so gnädig urteilt, wie es der Bestand der Rechtsordnung erlaubt. Mit diesem ungelösten und unauflöslichen Rest in der Euthanasie-Frage – dem Verzicht also auf eine eindeutig regelnde ethische Antwort – müssen wir uns, so glaube ich, in Demut abfinden.“

Mitleid allein begründet keine Ethik. Ein ZEIT-Gespräch mit dem Moralphilosophen Hans Jonas über Euthanasie und Ethik Darf das Leiden eines…

Arnold Angenendt, Was hat das Christentum Gutes gebracht?: „Aller Gottesdienst ist immer auch Nächstendienst. Weder in Griechenland noch in Rom hatte die Antike eine allgemeine Armen-Fürsorge ausgebildet, ganz anders die Christen. Paul Veyne: ‚Die jüdische Pflicht der Almosen gelangt auch in die alte Kirche, die mit Hospitälern, Hospiz- und Armenhäusern die organisierte Wohltätigkeit erfand, welche in säkularisierter Form im heutigen Sozialstaat weiterlebt‘.“

Was hat das Christentum Gutes gebracht? Von Arnold Angenendt Zurzeit wird jede Art von Verfehlungen, die sich die Kirchen geleistet…

Zur Ethik des Richtens: „Der moralische Richtende sucht Distanz zum Beurteilten zu gewinnen, um sich auf der vermeintlich ‚richtigen Seite‘ wiederzufinden. Das moralische Urteil wird zur Selbstbestätigung. Je schärfer es ausfällt, desto weniger Ambivalenzen müssen ausgehalten werden. So sind von der urteilenden Selbstbestätigung über die Selbstgewissheit bis hin zur Selbstgerechtigkeit nur wenige Schritte. Das Bekenntnis lautet dann unausgesprochen: Ich habe Recht – und zwar gemeinsam mit all jenen, die die Dinge ebenso sehen wie ich. Ich weiß, wer die Opfer und wer die Täter sind; ich weiß, was sich politisch, gesellschaftlich oder moralisch ändern muss; ich stehe auf der richtigen Seite der Geschichte. Wo dieses Bewusstsein herrscht, verbieten sich Rückfragen, Differenzierungen und Selbstkritik. Nicht selten hält man wider besseres Wissen an eigenen Urteilen fest, weil deren Revision die eigene moralische Selbstgerechtigkeit erschüttern würde. Man muss Recht behalten, koste es was es wolle.“

Zur Ethik des Richtens Es fehlt an ihr – einer Ethik des Richtens, wohlgemerkt des Richtens, nicht des Urteilens. Das…

Peter Schäfer, Ein Gott? (Zwei Götter im Himmel): „So, wie das Christentum im Rückgriff auf das und in Auseinandersetzung mit dem Judentum entstand, so war auch das Judentum der Epoche nach der Zerstörung des Zweiten Tempels kein mit sei­nem frühjüdischen Vorläufer identisches Judentum, sondern entstand im Dialog und in der Auseinander­setzung mit dem Christentum. Ich ziehe es deswegen vor, das Verhältnis von Judentum und Christentum nicht linear als das von Mutter- und Tochterreligion zu bestim­men, sondern dyna­misch als den lebendigen Austausch von zwei Schwesterreligio­nen.“

In seinem Buch „Zwei Götter im Himmel“ stellt Peter Schäfer das gängige Verhältnis von Judentum und Christentum in Frage, wenn…