In seiner Schrift »Ob man vor dem Sterben fliehen möge« von 1527 erörtert Martin Luther die Möglichkeit, eine von der … Mehr
Kategorie: Seelsorge
Martin Luther, Gebet im Überdruss des Lebens: „Oft werden unsere Herzen von Ungeduld und Lebensüberdruss angefochten, sodass es uns verdrießt zu leben und wir uns selbst den Tod wünschen – nur um nichts mehr ertragen oder durchstehen zu müssen. Aber du, lieber Vater, kennst unsere Schwachheit. Darum verleihe uns Geduld in allem Leid, lass uns die Mühsal dieses Lebens willig tragen und hilf uns, sicher durch all die vielfältigen Übel und Bosheiten zu kommen.“
Gebet im Überdruss des Lebens Von Martin Luther Ach, lieber Herr Gott, Vaterdieses flüchtige Leben ist doch so voller Kummer,Unglück … Mehr
Reinhold Schneider, Über den Selbstmord (1947): „Ist es aber gewiss, so ist das Leben ein Gut über allen Gütern, für das es keine Entschädigung gibt. Dann wäre das elendeste Leben noch kostbar – und wenn es nur einen Blick in die Sonne erlaubt, das Empfinden des Herzschlages, das letzte, von Wehmut verdunkelte Nachleuchten einer Erinnerung – wenn es nichts wäre als die Verzögerung des Sterbens, die Frist vor dem Nichts. Wer leidet, der lebt – und das Leben ist ein Abgrund an Schmerz, aber auch ein Abgrund an Hoffnungen.“
Reinhold Schneider Plädoyee gegen die Selbsttötung zeigt zugleich sein beeindruckendes Einfühlungsvermögen in deren Motive. Kein Wunder, hatte sich der 19jährige … Mehr
Reinhold Schneiders Erinnerung an Jochen Klepper: „Zu meinem Erstaunen entdeckte er in meinen Büchern strenge Katholizität, die ich gar nicht gewollt hatte. An der Wiedererrichtung des Kreuzes in meinem Leben hat er großen Anteil. Mehr kann Freundschaft nicht sein. So waren die Kräfte, von denen wir lebten, die uns leiteten, sehr verschieden; der Anstoß war derselbe: die Zeit, die über allen unseren Stunden unbeweglich dunkelte. Immer deutlicher legte sie ihm einen ehernen Verzicht auf, wenn er das Letzte: das Haus, die Frau, die Kinder, die Reinheit seines Strebens behaupten wollte.“
Jochen Klepper (1954) Von Reinhold Schneider Allwöchentlich fuhr ich von Potsdam nach Berlin, um in irgendeiner Redaktion einen Aufsatz oder … Mehr
Reinhold Schneider, Die Kranken besuchen (1957): „Die Krankheit verbannt heute ins Krankenhaus, wo ja auch Geburt und Tod geschehen. Über seine Unentbehrlichkeit, seine Hilfsbereitschaft braucht kein Wort mehr gesagt zu werden. Als aber der Kranke von der Familie, inmitten ihres Lebens, respektiert wurde, in ihr seinen Raum hatte, war er gleichsam immer besucht. Heute wird er auf eine bestimmte Weise abgefertigt; das Krankenhaus ist Autorität, die Familie hat keine Stimme mehr. Aufs höchste sind die Menschen zu bewundern und zu verehren, die in harter Selbstüberwindung in den Krankenhäusern behandeln, dienen und pflegen. Aber als Bote des Arztes der Welt, als der Wartende am Teiche in Jerusalem hat der Kranke hier nicht mehr viel zu sagen, während er in der Familie so viel zu sagen hatte.“
Die Kranken besuchen (1957) Von Reinhold Schneider Die Kranken besuchen, das heißt: eine echte Beziehung zur Krankheit finden. Das ist … Mehr
„Der Schwermut Erbe ward mir übermacht“ – Reinhold Schneiders Sonett „An meinen Vater“ von 1928
Nachdem sich der 19jährige Schneider 1922 in der Nachfolge seines Vaters an einer eigenen Selbsttötung versucht hatte, schrieb er 1928 … Mehr
Michel Foucault über den Friedhof: „In der Epoche, in der die Zivilisation, wie man gemeinhin sagt, ‚atheistisch‘ geworden ist, hat die abendländische Kultur den Kult der Toten installiert.“
Lesenswert ist, was Michel Foucaul 1967 in seinem Aufsatz „Andere Räume“ über den Friedhof und den Tod geschrieben hat: Der … Mehr
Martin Luther, Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder: „Wir Christen aber, die wir von dem allen durch das kostbare Blut des Sohnes Gottes erlöst sind, sollen uns im Glauben üben und gewöhnen, den Tod zu verachten und als einen tiefen, starken, süßen Schlaf anzusehen, den Sarg für nichts anderes als unseres Herrn Christi Schoß oder Paradies, das Grab für nichts anderes als einen weichen Pfuhl oder Ruhebett zu halten. So ist es ja vor Gott in Wahrheit, wie er spricht: »Lazarus, unser Freund, schläft.« Und: »Das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft.«“
Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder (1542) Dem christlichen Leser D. Martin Luther St. Paulus schreibt denen zu Thessalonich, daß … Mehr
Ernst Munzingers Gebetsgedicht „Versprich mir eins“ aus dem Gefängnis (1944/45): „Durch tiefe Nacht / Werd‘ ich dann zu Dir gehen / Auf müden Sohlen und in aller Not. / Ich werde lang in Deiner Nähe stehen / Und furchtlos harren auf den stummen Tod.“
Ernst Gustav Adolf Munzinger (* 6. Juli 1887 in Riga; † 23. April 1945 in Berlin) kam als Nachrichtenoffizier in … Mehr