Reinhold Schneiders Erinnerung an Jochen Klepper: „Zu meinem Erstaunen entdeckte er in meinen Büchern strenge Katholizität, die ich gar nicht gewollt hatte. An der Wiedererrichtung des Kreuzes in meinem Leben hat er großen Anteil. Mehr kann Freundschaft nicht sein. So waren die Kräfte, von denen wir lebten, die uns leiteten, sehr verschieden; der Anstoß war derselbe: die Zeit, die über allen un­seren Stunden unbeweglich dunkelte. Immer deutlicher legte sie ihm einen ehernen Verzicht auf, wenn er das Letzte: das Haus, die Frau, die Kinder, die Reinheit seines Strebens behaupten wollte.“

Jochen Klepper (1954) Von Reinhold Schneider Allwöchentlich fuhr ich von Potsdam nach Berlin, um in irgend­einer Redaktion einen Aufsatz oder … Mehr

Reinhold Schneider, Die Kranken besuchen (1957): „Die Krankheit verbannt heute ins Krankenhaus, wo ja auch Geburt und Tod geschehen. Über seine Unentbehrlichkeit, seine Hilfsbereitschaft braucht kein Wort mehr gesagt zu werden. Als aber der Kranke von der Familie, inmitten ihres Lebens, respektiert wurde, in ihr seinen Raum hatte, war er gleichsam immer besucht. Heute wird er auf eine bestimmte Weise abge­fertigt; das Krankenhaus ist Autorität, die Familie hat keine Stimme mehr. Aufs höchste sind die Menschen zu bewundern und zu verehren, die in harter Selbstüberwindung in den Kran­kenhäusern behandeln, dienen und pflegen. Aber als Bote des Arztes der Welt, als der War­tende am Teiche in Jerusalem hat der Kranke hier nicht mehr viel zu sagen, wäh­rend er in der Familie so viel zu sagen hatte.“

Die Kranken besuchen (1957) Von Reinhold Schneider Die Kranken besuchen, das heißt: eine echte Beziehung zur Krankheit finden. Das ist … Mehr

Reinhold Schneider, Sonett „An meinen Vater“ (1928): „Der Schwermut Erbe ward mir übermacht, / Es ist mein Untergang und ist mein Lohn; / Wohl fühlte ichs in frühen Tagen schon, / Doch kommts aus frühern, aus des Anfangs Nacht. // Du hast als letzter mir die schwere Fracht / Der Väter auferlegt zu Not und Fron, / Ich will sie tragen, bis zuletzt dein Sohn, / Doch sei in mir das Leid zur Ruh gebracht.“

Nachdem sich der 19jährige Schneider 1922 in der Nachfolge seines Vaters an einer eigenen Selbsttötung versucht hatte, schrieb er 1928 … Mehr

Martin Luther, Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder: „Wir Christen aber, die wir von dem allen durch das kostbare Blut des Sohnes Gottes erlöst sind, sollen uns im Glauben üben und gewöhnen, den Tod zu verachten und als einen tiefen, starken, süßen Schlaf anzusehen, den Sarg für nichts anderes als unseres Herrn Christi Schoß oder Paradies, das Grab für nichts anderes als einen weichen Pfuhl oder Ruhebett zu halten. So ist es ja vor Gott in Wahrheit, wie er spricht: »Lazarus, unser Freund, schläft.« Und: »Das Mädchen ist nicht tot, sondern es schläft.«“

Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder (1542) Dem christlichen Leser D. Martin Luther St. Paulus schreibt denen zu Thessalonich, daß … Mehr

Albrecht Haushoffers Moabiter Sonette (1945) zu Matthias Grünewald, Auferstehung Jesu: „Noch immer Wesen, dennoch grenzenlos, fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß“Nicht Menschenkunst allein hat so gemalt: / Dem Grabesdunkel schwerelos entschwebend, / das Haupt mit goldnem Leuchten rings umwebend. // Von allen Farben geisterhaft umstrahlt, / noch immer Wesen, dennoch grenzenlos, / fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß.Albrecht Haushoffers Moabiter Sonette (1945) zu Matthias Grünewald, Auferstehung Jesu: „Noch immer Wesen, dennoch grenzenlos, fährt Gottes Sohn empor zu Gottes Schoß“

Albrecht Georg Haushofer (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Geograph, Schriftsteller … Mehr