Brief an Karl Barth nach dem Tod seiner Frau Ilse Als seine Frau Ilse (geb. Ehrhardt, 1901-1950) kurz vor Weihnachten … Mehr
Kategorie: Seelsorge
Eduard Thurneysen, Erwägungen zur Seelsorge am Menschen von heute (1969): „Ich bekenne, dass ich Angst habe vor jedem seelsorgerlichen Gespräch, weil ich nicht weiß, ob ich dem Menschen, der jetzt bei mir eintritt, in rechter Weise begegnen kann. Ich denke, dass gerade diese Angst das Zeichen rechter Seelsorge ist. Denn Angst treibt zum Rufe nach Gott. Man bittet ihn in ganz bestimmten Augenblicken dringend und einfältig darum, dass er uns erleuchten und kräftigen wolle, damit wir andern durch ihn zum Helfer werden können. Wir sollen Widerstand leisten in der Seelsorge gegen alle Fluchtgedanken und alle Verzweiflung, aber auch Ergebung, und zwar Ergebung nicht in den Lauf der Welt und ihre Schicksale, sondern in den Willen Gottes, der geschieht auf Erden wie im Himmel. Das Gebet ist die Tat solchen Widerstandes und solcher Ergebung, und dieses Gebet wird erhört, auch wenn für menschliche Augen alles im Dunkel bleiben sollte. Denn das letzte Wort Gottes ist immer Sieg und Auferstehung.“
Erwägungen zur Seelsorge am Menschen von heute Von Eduard Thurneysen Von was reden wir, wenn wir von Seelsorge sprechen? Es … Mehr
Günther Bornkamm, Nachwort zu Jean Paul, Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei (1947): „In dieser letzten, an die Grenze der Lästerung rührenden Fassung ist sie zur Rede des toten Christus geworden, da dem Atheismus auch das Wort des Bürgen der göttlichen Wahrheit sich in sein Gegenteil verkehrt – bewegend und aufrührend freilich doch darin, dass er als der menschlichste Mensch zum Munde der klagenden Menschheit wird. So muss er, der für den Glauben der Geringsten eintrat und ihre Engel allezeit vor Gottes Angesicht stehen sah, sie in das Nichts hinabsinken lassen. Nun ist die Ewigkeit zur unendlichen Leere geworden, die Welt zum Chaos. das Leben zum flatternden Schatten, das Dasein zur unermeßlichen Einsamkeit: ‚Wie ist jeder so allein in der weiten Leichengruft des Alls!‘ – ‚Ist das neben mir noch ein Mensch? Du Armer! Euer kleines Leben ist der Seufzer der Natur oder nur sein Echo.‘ Und die Kirche auf Erden, die Stätte, da die Welt ihren Grund finden sollte, ist zur Stätte geworden, da sie diesen Grund verliert und ins Bodenlose stürzt.“
Nachwort zu Jean Paul, Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei Von Günther Bornkamm Nach dem … Mehr
Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei als grandioser Alptraum des Atheismus: „Die entfärbten Schatten zerflatterten, wie weißer Dunst, den der Frost gestaltet, im warmen Hauche zerrinnt; und alles wurde leer. Da kamen, schrecklich für das Herz, die gestorbenen Kinder, die im Gottesacker erwacht waren, in den Tempel und warfen sich vor die hohe Gestalt am Altare und sagten: ‚Jesus! haben wir keinen Vater?‘ – Und er antwortete mit strömenden Tränen: ‚Wir sind alle Waisen, ich und ihr, wir sind ohne Vater.’“
Jean Pauls Roman „Siebenkäs“ (Berlin 1796) enthält unter der Abteilung „Erstes Blumenstück“ die berühmte „Rede des toten Christus vom Weltgebäude … Mehr
„Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen“. Von der Auferstehung der Toten in der virtuellen Verstorbenenbegegnung: „Was als Totengedächtnis auf Vergangenes zurückblickt oder in der realen Welt Einwegkommunikation bleibt, ist in einer virtuellen Welt als interaktive Verstorbenenbegegnung machbar. Im Unterschied zum biotechnologischen Wiederbelebungsprojekt, das für einen Verstorbenen bislang als ‚Kryokonservierung‘ bei minus 196 °C in flüssigem Stickstoff endet, kann für Angehörige eines Verstorbenen dessen virtuelles Weiterleben durch eine Smartphone-App möglich werden. Es ist eine Frage der Zeit, bis kommerzielle Anbieter von Verstorbenenkommunikation mit einem Chatbot auf den Markt treten: Gegen eine Gebühr registriert man sich online, hinterlegt ein paar Grunddaten zu sich und zum Verstorbenen, lädt ein Videoclip mit der Stimme des Verstorbenen auf und kann dann das Gespräch mit ihm via einem computergestützten Sprachdialogsystem beginnen. Ein Sprachsynthesizer lässt die Stimme des Verstorbenen täuschend echt wie bei einem Telefonat zur Sprache kommen.“
Von der Auferstehung der Toten in der virtuellen Verstorbenenbegegnung „Der Tod bedeutet gar nichts, ich bin nur in das Zimmer … Mehr
Josef Rast über Reinhold Schneider: „‚Der Zweifel ernährt den Glauben; der Glaube den Zweifel.‘ Schneider sagte aber auch, dass die Vernunft den Glauben keineswegs zerstöre. Viel ernster zu nehmen sei die Krankheit, der Schmerz, der ihn vernichte. Die Krankheit hatte er immer als Ansporn des Fragens nach dem Wesentlichen gewertet und als Anteil an Christi Leiden angenommen. Am Ende aber wurde auch sie zur Versuchung. Er geriet in eine verwirrende Auseinandersetzung mit Gott, als er seinen Zustand mit demjenigen der Zeit identifizierte.“
Reinhold Schneider Von Josef Rast Reinhold Schneider, geboren am 13, Mai 1903 in Baden-Baden. Realschule, Abitur 1921, landwirtschaftlicher Volontär, 1922-28 … Mehr
Johann Baptist Metz: „Die Sinnfrage in der Gestalt der Frage nach der Rettung der ungerecht Leidenden ist die Frage, welche gerade wir Christen immer wieder auf die Tagesordnung unseres aufgeklärtesten und fortgeschrittensten Bewußtseins zu pressen haben.“
Sinn und Subjekt. Theologisch-biographische Notizen zur sogenannten Sinnfrage Von Johann Baptist Metz »Sinn« ist immer dort in Gefahr, wo er … Mehr
Johann Baptist Metz, Die Rede von Gott angesichts der Leidensgeschichte der Welt: „Leiden, das uns schreien oder schließlich kläglich verstummen läßt, kennt keine Hoheit […] Es ist jenes Leid, das ins Nichts führt, wenn es nicht ein Leiden an Gott ist.“
Die Rede von Gott angesichts der Leidensgeschichte der Welt (1992) Von Johann Baptist Metz Zur näheren Erläuterung dieses Themas und … Mehr
Hans Joachim Iwands Predigt über 1 Korinther 15,12-22: „Nicht das Schweigen des Todes sondern das Wort des lebendigen Gottes bestimmt das Ende aller Dinge.“
Gott oder der Tod. Predigt über 1 Korinther 15,12-22 Von Hans Joachim Iwand Zum erstenmal seit jener Nacht, in der … Mehr