Dietrich Bonhoeffer, Uns ist ein Kind geboren. Predigtmeditation über Jesaja 9,5-6 (Weihnachten 1940): „Der heilige Eifer Gottes um seine Sache bürgt dafür, dass dieses Reich in Ewigkeit bleibt und zu seiner letzten Vollendung kommt, aller menschlichen Schuld, allem Widerstand zum Trotz. Ob wir dabei sind oder nicht, darauf wird es nicht ankommen. Gott selbst führt seinen Plan zum Ziel mit uns oder gegen uns. Aber er will, dass wir mit ihm seien. Nicht um seinetwillen, sondern um unsretwillen. Gott mit uns – Immanuel – Jesus – das ist das Geheimnis dieser Heiligen Nacht. Wir aber jubeln: »Uns ist ein Kind gegeben, ein Sohn ist uns geboren.«“

Eindrücklich ist Dietrich Bonhoeffers Predigtmeditation zu Jesaja 9,5-6, die er 1940 auf Weihnachten hin verfasst hat. Mitten in die Kriegssituation … Mehr

Karl Barth, Gottes Geburt (Weihnachten 1962): „Ohne ihr Geheimnis kann die Weihnachtszeit die fröhliche, die selige, die gnadenbringende, von der die Kinder singen, unmöglich sein. Es geht nicht um das «Dogma». Es stünde uns zwar wohl an, mit dem Dogma nicht so leichtfertig und auch nicht so misstrauisch umzugehen, wie es oft geschieht. Man könnte sich — und das wäre besser — durch seinen Lobpreis des wahren Gottes und des wahren Menschen, von dem zum Beispiel eben alle ordentlichen Weihnachtslieder erfüllt sind, auf das Geheimnis der Weihnacht aufmerksam machen lassen. Aber es geht nicht um das Dogma, sondern um das Geheimnis der Weihnacht selbst, das im Dogma doch nur stammelnd angezeigt ist.“

Zu Weihnachten 1962 erschien von Karl Barth in dem vom Migros-Genossenschafts-Bund herausgegebenen Wochenblatt „Wir Brückenbauer“ eine Besinnung, die die Weihnachtsbotschaft … Mehr

„Darum kommt uns das Licht aus der Höhe zur Hilfe …“ (Lukas 1,78) – eine Besinnung zum Advent: „Selbst ein noch so kleines Licht kann nicht unscheinbar aufleuchten. Ist es von Dunkelheit umgeben, wirkt es umso faszinierender. Von daher ist es nachvollziehbar, dass die biblische Botschaft im Advent und an Weihnachten immer auch Licht für sich sprechen lässt.“

„Darum kommt uns das Licht aus der Höhe zur Hilfe …“. Eine Besinnung zum Advent Im Winter vermissen wir sie … Mehr

„Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen“ (2. Korinther 4,6) – eine Besinnung zum Advent: „Wo physikalisches Licht nur äußerlicher Schein sein kann, erhellt das göttliche Licht unsere Herzen innerlich: Jesus Christus, Gottes Sohn Mensch geworden, durchwirkt unser Leben, durchdringt die Finsternis des Todes und der Sünde. Wer ihm Glauben schenkt, für den tut sich vor dem inneren Auge der lichte Gotteshimmel auf.“

„Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen“ – eine Besinnung zum Advent „Es werde Licht!“ So heißt es ganz am Anfang der … Mehr

Hans-Georg Gadamers Vortrag ‚Vom Wort zum Begriff. Die Aufgabe der Hermeneutik als Philosophie‘ bei den Bamberger Hegelwochen 1994: „Es liegt nahe, die Lage der Menschheit für verzweifelt zu halten. Denn am Ende haben wir einen Punkt erreicht, an dem die Selbstzerstörung der Menschheit droht und jedem bewusst werden kann. Ist es da nicht eigentlich eine Aufgabe des Denkens aller, sich klarzumachen, dass Solidarität die Grundvoraussetzung ist, unter der man gemeinsame Überzeugungen, wenn auch nur langsam, miteinander entwickeln kann? Mir scheint, die europäi­sche Zivilisation hat seit den letzten drei Jahrhunderten das Gesetz des Gleichgewichts vernachlässigt. Sie hat in einer bewundernswerten Weise die Wissenschaftskultur und ihre technische und organisato­rische Anwendung zur vollen Entwicklung gebracht.“

Da sind wir vom Erlanger Oberseminar mit Professor Hans G. Ulrich am letzten Novembertag 1994 zu den Bamberger Hegelwochen gefahren, … Mehr

Walter Jens‘ Rezension von Fridolin Stiers Übersetzung des Markus-Evangeliums (1965): „Doch das sind kleine Monenda, Unebenheiten, die nur der mit Nachdruck hervorheben muss, dem, wie mir, diese Übersetzung vom Geist Martin Luthers, von seiner Kenntnis und von seiner Wortgewalt, erfüllt zu sein scheint. Und wieviel theologische Gelehrsamkeit wurde hier eingedeutscht, ohne die Worte des Schriftstellers Markus explikativ zu erweitern! Welcher Laie schließlich weiß schon, dass Jesus, auf Pilatus’ Frage, ob er der König der Juden sei, nicht du sagst es im Sinne von ‚ja‘, sondern das sagst DU antwortet? Theologen und Laien gemeinsam aber haben Grund sich zu freuen; denn es ist keine Kleinigkeit, ein Stück Weltliteratur, ein Evangelium zum ersten Mal in wortwörtlicher Treue lesen zu können.“

Fridolin Stiers Das Neuen Testament, 1989 aus dem Nachlass von Eleonore Beck, Gabriele Miller und Eugen Sitarz herausgegeben, ist als … Mehr

Karl Barths Abschiedspredigt in Safenwil vom 9. Oktober 1921 über 1. Petrus 1,24-25: „Ihr könntet mir sagen, ich sei ein allzu einsamer Mann gewesen, ich sei zu wenig in die Häu­ser und unter die Leute gegangen. Ihr könntet mir zurufen, was ja in einer Zeitung gestanden hat: Er verstand seine Gemeindegenossen nicht, und sie verstanden ihn nicht. Und ich müsste euch zugeben: ja, daran ist etwas, und ich weiss, dass es nicht so hätte sein sollen. Aber was hat mich denn in die Einsamkeit getrieben? Wer hat mir denn etwa das abgenommen, was ich sagen wollte? Wer hat, mich denn verstehen wollen, auch dann, wenn ich mir alle Mühe gab, ihn zu verstehen? Und wieder würden wir wahrscheinlich quitt und könnten nur sagen: Alles Fleisch ist wie Gras.“

Das war’s. Karl Barths gottesdienstlicher Abschied als Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde in Safenwil stand für Sonntag, den 9. Oktober 1921 … Mehr