Claus Westermanns Predigtmeditation über Hiob 14,1-6: „Dann kann man die Verse 1-6 in die Predigt auf­nehmen als das, was sie sind: Worte eines Angefochtenen, der von der in sein Dasein hineinragenden Macht des Todes schwer getroffen und schwer ange­schlagen ist. Man kann dann an diesen Worten Menschen unserer Zeit und unserer Welt deutlich machen, dass ein neutrales, vom Zuschauersitz aus gesprochenes Wort über die Vergänglichkeit des Menschen sehr erbaulich sein kann, aber angesichts der wirklichen Macht des Todes, wie sie hier in Hiobs Leben hinein­wirkt, wertlos ist. Man kann zeigen, wie das hier vom Tod Gesagte wirklich ernst ist, und deshalb auch gefährlich und durchaus anfecht­bar und rebellisch.“

Am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr ist nunmehr Hiob 14,1-6.13.15-17 die alttestamentliche Lesung. Claus Westermann hatte seinerzeit dazu eine Predigtmeditation geschrieben, … Mehr

Über die intratextuelle Einlegung in die Heilige Schrift: „Wer sich vom göttlichen Erzählgeschehen der Heiligen Schrift vereinnahmen lässt, von dem was der Gott an Israel und in seinem Sohn Jesus Christus zu unserem Heil getan hat, dem öff­net sich der Himmel, dem sagt sich der Geist der Wahrheit zu, der liest seinen eigenen Namen im göttlichen Buch des Lebens, das mit dem Blut des Lammes signiert ist. Wie hoffnungslos hingegen ist eine biblische Textauslegung, bei der der Mensch in seinem Selbstverständnis sich selbst überlassen bleibt.“

Intratextuelle Einlegung in die Heilige Schrift Die Schlüsselszene im Neuen Testament in Sachen Bibelverständnis findet sich in der Apos­tel­geschichte im … Mehr

Hans Christoph Hahn, Über Freimut und Zuversicht im Neuen Testament: „Die parrēsía Jesu findet ihre Fortsetzung in dem entschiedenen Zeugnis der Apostel. Im­mer wieder weiß die Apostelgeschichte davon zu berichten, dass Petrus, Paulus oder andere Männer auftraten und furchtlos Juden oder Heiden gegenüber die Taten Gottes verkün­deten. Dieser Verwunderung, Spaltung und Verfol­gung hervorrufende Freimut ist freilich keine dem Menschen verfügbare Größe, sondern eine Frucht des Heiligen Geistes, die immer wieder erbeten werden muss. So wird die parrēsía des Zeugen auch bei Paulus und Johannes gesehen. Sie kenn­zeichnet den Vollzug der rechten Predigt von dem Geheimnis des Evangeliums, die Ver­herrlichung Christi mit Leib und Seele. Da die Bewährung etwa in Gefangen­schaft gefordert wird, gewinnt parrēsía geradezu die Bedeutung Kühnheit, Mut. Solchen Mut aber hat der Mensch nicht aus sich her­aus, sondern nur in Gott bzw. in Christus.“

Parrhesia, auf Deutsch „Freimut“ bzw. „Zuversicht“ ist ein neutestamentlicher Begriff, der für die politische Ethik eine besondere Relevanz hat, auch … Mehr