Fridolin Stiers biblische Meditation ‚Jakob ward Israel‘: „Das ist die Antwort auf Jakobs Gebet: Gott sagt sich nur dann einem, der mit ihm ringt, zu, der sich von Jakob zu Israel gewandelt hat. Die Geschichte Jakobs, seiner Untaten und seiner Wandlung hat die Tiefe eines Typos. In ihr soll sich das dem Erzähler zeitgenös­sische Israel der Königszeit erkennen als das Volk, das die Wege Jakobs wandelt. Diese machtstolze Zeit ist gewarnt, vor dem Wahn aus eigener Kraft ihr Heil wirken zu können. Der Weg führt in die Nacht des Gerichtes und in die Vernichtung, wenn Jakob sich nicht zu Israel wandelt.“

Vom Tübinger Alttestamentler Fridolin Stier stammt eine kleine biblische Meditation über Jakob, die 1962 in der Zeitschrift „Geist und Leben“ … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Betrachtung zu Ostern: Auferstehung (1940): „Die Auferstehung Jesu Christi ist Gottes Ja zur Kreatur. Nicht Zerstörung, sondern Neu­schöpfung der Leiblichkeit geschieht hier. Der Leib Jesu geht aus dem Grabe hervor, und das Grab ist leer. Wie es möglich, wie es zu denken ist, dass der sterbliche und verwesliche Leib nun als der unsterbliche, unverwesliche, verklärte Leib da ist, bleibt uns verschlossen. Nichts vielleicht wird durch die Verschiedenartigkeit der Berichte über die Begegnung des Aufer­standenen mit den Jüngern so deutlich, wie dies, dass wir uns über die neue Leiblichkeit des Auferstandenen keine Vorstellung zu machen vermögen. Wir wissen, es ist derselbe Leib – denn das Grab ist leer; und es ist ein neuer Leib – denn das Grab ist leer.“

Im März 1940 schrieb Dietrich Blonhoeffer in einer hektographierte Beilage für den monatlichen Rundbrief des pommerschen Bruderrates der Bekennenden Kirche … Mehr

‚Bei dir ist die Quelle des Lebens‘: „Die Natur kennt nur vergängliche Generationen – ein Werden und Vergehen ohne ein Danach. Uns aber führt das Osterevangelium weiter: Jesus Christus, Gottes Sohn, am Kreuz gestorben und begraben, ist von den Toten leibhaftig auferstanden. Mit Ostern ist der Vergänglichkeitslauf der Natur aufgehoben. Die Schöpfung ist durch Christus nicht auf den Tod ausgerichtet, sondern auf das ewige Leben beim dreieinigen Gott.“

„Bei dir ist die Quelle des Lebens“ Im Frühling macht uns die Natur das Leben leichter. Wo saftiges Grün und … Mehr

Alfons Deissler über das Ethos des Alten Testaments: „Auf die bundeswillige personale Zukehr Gottes zum Menschen soll der Mensch (‚als Partner Gottes‘) antwortend sich verwirklichen in einem tätigen ‚Ja‘ zu JHWH u. damit ‚in, durch und mit JHWH‘ sich der Welt und der menschlichen Gemeinschaft zukehren in Gesinnung, Wort u. Tat. Damit werden ‚Weltdienst‘ und ‚Menschendienst‘ im Alten Testament in den Rang des ‚JHWH-Dienstes‘ er­hoben.“

Ethos des Alten Testaments Von Alfons Deissler Religionsgeschichtlich wird die „Existenz Israels vor JHWH“ mit Recht als „ethische Reli­gion“ gekennzeichnet. … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Predigtmeditation über Johannes 10,11-16 (1940): „Nicht jeder, der flieht, ist ein Mietling, aber gewiss ist es, dass jeder Mietling flieht. Auch das ist Flucht, wenn man schweigt, wo man reden sollte, wenn man unterlässt, was man tun sollte. So gewiss der gute Hirte für seine Schafe stirbt, so gewiss flieht der Mietling. Auch der treueste Pastor ist nicht der gute Hirte; aber weil er weiß, dass ’seine‘ Gemeinde nicht seine, sondern des Herrn Jesu eigene Gemeinde ist und dass Jesus für diese Gemeinde gestorben ist und allein ihr guter Hirte ist, so lässt er Jesus weiter allein den guten Hirten seiner Gemeinde sein und flieht nicht. Der Pastor aber, dem sein Amt, der sich selbst, dem sein Gewinn wichtiger ist als die Gemeinde des guten Hirten, der ist ein Mietling und flieht, manchmal vielleicht gerade, indem er bei ’seiner‘ Gemeinde, die er für sein Eigentum hält, bleibt.“

Für das Evangelium zum Sonntag Misericordias Domini hatte Dietrich Bonhoeffer 1940 folgende Predigtmeditation verfasst, die in dem von Georg Eichholz … Mehr