Julius Schniewind, Evangelische Metanoia (1935): „Bei Jesus ist, nun anders als beim Täufer, der Bußruf schrankenlos Evan­gelium, Freudenwort. Umkehr ist Freude, Gott recht geben ist Freude. Bei den Umkehrenden beginnt die Freude der messianischen Zeit, die Hochzeit, das Freuden-Mahl. Es ist Freude, daß von Gott her die Dinge zurecht gebracht werden, die verwirrt und ver­kehrt waren. Ja, der Bußruf selbst ist Freude.“

Der Neutestamentler Julius Schniewind (1883-1948) war es, der auf die Missverständlichkeit von „Buße“ aufmerksam gemacht und das Evangelium mit der … Mehr

Helmut Tacke über Glaube und Anfechtung (1987): „Das Bild und der Vorgang des ›Herausforderns‹ macht an­schaulich, dass sich der Glaube nicht bei sich selbst verber­gen kann, sondern dass er sich den konkreten Widerfahrnissen des Lebens aussetzen muss. Der Glaube an den in Christus offenbaren Gott ist keine religiöse Provinz, kei­ne unangreifbare Ideologie, sondern ist eine Erkenntnis in Spannung zu anderer Erkenntnis und eine Kraft in der Be­gegnung mit anderen Kräften. Aus diesem Grunde ist der Glaube auch verwundbar, anfechtbar. Eine »feste Burg« (Ps 46) wird nur Gott selbst genannt, nicht unser Glaube.“

Da war Helmut Tacke schon krankheitsbedingt aus dem aktiven Pfarrdienst ausgeschieden, als er ein Jahr vor seinem Tod 1988 in … Mehr

Helmut Tacke, Weihnachtspredigt über Kolosser 2,3 (1985): „Bei ihm sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Das Jesuskind ist ein reiches Kind. Arm ist die Krippe, aber reich ist der Schatz in dieser Krippe. Ein Schatz, der alle Weisheit und Erkenntnis umfasst. Meist wird die Armut Jesu betont. Aber heute geht es um seinen Reichtum. Ich habe allen Grund, mich zu einer kühnen Interpretation aufzuschwingen und zu sagen: Alles Denken und Forschen der Menschheit ist christuszentriert. Alle Wissenschaft sammelt sich bei ihm.“

Über die Weihnachtspredigt Helmut Tackes, gehalten 1985 in London, schreibt Christian Möller zu Recht: „Die Weihnachtspredigt über Kolosser 2,3 scheint … Mehr

Hans Joachim Iwands Adventspredigt vom 18. Dezember 1943 über Lukas 1,67-79: „Wer nicht jemals schon empfunden hat, daß Gott schweigt, der wird auch nie begreifen, daß er redet. Wer nie darüber fast zerbrochen ist, daß Gott sich von seinem Volk entfernt hat; wer nie darauf gewartet hat, daß ein Frühling einbrechen würde über dem Volk Gottes, dem wird auch nie der Tag kommen, da seine Zuge gelöst wird und er loben kann.“

Im Benedictus, dem Lobgesang des  Zacharias, ist von der herzlichen Barmherzigkeit unseres Gottes die Rede, „durch die uns besuchen wird … Mehr

„Der Tod und die Hölle gaben die Toten heraus, die darin waren …“ – wie die Luther-Bibel 2017 alle Verstorbenen in die Hölle schickt: „Allgemein wird im Neuen Testament die Unterwelt (hádēs) entsprechend der hebräischen šeōl als strafneutrales, wenn auch gottfernes Totenreich vorgestellt. Wenn gegenwärtig – egal ob in der Kirche oder in der Gesellschaft – von „Hölle“ die Rede ist, sind damit untrennbar Vorstellungen von Strafe bzw. von leiblichen Qualen verbunden. Von daher ist nicht nachvollziehbar, dass nun die Luther-Bibel 2017 entgegen dem ökumenischen Konsens die begriffliche Differenzierung zwischen Totenreich (bzw. Unterwelt) und Hölle im Neuen Testament zurücknimmt. Folgt man dieser Übersetzung, müsste man verstorbenen Menschen an Stelle einer Totenruhe (bis zum Jüngsten Gericht) generell postmortale Höllenqualen in Aussicht stellen.“

„Der Tod und die Hölle gaben die Toten heraus, die darin waren …“ – wie die neue Luther-Bibel 2017 alle … Mehr