Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955): „Jesus sieht uns – die Kirchenmänner und Theologen – in unserer Frömmigkeit und Lehrgerechtigkeit, befleckt mit dem Blute dieser an ihrem Gewissen Verletz­ten. Wer so diesen Text liest, der kann wirklich nur noch erschrecken, denn ‚da ist keiner, der das Rechte täte, auch nicht einer‘ (Röm. 3,12). Wir leben miteinander, aber wir leben nicht wahrhaft miteinander. Der Mensch ist des Menschen größter Feind geworden. Darum reicht aus diesem innersten Bezirk der neuen Gottesge­rechtigkeit der Bogen hinein in die aktuelle Problematik. Wer Jesu Worte wirklich vernimmt, kann am ‚kalten‘ Kriege nicht mehr teilnehmen, sondern er muss teil­nehmen mit heißem Herzen und allem Tun, das dem Schutz des Lebens, der Frei­heit der Bildung und der offenen Türe zum Evangelium von Gottes freier Gnade dienlich ist.“

Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955)[1] Von Hans Joachim Iwand Hier haben wir wahrscheinlich das eigentliche Thema der ursprünglichen Bergpredigt.Johannes Weiß … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Zur biblischen Hermeneutik (1958): „Die ganze Prunkparade der Weltanschauungen und das Gebäude der Ideologien sind durch die Tat Gottes relativiert; der Appell der Liebe geht über alle, auch die christliche, Zuschauer­weisheit hinweg unmittelbar zum Herzen, auch zu dem der Widerstrebenden. Was man wohl einmal in Verblendung von der modernen Welt gesagt hat, daß sie Gott gegenüber nichts liefere als den «Tatbeweis der Indifferenz», kann kein Ernst sein und zu keinem Resultat führen.“

Zur biblischen Hermeneutik Von Kornelis Heiko Miskotte Vorbemerkung Die vier Vorträge über «Biblische Hermeneutik» wurden im Oktober und No­vember 1957 … Mehr

Helmut Gollwitzer, Kornelis Heiko Miskotte zum 75. Geburtstag (1969): „Hier geschieht wirklich Konfrontation, Begegnung, auch Zusammenstoß, dem der Zusammenstoß im Herzen und Kopf des Redners vorhergegangen war. Aber die Fronten bleiben nicht starr, sie ringen miteinander; das Ringen ist echt, atemlos wird der Hörer dessen Zeuge, bleibt aber nicht nur Zuschauer, sondern hört den Redner als seinen Vertreter, ist selbst zusammen mit dem Redner der Schauplatz dieses Ringens. Und dann geschieht immer wieder, wie in der Morgenfrühe am Jabbok nach Jakobs Kampf, der Sieg der Freude, das Aufatmen, das große Hineinstaunen in die Ewigkeit, in die Wirklichkeit des Gottes, von dem die biblischen Worte sprechen, als eine Wirklichkeit des Lichtes, trotz ihrer Rätselhaftigkeit, über ihre Rätselhaftigkeit hinaus. Es wird nichts erspart, nichts geschenkt, nichts verharmlost; intellektuelle Anstrengung wird gefordert, emotionale Erregung nicht gescheut.“

Kornelis Heiko Miskotte zum 75. Geburtstag[1] Von Helmut Gollwitzer Kleine Völker können eine große Sendung für die anderen haben. An … Mehr

Hans Werner Hoffmann, Alttestamentliche Predigttexte zu weiteren Festen und Gedenktagen philologisch erschlossen: „(1) Hört, ihr Inseln/Gestade, auf mich, und merkt auf, ihr Nationen in der Ferne! JHWH hat mich von Mutterleib an berufen, hat vom Leib/Schoß« meiner Mutter« an meinen Namen genannt/kundgetan. (2) [Und] er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, im Schatten sei­ner Hand hat er mich versteckt, und er hat mich zu einem scharfen Pfeil ge­macht, in seinem Köcher hat er mich verborgen. (3) [Und] er hat zu mir gesagt: Mein Knecht bist du, Israel, an dir / durch dich werde/will ich mich verherrlichen. (4) Ich aber dachte: Umsonst habe ich mich bemüht, für nichts und vergeblich habe ich meine Kraft aufgebraucht/vertan. Doch das Urteil über mich ist/liegt bei JHWH und mein Lohn bei meinem Gott.“

Mein Hebräischlehrer Prof. Dr. Hans Werner Hoffmann hat nun mit dem Band „Alttestamentliche Predigttexte zu weiteren Festen und Gedenktagen philologisch … Mehr

Walter Brueggemann, Kein Regen auf dem Land. Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Die Verse 1-6 sind die Klage, die das Unheil schildert. Die geschilderte Situation ist eine schwere Dürre, die das Land vertrocknen lässt und die Schöpfung dahinschwinden lässt. Die Krise ist für die Bauern am unmittelbarsten, denn die Tiere sind auf Gras angewiesen, das vertrocknet ist. Die Schwere der Dürre zeigt sich darin, dass sie nun nicht nur die Randgruppen der Gesellschaft betrifft, sondern sogar die Vornehmen, die immer die beste Wasserversorgung haben. Die Verwüstung durch die Dürre wird in einem klingenden Wiederholungsschema laut: „kein Wasser“ (V. 3), „kein Regen“ (V. 4), „kein Gras“ (V. 5), „kein Kraut“ (V. 6). Die Esel und Schakale, die an das Nahrungssuchen gewöhnten Tiere, sind in Not. Die Dürre bringt die sozialen Prozesse der Gemeinschaft zum Erliegen, denn nun haben Vornehme, Bauern, Kühe, Esel und Schakale alle etwas gemeinsam. Das Leben ist für sie alle bedroht.“

Kein Regen auf dem Land. Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Walter Brueggemann 1 Ein Wort des HERRN, das an Jeremia … Mehr

Helmut Tacke, »Verheißung« in den Predigtmeditationen Hans Joachim Iwands: „Die Verheißung bleibende Verheißung braucht das Wort, um sich der angefochtenen Gemeinde mitzuteilen. In einer anderen Gestalt als der des Wortes will die Verheißung dem Menschen nicht begegnen. Das verhei­ßende Wort ist verglichen mit der breiten Skala religionspsychologisch erschlossener Erfahrungen ein relativ sprödes Instrument der Kommunika­tion. Aus dem Beziehungsfeld Wort-Glaube entspringen Unruhe, Vorfreu­de, Erwartung und Mut, aber keine Zustände religiöser Erhebungen oder Versenkungen, in denen der Mensch sich selbst zur Erbauung wird.“

»Verheißung« in den Predigtmeditationen Hans Joachim Iwands Von Helmut Tacke Einzusetzen ist am besten bei einem Abschnitt, der durch seine … Mehr

Hermann Diem, Predigtmeditation zu Lukas 18,9–14 (1953): „Aber beachten wir: der Pharisäer im Gleichnis hat Gott auch gedankt, und zwar auch für seine Fortschritte in der Heiligung. Es ist sogar erstaunlich, wofür er alles danken konnte. Er hat durchaus den richtigen Maßstab für seine Selbstprüfung: die Zehn Gebote. Und wir haben keinerlei Recht zu der Annahme, dass es etwa nur Heuchelei gewesen wäre, die ihn für seine Erfüllung der Gebote danken ließ. Wir wollen uns lieber fragen lassen, ob es mit unserer Gesetzeserfüllung so gut bestellt ist wie mit der seinen. Und wofür dankt er? Dass er nicht ist wie die anderen Leute, die nach den Geboten Gottes nichts fragen, wie z. B. dieser Zöllner hier? Das scheint doch ein sehr frommes Gebet zu sein. Wer von uns hat denn Gott schon dafür gedankt, wenn er vor dem Weg des Zöllners bewahrt blieb? Was ist dem Pharisäer denn eigentlich vorzuwerfen?“

Predigtmeditation zu Lukas 18,9–14 Von Hermann Diem Dass Jesus die Geschichte ein „Gleichnis“ nennt, ermahnt uns, sie in der Gezieltheit … Mehr

Gerhard von Rad, Erwägungen zum Prediger Salomo (1941): „So ist Kohelet dem unenträtselbaren Geheimnis der Dinge und Geschehnisse deckungslos ausgeliefert. Es fehlt ihm das Wort Gottes, eine direkte Anrede von Gott her; den Weg zu Hiob 42,1—5 ist er nicht geführt worden. Eine merkwürdige Inkonsequenz liegt allerdings darin, dass Kohelet von seiner radi­kalen Skepsis aus doch nicht den letzten Schritt zum Nihilismus, zum völligen Bankrott des Glaubens getan hat. Darin haben ihn, wie wir sahen, einige Reste des alten Gemeindeglaubens bewahrt; er wird trotz all seines Kampfes gegen die weisheitliche Tradition doch gerade von ihr noch über dem Abgrund gehalten.“

Erwägungen zum Prediger Salomo. Im Anschluß an den Kommentar von Kurt Galling Von Gerhard von Rad Handbuch zum Alten Testament … Mehr