Schalom Ben Chorin, Kritik des Esther-Buches. Eine theologische Streitschrift (1938): „Aber zurück zum Amtsantritt Mardochais. Was tut er? Verzeiht er grossmütig seinen Feinden und amnestiert begangene Gewalttaten? Nichts dergleichen. Mardochai macht Revolution mit Erlaubnis der Obrigkeit. Das ist die peinlichste Art von Terror, die man sich denken kann: Terror ohne Risiko. Ein Pogrom, der von der Regierung ge­deckt wird, ist um nichts besser, wenn er von Juden begangen wird. Das haben uns die Antisemiten des öfteren schon vorgeworfen. Und wir haben nichts anderes tun können als lendenlahm einzuwenden, dass die Sache verjährt sei. Sie ist leider nicht verjährt. Sie wäre verjährt, tausendmal schon, begingen wir nicht jedes Jahr wieder Purim und identifizierten uns damit mit den jüdischen Pogrom-Helden von damals.“

Kritik des Esther-Buches. Eine theologische Streitschrift (1938) Von Schalom Ben Chorin I Ich schlage vor, das Purim-Fest vom jüdischen Kalender … Mehr