Terence E. Fretheim zu Jeremia 31,31-34 (Der Neue Bund): „Eine beziehungsförmige Erkenntnis des HERRN und eine einseitige, bedingungslose göttliche Vergebung sind das Herz und die Seele dieses Neuen Bundes; sie ermöglichen ein fortwährendes Leben in Beziehung mit Gott und bieten dessen fortwährende Grundlage. Israels Vergangenheit wird wahrhaft vergangen sein, wird nie mehr über dem Volk hängen; nie mehr werden sie sich fragen müssen, ob Gott sich wieder an ihre Sünden erinnern werde. In der Formulierung ‚vom Kleinsten bis zum Größten‘ ist eine Demokratisierung des Volkes im Blick. Niemand wird einen besonderen Zugang zur Erkenntnis Gottes oder zur Vergebung der Sünden haben.“

Kommentar zu Jeremia 31,31-34 (Der Neue Bund) Von Terence E. Fretheim Dies ist ein klassischer Text. Er wird in mehreren … Mehr

Walter Brueggemann zu Jeremia 31,31-34: „All das Neue ist möglich, weil JHWH vergeben hat. Tatsächlich hängt der Neuanfang im und nach dem Exil von der Bereitschaft JHWHs ab, aus einem System von Belohnungen und Strafen auszubrechen, denn die Missachtung Israels und Judas hätte durch Strafe nie gesühnt werden können. Gott hat den Teufelskreis von Sünde und Strafe durchbrochen; dieser durchbrochene Kreis erlaubt es Israel, an einem anderen Ort mit neuer Möglichkeit neu zu beginnen. Dies ist eine ungewöhnliche Aussage, völlig jüdisch, völlig gnadenerfüllt; von ihr hängt das ganze wiederhergestellte Judentum aus dem Exil ab. Der jüdische Glaube ist tief in der Vergebung verwurzelt.“

Kommentar zu Jeremia 31,31-34 Von Walter Brueggemann Dieses Verheißungswort ist die bekannteste und am meisten vertraute aller Verheißungen Jeremias. Es … Mehr

Gerhard von Rad, Predigtmeditation zu Jeremia 31,31-34: „Gott selbst will den vollkommenen Gehorsam, der den Menschen endlich in Einklang mit seinem Schöpfer bringen wird, wirken. Er will selbst — wie wir auch sagen können — den neuen Men­schen schaffen. Es wird das nicht dadurch geschehen, daß der Mensch mit wunderhaften Kräften und Fähigkeiten ausge­stattet wird, jedenfalls nicht durch eine Befreiung von den Nöten und Grenzen, die ihn jetzt einengen. In erhabener Einseitigkeit wird die Erneuerung des menschlichen Herzens für voll­kommen zu­reichend zur Heilung des gestörten Gottesverhältnisses gehalten — eben dadurch, daß dem Menschen Gottes Gebot ins Herz ge­schrieben wird, so daß er ganz von sich aus nichts anderes als Gottes Willen will, leb ist freilich mehr als unser ‚Herz‘; es ist nach alttestamentlicher Vorstellung nicht nur der Sitz des Gefühls, sondern auch des Verstandes und Willenslebens.“

Im Hinblick auf den alttestamentlichen Predigttext für den sechsten Sonntag nach Ostern (Exaudi) hier eine Predigtmeditation von Gerhard von Rad: … Mehr