Karl Barth, Das Geschenk der Freiheit (1953): „Ein freier Theologe kommt dabei ganz gemächlich und fröhlich von der Bibel her. Nicht weil es ihm durch irgend eine alte oder neue Orthodoxie eingebläut wäre, dass er von dorther zu kommen habe. Nicht weil er muß also, sondern weil es ihm geschenkt und so erlaubt ist, von dorther zu kommen. Nicht weil er nicht auch andere geistliche und weltliche, ernste und aufregende Bücher (und nicht zu vergessen: die Zeitung) läse und zu schätzen wüsste, aber weil er in der Bibel das Zeugnis vom freien Gott und vom freien Menschen hören und als Schüler der Bibel selber ein Zeuge der göttlichen und der menschlichen Freiheit werden darf.“

Neben dem Vortrag „Die Menschlichkeit Gottes“ von 1956 gilt der Vortrag „Das Geschenk der Freiheit“ von 1953 als Schlüsseltext für … Mehr

Karl Barth, Die Menschlichkeit Gottes (1956): „Gottes Menschlichkeit und ihre Erkenntnis ruft nach ei­ner bestimm­ten Haltung und Ausrichtung des christlich-theologischen Denkens und Redens. Es kann sich mit seinem Gegenstand nie im leeren Raum, nie in blo­ßer Theorie beschäftigen. Theologie kann keine in sich ruhenden oder auch be­wegten Wahrheiten feststellen, bedenken und zur Sprache bringen: weder eine abstrakte Wahrheit über Gott, noch eine solche über den Men­schen, noch auch eine solche über den Verkehr zwischen Gott und Mensch. Sie kann nie monolo­gisch konstatieren, reflektieren, referieren. Beiläufig gesagt: es gibt keine theo­logische Bildkunst. Gerade die Menschlichkeit Gottes läßt sich, weil sie ein Ge­schehen ist, nicht bildlich fixieren. Die Grundform der Theologie ist in Entspre­chung zu ihrem Gegenstand das Gebet und die Predigt. Sie kann selber nur dia­logisch sein.“

Karl Barths Vortrag Die Menschlichkeit Gottes, den er am 25. September 1956 auf der Tagung des Schweizerischen Reformierten Pfarrvereins in … Mehr

Karl Kupisch über Christoph Blumhardt: „Blumhardt hatte alles ‚in Gott gesetzt‘. Darum war er ein Mensch von einer Liberalität, wie sie heute kaum noch anzutreffen ist. Diese Freiheit hatte ihre Wurzeln in seiner un­zerstör­baren Hoffnung, dass Gottes Reich kommt. Gott ist nicht gegen, sondern für die Welt, die ihrer Verwandlung entgegengeht. So war seine Verkündi­gung eine Demonstration, deren Wert, wie Eduard Thurneysen sagt, ‚nicht in sichtbaren Resultaten, sondern einzig und allein in dem lag, worauf sie hinwies‘.“

Christoph Blumhardt Von Karl Kupisch Christoph Blumhardts Blick war nicht auf den Protestantismus (oder des­sen Kirchen) ge­richtet, sondern auf das … Mehr