Hans Joachim Iwands „Gürtel“-Predigt über Jeremia 13,1-11 von 1936: „Gott in der Geschichte. — Das, was Jeremias hier seinem Volke vorspielen muß, ist Gott in der Geschichte, aber anders, als Ge­schichtsphilosophen und Heilspropheten von diesem Gott in der Geschichte träumen. Das ist kein Gott, der hinterherkommt, der sein Ja und Amen sagt zu dem, was nun einmal geschehen ist, son­dern sein Wort kommt vorher — und was danach kommt, das ist er selbst.“

Predigt über Jeremia 13,1-11 (Der Gürtel) Von Hans Joachim Iwand «So spricht der Herr zu mir: Gehe hin und kaufe … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 (1950): „Aber dieser Blinde an der Straße, da Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem vorübergeht, nimmt den Augenblick wahr und wird ein Glaubender und weil er ein Glaubender wird, so kann er bitten, und weil er sich nicht schämt, Jesus zu bitten, schreit er laut und vernehmlich um Erbarmen! Er durchbricht das verstockte Schweigen aller derer, die Jesus nicht verstehen, er schreit. Er breitet sein Elend vor dem Herrn aus. Er wirft es ihm vor die Füße und lässt ihn nicht vorüber. Nicht zufällig steht diese Geschichte vom blinden Bettler gerade in dem Kapitel, das auch das Gleichnis von der bittenden Witwe und vom Zöllnergebet enthält. Der Blinde ist nicht nur ein Bild des in die Finsternis gestoßenen Menschen, sondern er ist zu­gleich ein Vorbild des aus der Finsternis herausgerissenen, geretteten, um seines Glaubens willen befreiten Menschen. Er ist ein Zeichen dafür, dass ‚bei Gott möglich ist, was bei den Menschen nicht möglich ist‘.“

Eine höchst anspruchsvolle Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 hatte Hans Joachim Iwand 1950 für den Sonntag Estomihi geschrieben: Predigtmeditation zu Lukas … Mehr

Gerhard von Rad, Predigt über Matthäus 20,1-15 (Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg): „Hier wird aus einer tiefen Solidarität heraus geurteilt. Dieses Offen­lassen des Letzten, diese verborgene Brüderlichkeit, die ist unter dem Schatten eines rein moralischen Gesetzes, eines nur menschli­chen Urteilens unmöglich, die gibt es nur da, wo man etwas von der anderen Wertung, von den Maßstäben des himmlischen Hausvaters weiß. Der wird am Ende allein recht behalten. Und er spricht auch! zu jedem von uns: »Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht.« Amen.“

Im Kontext des Alten Testaments hatte Gerhad von Rad 1955 über Jesu Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg wie folgt … Mehr

Dietrich Bonhoeffers Predigt zu Markus 9,23-24 (Heilung eines besessenen Knaben): „Wenn du glauben könntest, ja, dann wäre die Hilfe schon da. Dann ist dir nichts mehr unmöglich. Wie oft graust es uns dann vor unserer eigenen Glaubenslosigkeit. Ach, wenn ich nur glauben könnte! Am Krankenbett, am Totenbett, am Rand der Verzweiflung an mir und anderen schreit es förmlich in mir auf: ach, wenn ich nur glauben könnte!“

Predigt zu Markus 9,23-24 Von Dietrich Bonhoeffer Markus 9, 23-24: Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der … Mehr

Eberhard Jüngel, Predigt über Matthäus 3,13-17: „Wasser, das wissen wir, Wasser löscht Feuer. Deshalb, liebe Gemeinde, deshalb begehrt Jesus die Taufe mit Wasser, deshalb steigt er in die Fluten des Jordan. Und mit ihm geht das erwartete und verdiente, das selbst­verschuldete Feuer des Gerichts im Wasser unter. Von nun an wird nicht mehr mit dem Feuer gedroht. Das apokalyptische Spiel mit dem Feuer hat ein Ende. Vom Himmel her kommt eine andere Botschaft.“

Predigt über Matthäus 3, 13-17 (1. Sonntag nach Epiphanias) Von Eberhard Jüngel Die Szene ist kurz, liebe Gemeinde, und die … Mehr

Das große Ja. Adventsansprache von Karl Barth zu 2. Korinter 1,19-20 aus dem Jahr 1959: „Das große Ja ist ein Ja — darum! Ja, du Welt, ja, du Mensch — so lautet es —, darum bist du trotzdem meine liebe Welt, mein lieber Mensch, darum bin ich trotz Allem mit dir einverstan­den, bist du mir trotz Allem recht: Weil ich zuallererst und zuallerletzt Erbarmen mit dir habe. Und ich erbarme mich deiner darum, weil ich dir treu bin und bleibe.“

Das große Ja Von Karl Barth Ja heißt bekanntlich: Einverstanden! Recht so! Ich hatte einen kleinen Großsohn — er ist … Mehr

Karl Barths „Frohe Botschaft“ zu Weihnachten 1946: „Am schwierigsten sind wohl die Tiefsinnigen dran, die irgendeine Idee von Erziehung und Weltverbesserung im Kopf haben und der Meinung sind, die beste und einzig richtige Weihnachtsfeier für jedermann würde darin bestehen, dass er sich diese seine Idee auch durch den Kopf gehen lasse.“

Frohe Botschaft zu Weihnachten 1946 Von Karl Barth Ich stelle mir die Menschen vor, die diese Weihnachtsnummer der «Schweizer Illustrierten … Mehr

„Euch ist heute der Heiland geboren“ – Karl Barths Predigt über Lukas 2, 10-11 (Weihnachten 1954, Strafanstalt Basel): „Und nun heißt es: Euch heute der Heiland! Das ist der Kern der Weihnachtsgeschichte: Euch ist heute der Heiland geboren! Dazu müsste man Vieles sagen, ich will jetzt aber nur etwas herausgreifen: Wovon redet dieser Name: Heiland? — Der Heiland, das ist der, der uns Heil bringt und also das, was uns hilft und heilsam ist. Er ist der Helfer, der Befreier, der Erretter, wie kein Mensch, sondern wie nur Gott es für uns sein kann und ist: der Befreier, der Helfer, der Erret­ter aus aller Not, in der wir verloren wären ohne ihn. Nun aber sind wir nicht verloren, denn Er ist da als der Heiland.“

Von 1954 an hatte Karl Barth hin und wieder in der Strafanstalt Basel gepredigt. Hier seine erste Weihnachtspredigt über Lukas … Mehr

Reinhold Schneider, Rundfunkansprache „Begnadete Nacht“ vom 25. Dezember 1952: „Hier geht es einfach um Glauben, eine ringende, fast zerbrechende Kraft, die viel­leicht gerade stirbt in der Heiligen Nacht, weil sie von ihr über­fordert wird. Was ist damit gewonnen, dass wir die Frie­densbotschaft der Engel wiederholen! Was sind uns denn Engel! Wirklich schreckliche Boten, in Wahrheit Wirkkräfte, die, in erha­bener Stufenordnung, die Gestirne leiten, die Mächte des Weltalls regieren, auf Gottes Wort warten, ihn preisen, ihn anschaun? Ringender Glaube hat keinen Frieden in der Heiligen Nacht. Er kann sich ja nicht in einem Gespinst von Licht und Wärme verfangen lassen; er kann sich nicht einen Augenblick täuschen lassen über den Grund, auf dem er steht, nicht darüber, dass der Reiter, der über den Bodensee ritt, sein Symbol ist und bleibt; dass er gerade dann zusam­menbrechen kann, wenn er die Lichter der Gottesstadt er­blickt, nachdem das Herz so lange aushielt in der Eiseswüste der Zeit. Friede auf Erden: gewiss. Wer wünscht ihn nicht? Aber was soll er denn sein, wenn es nicht ein mit äußerster Kraft errungener Friede ist: Friede in uns, der immer wieder erzittert; Friede, den wir in die Welt tragen sollen und noch nicht einmal sicher in uns haben; Friede, von dem wir geste­hen müssen, dass er die zweifelhafteste aller Hoffnungen ist, eine Gabe, die uns in den Händen zerbricht, wenn wir sie weiter­reichen wollen, ein Glas, das zerspringt, sobald wir es an die Lippen führen.“

Begnadete Nacht Von Reinhold Schneider Der Stern, der die Weisen führte und über Bethlehem stehen blieb, ist der Gruß des … Mehr