Martin Luther über das Richten in seiner Predigt zu Lukas 6,36-42 von 1529: „Je frömmer und weiser einer ist, je mehr richtet er und hat kein barmher­zig Herz gegen die Sünde, alle misst er nach seiner eigenen Regel. Wenn man einen anders leben sieht als man selber lebt oder in Sünde fallen sieht, so lacht man und hat seine Freude dran. Also hat kein Herz Barmherzigkeit, wenn nicht der Glaube an Jesus Christus in ihm ist.“

Predigt über Lukas 6,36-42 „Richtet nicht!“ (1529) Von Martin Luther Vergeben, nicht richten, nicht verdammen sind die inneren, Geben die … Mehr

Gerhard von Rads Auslegung von Psalm 90: „Unser Psalm weiß, dass der Mensch sich nie vermessen soll, das Bild, das Gott von ihm hat, zu kennen, und dass unter allen Umständen die göttlichen Maßstäbe entscheiden und nicht das Gutdünken des Menschen. Es geht also um eine auf ihre Weise großartige Bereitschaft, vor der Gottheit mit aller menschlichen Weisheit — zu scheitern.“

Nachdem im neuen Perikopenbuch Psalm 90 in der sechsten Reihe als Predigttext für den letzten Sonntag im Kirchenjahr (Totensonntag) vorgesehen … Mehr

Helmut Gollwitzers Predigt über Lukas 9,57-62 von 1939: „Wo ein Mensch pflügt, da muß er voraus aufs Ziel sehen, auf das Ende des Ackers, und wenn er sich umwendet und zurückwinkt und an einen denkt, der hinter ihm am Ende des Ackers steht, dann wird die Furche krumm, und der Pflug gräbt nicht tief genug. Ihr, sagt Jesus, seid Pflüger im Reich Gottes, Eure Furche muss gerade und tief werden, die ihr aufpflügt in dem Volk, das euch hört. Darum, eben darum darf kein Mensch, dem die Verkündigung Christi aufgetragen ist, darf also kein Christ nach links oder nach rechts sehen oder sich umwenden. Darum ist das Volk, das wir pflügen sollen, nicht Maßstab. Grenze und Ziel, sondern Raum, darin die große Ackerarbeit des Evangeliums geschieht. Einfältige Herzen braucht es, deren Augen einfältig auf das Ziel gerichtet sind.“

Nachdem Martin Niemöller am 1. Juli 1937 verhaftet worden war, übernahm Helmut Gollwitzer dessen Predigtdienst in Berlin-Dahlem. Von ihm stammt … Mehr

Hans Joachim Iwands „Gürtel“-Predigt über Jeremia 13,1-11 von 1936: „Gott in der Geschichte. — Das, was Jeremias hier seinem Volke vorspielen muß, ist Gott in der Geschichte, aber anders, als Ge­schichtsphilosophen und Heilspropheten von diesem Gott in der Geschichte träumen. Das ist kein Gott, der hinterherkommt, der sein Ja und Amen sagt zu dem, was nun einmal geschehen ist, son­dern sein Wort kommt vorher — und was danach kommt, das ist er selbst.“

Predigt über Jeremia 13,1-11 (Der Gürtel) Von Hans Joachim Iwand «So spricht der Herr zu mir: Gehe hin und kaufe … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 (1950): „Aber dieser Blinde an der Straße, da Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem vorübergeht, nimmt den Augenblick wahr und wird ein Glaubender und weil er ein Glaubender wird, so kann er bitten, und weil er sich nicht schämt, Jesus zu bitten, schreit er laut und vernehmlich um Erbarmen! Er durchbricht das verstockte Schweigen aller derer, die Jesus nicht verstehen, er schreit. Er breitet sein Elend vor dem Herrn aus. Er wirft es ihm vor die Füße und lässt ihn nicht vorüber. Nicht zufällig steht diese Geschichte vom blinden Bettler gerade in dem Kapitel, das auch das Gleichnis von der bittenden Witwe und vom Zöllnergebet enthält. Der Blinde ist nicht nur ein Bild des in die Finsternis gestoßenen Menschen, sondern er ist zu­gleich ein Vorbild des aus der Finsternis herausgerissenen, geretteten, um seines Glaubens willen befreiten Menschen. Er ist ein Zeichen dafür, dass ‚bei Gott möglich ist, was bei den Menschen nicht möglich ist‘.“

Eine höchst anspruchsvolle Predigtmeditation zu Lukas 18,31-43 hatte Hans Joachim Iwand 1950 für den Sonntag Estomihi geschrieben: Predigtmeditation zu Lukas … Mehr

Gerhard von Rad, Predigt über Matthäus 20,1-15 (Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg): „Hier wird aus einer tiefen Solidarität heraus geurteilt. Dieses Offen­lassen des Letzten, diese verborgene Brüderlichkeit, die ist unter dem Schatten eines rein moralischen Gesetzes, eines nur menschli­chen Urteilens unmöglich, die gibt es nur da, wo man etwas von der anderen Wertung, von den Maßstäben des himmlischen Hausvaters weiß. Der wird am Ende allein recht behalten. Und er spricht auch! zu jedem von uns: »Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht.« Amen.“

Im Kontext des Alten Testaments hatte Gerhad von Rad 1955 über Jesu Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg wie folgt … Mehr

Dietrich Bonhoeffers Predigt zu Markus 9,23-24 (Heilung eines besessenen Knaben): „Wenn du glauben könntest, ja, dann wäre die Hilfe schon da. Dann ist dir nichts mehr unmöglich. Wie oft graust es uns dann vor unserer eigenen Glaubenslosigkeit. Ach, wenn ich nur glauben könnte! Am Krankenbett, am Totenbett, am Rand der Verzweiflung an mir und anderen schreit es förmlich in mir auf: ach, wenn ich nur glauben könnte!“

Predigt zu Markus 9,23-24 Von Dietrich Bonhoeffer Markus 9, 23-24: Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der … Mehr

Eberhard Jüngel, Predigt über Matthäus 3,13-17: „Wasser, das wissen wir, Wasser löscht Feuer. Deshalb, liebe Gemeinde, deshalb begehrt Jesus die Taufe mit Wasser, deshalb steigt er in die Fluten des Jordan. Und mit ihm geht das erwartete und verdiente, das selbst­verschuldete Feuer des Gerichts im Wasser unter. Von nun an wird nicht mehr mit dem Feuer gedroht. Das apokalyptische Spiel mit dem Feuer hat ein Ende. Vom Himmel her kommt eine andere Botschaft.“

Predigt über Matthäus 3, 13-17 (1. Sonntag nach Epiphanias) Von Eberhard Jüngel Die Szene ist kurz, liebe Gemeinde, und die … Mehr

Das große Ja. Adventsansprache von Karl Barth zu 2. Korinter 1,19-20 aus dem Jahr 1959: „Das große Ja ist ein Ja — darum! Ja, du Welt, ja, du Mensch — so lautet es —, darum bist du trotzdem meine liebe Welt, mein lieber Mensch, darum bin ich trotz Allem mit dir einverstan­den, bist du mir trotz Allem recht: Weil ich zuallererst und zuallerletzt Erbarmen mit dir habe. Und ich erbarme mich deiner darum, weil ich dir treu bin und bleibe.“

Das große Ja Von Karl Barth Ja heißt bekanntlich: Einverstanden! Recht so! Ich hatte einen kleinen Großsohn — er ist … Mehr