Hellmut Traub – kirchlicher Widerstandskämpfer und der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegenüber einem Jugendlichen: „Aber gerade in solchen Schuldurteilen, die eine homosexuelle Geschlechtsbeziehung grundsätzlich in Abrede stellen, liegt der Grund dafür, dass innerhalb der Kirche bis in jüngster Zeit die Opferperspektive sexueller Übergriffe übergangen worden ist. Die moralische Beschuldigung fokussiert ein ’selbstbezügliches Triebleben‘ und lässt die Zufügungen anderen Menschen gegenüber außer Acht. Das Ungeheuerliche scheint das zu sein, was man von sich aus tut und empfindet, nicht aber, was man anderen Menschen möglicherweise angetan hat.“

Hellmut Traub (1904–1994) – Kirchlicher Widerstandskämpfer und der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegenüber einem Jugendlichen Das Bild des Zigarette rauchenden … Mehr

Alexis von Roenne in seinen Abschiedsbriefen vor seiner Hinrichtung am 12. Oktober 1944: „Ich selbst nun erwarte seit einer Woche von Tag zu Tag den Tod, jetzt z.B. für morgen, und der Heiland hat in Seiner grenzenlosen Gnade mich von allem Grauen frei gemacht. Ich bete und denke tagsüber ganz ruhig und fast ausschließlich an Ihn, schlafe ganz ruhig und fest die ganze Nacht wie ein Kind und wende mich erwachend gleich Ihm zu und bin dabei innerlich völlig frei und dazu ein vollkommen glücklicher Mensch, ein Vorgang, der hier schon oft auffiel und durch Hinweise auf Ihn erklärt wurde.“

Abschiedsbriefen vor der Hinrichtung Vor Alexis Freiherr von Roenne Alexis Freiherr von Roenne (1903-1944) hatte sich aufgrund christlicher Gewissensbedenken nicht … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt zu Römer 5,1-11 vom 11. März 1945: „Die Hoffnung des Glaubens lebt nicht an der Wirklichkeit vorbei, sondern sie führt euch mitten da hindurch, mitten durch die Trübsale, mitten durch die Leiden. Hier erst zeigt sich, ob euer Glaube wirklich Glaube ist, ob er die Kraft hat, durchzuhalten, ob er unverwüstlich ist, unverwüstlicher als alle die Verwüstungen, die Krieg und Not, Schuld und Irrtum um euch und in euch hervorrufen. «Trübsal bringt Geduld.» Die Welt ist der Kampfplatz, auf dem euer Glaube sich bewähren muss.“

Nachdem Hans Joachim Iwand schon 1942 eine Predigtmeditation zu Römer 5,1-11 veröffentlicht hatte (wieder abgedruckt in: Hans Joachim Iwand, Predigtmeditationen. … Mehr

Protestantische Selbstsäkularisierung: „Je allgemeinverständlicher die ‚Kommunikation des Evangeliums‘ zu sein hat, umso weniger vermag sie Menschen für das Passah-Mysterium Jesu Christi einzunehmen. Und je weniger man als Christ kirchlich beansprucht wird, umso bedeutungsloser erscheint einem die christliche Botschaft.“

Im Hinblick auf den anstehenden Reformationstag habe ich in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Christ in der Gegenwart (aus dem … Mehr

Warum die evangelische Rechtfertigungslehre heilskommerziell ruinös ist und die Kirchensteuer eine protestantische Notwendigkeit ist: „Dem Protestantismus fehlt es an einem ‚Vergelt’s Gott‘, verweigert sich doch die evangelische Rechtfertigungslehre einer vertragsrechtlichen Heilsökonomie ‚do ut des‘ (ich gebe, damit du gibst). Gläubiges Commitment scheint sich nicht als postmortalen Himmelslohn auszuzahlen.

Warum die evangelische Rechtfertigungslehre heilskommerziell ruinös ist und die Kirchensteuer eine protestantische Notwendigkeit ist Ein sprachlich wunderbarer und theologisch höchst … Mehr

Arnold Angenendt, Das Opfer und seine Wandlungen (2005): „Im Frühmittelalter kommt ein ‚sacrum commercium‘ auf: In jeder Messe musste geopfert werden. Ja, um möglichst viele Messfeiern zu erlangen, wurden dauerhafte Stiftungen gemacht. Dadurch kam ein Austausch von (Land-)Besitz für geistliche Sühneleistungen in Gang, die den Sündern auf Erden wie noch im jenseitigen Läuterungsort, im Purgatorium, zugute kommen sollten. Dieser Austausch setzte größte Besitzverschiebungen in Gang: für Abgabe von Besitz und speziell auch von Land die Befreiung von Sünde und die Errettung vom Ewigen Leben.“

Das Opfer und seine Wandlungen Von Arnold Angenendt Das Opfer ist ein Erstakt aller Religion. Menschen opfern Gott/Göttern, weil sie … Mehr

Rechtsverwahrung der evangelischen Bürger in Lindau gegen die zwangsweise Einführung der bayerischen Gottesdienst-Agende von 1856: „Um unsere Herzen zu Gott zu erheben, bedürfen wir der Gefangennehmung unserer Sinne nicht, und werden uns nie überzeugen, dass Formen der Gottesverehrung, welche die Sinne fesseln, zur Erbauung notwendig seien.“

In Artikel 7 des Augsburger Bekenntnisses heißt es von der Kirche: „Das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, dass … Mehr

Johann Eberlin von Günzburg über die Toleranz gegenüber Andersgläubigen: „Wenn ‚Missgläubige‘ unter uns wohnen, so soll man ihnen nicht Leid tun, sondern sie freundlich behandeln wie unsere Bürger. Doch soll man sie nicht zu bürgerlichen Ehren oder zu einem Amt zulassen; sie sollen auch unsere Gesetze und den Glauben nicht schmähen.“

In Sachen Toleranz hat sich die Reformation nicht hervorgetan. Aber wenigstens Johann Eberlin von Günzburg (1470-1533) hat in seinen 15 … Mehr