Hildegard Schaeder, Ostern im KZ (1947): „Es war Ostermorgen, das zweite Ostern im Lager, an dem eigentlich mir die Vergasung bestimmt war. Ich gab der jungen Frau die Hand, wünschte ihr ein gutes Ostern, was sie freundlich erwiderte, und sagte darauf: „ich kann unsere Beiden in dem Straftransport nicht vergessen, ich sehe sie immerfort vor mir“. „Sie haben selbst Schuld“, meinte sie mit steinernem Gesicht. Da wußte ich, daß diese das Leben der Beiden auf dem Gewissen hatte. Ich hielt ihre Hand fest: „wer von uns ist denn ohne Schuld?“ Sie ließ mir ihre Hand.“

Hildegard Schaeder (1902-1984), Mitglied der Dahlemer BK-Gemeinde, hatte schon kurz nach der Reichspogromnacht 1938 Hausbesuche bei jüdischen Mitbürgerinnen angeregt und … Mehr

Friederike Popp, Gott in uns retten. Annäherung an Etty Hillesum (1914-1943): „Kurz vor ihrem Tod findet Etty ein intimes, kostbares Verhältnis zu ihrem Schöpfergott, der ihrem untergehenden Leben einen Sinn gibt: Sie wird Gott hel­fen zu bleiben! Gott wird in ihr selbst wohnen, in ihrem Wesenskern, mitten in jener Welt, in der Menschen einander ausrot­ten. Diese neue Sicht wird ihr zur innersten Gewissheit: Gott in sich selbst Raum geben – darin erfährt sie Rettung und Heil.“

Gott in uns retten. Annäherung an Etty Hillesum (1914-1943) Von Friederike Immanuela Popp Am 9. März 1941 erhielt in Amsterdam … Mehr

Anweisung für die Kandidaten zur Vorbereitung auf das Pfarramt in der Bekennenden Kirche von 1936: „Die besondere Aufgabe des Lehrvikariats ist es, dem Kandidaten eine erste Einführung in das kirchliche Gemeindeleben und in die pfarramtliche Tätigkeit zu vermitteln. Die Arbeit zwischen Pfarrer und Lehrvikar kann nicht recht getan werden, wenn nicht beide in der Beugung unter die Heilige Schrift und in der Fürbitte miteinander verbunden sind. So wird der Vikar im Pfarrer einen Seelsorger und Bruder finden.“

Basierend auf einer Vorlage von Dietrich Bonhoeffer wurde vom Bruderrat der Altpreussischen Union 1936 folgende Ordnung für den Vorbereitungsdienst von … Mehr

Helmut Gollwitzers Predigt zum 20. Juli 1963 über Hosea 13,4: „Die Freiheit der innerlich an Gott Gebundenen konnten wir dann auch voll Dank rühmen als die Freiheit der äußerlich Gebundenen, die Freiheit der Gefangenen in der Zelle, vor dem Richter und auf dem letzten Wege zur Hinrich­tung, die Freiheit des Gewissens gegenüber den äußerlich Freien, den Bütteln und Gläubigen des Systems, die ihr Gewissen verraten, verkauft und dem Befehl von Menschen unterworfen hatten.“

Die Freiheit der „Sieger in Fesseln“. Predigt über Hosea 13,4 Von Helmut Gollwitzer Ich bin aber der Herr, dein Gott, … Mehr

Johannes Hamel über Julius Schniewind (1949): „Als wieder ein Anfall kam und er vor Schmerzen stöhnte und wimmerte, stieß er heraus: ‚Ich will doch zuletzt meinem Gott keine Schande machen.‘ Und kurz vor seinem Tode sagte er mir, es war das letzte Gespräch: ‚Ich kann nicht mehr beten, der Schmerz ist zu groß. Aber ich klammere mich an den, der allezeit für mich betet.‘ Und dann ließ er sich Psalmworte vorsprechen, in denen er so oft für einen anderen gebetet hatte.“

Julius Schniewind Von Johannes Hamel „Wenn Sie Exegese des Neuen Testaments lernen wollen, gehen Sie zu Schniewind nach Königberg“, sagte … Mehr

Gertrud Staewens Anfrage an Helmut Gollwitzers „Selbstmordbrief“ von 1942: „Ich schreie dann zu Gott – leise in mir drinnen – Gott, du hast zu Hiob gesagt: Bis hierher und nicht weiter. Hier sollen sich legen deine stolzen Wellen. Aber ich muss sie dann in die Illegalität, in der solche meist schon lange untergetaucht sind, wieder hinausschicken ohne Hilfe, ohne Hilfe, ohne Hilfe.“

Der „Selbstmordbrief“ Helmut Gollwitzers, ein Antwortschreiben an Georg Hamburger, der in der Dahlemer Gemeinde kursierte, fand nicht überall volle Zustimmung. … Mehr

Helmut Gollwitzers „Selbstmordbrief“ an Georg Hamburger von 1942: „Viele haben das erlebt und bezeugen es uns so deutlich und nachdrücklich, dass wir wohl wagen dürfen, es damit zu wagen und also wieder und wieder Nein zu sagen zur Verzweiflung, den letzten Schritt nicht zu tun, nicht ins Nichtsein zu fliehen aus der Hölle des Seins, sondern zur Last des heutigen Tages auch die noch viel grösser scheinende Last des morgigen Tages uns auflegen lassen und Ihn aus der Tiefe loben.“

Als sich in Berlin 1942 die Suizide unter Juden angesichts der bevorstehenden Deportationen in Ghettos bzw. Vernichtungslager häuften, wandte sich … Mehr

Arthur Goldschmidt, Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945: „Wir waren Deutsche, wir hatten ein Vaterland gehabt. Aber unser Vaterland hatte uns ausgestoßen, uns fried- und rechtlos, ‚vogelfrei‘ gemacht. Das Vaterland war zum Feinde, zur ‚Ferne‘ geworden. Wir lebten als Gefangene, zu Tausenden und Abertausenden zusammengepfercht. Unaufhörlich starrte uns das Ende an — sei es, dass man heute oder morgen in Not und Krankheit hinstarb, sei es, dass, heute oder morgen, das uns zum Feind gewordene Vaterland uns tötete.“

Das muss als Ganzes gelesen werden, Arthur Goldschmidts (1873-1947, Vater von Georges-Arthur Goldschmidt) Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945, in … Mehr