Brief an „nichtarische“ Gemeindeglieder angesichts der bevorstehenden Deportationen (1941) Von Helmut Gollwitzer Im Jahr 1941 lebten noch etwa 66.000 jüdischstämmige … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Helmut Gollwitzer, Brief an Amtsbruder wegen Ausschluss von ‚Nichtariern‘ von der Buckower Freizeit 1939: „Es dürfte doch ausgeschlossen sein, dass die nicht arischen Glieder der Kirche sozusagen als Opfer dargebracht werden, damit die übrigen Glieder der Kirche in Ruhe Gemeinschaft und Erbauung genießen können. Soll 1. Kor. 12,26 wirklich gelten, so wird niemand sich damit abfinden können, dass es eben polizeiliche Notwendigkeit gewesen sei. Ich möchte wegen des Entschlusses, lieber einige Teilnehmer auszuschließen, als die ganze Freizeit zu opfern, keinen Vorwurf erheben; ich weiß, wie schwer solche Entschlüsse sind, und dass man da einander nichts verschreiben kann. Es scheint mir aber dennoch nicht verständlich, dass dieser Entschluss gefasst wurde. Es hätte auch ein gutes Zeichen sein können, wenn die übrigen Teilnehmer der Freizeit nicht Mitleid, sondern Mitleiden darin gezeigt hätten, dass auch sie auf die Freizeit in der geplanten Form verzichtet hätten.“
Brief an Amtsbruder wegen Ausschluss von ‚Nichtariern‘ von der Buckower Freizeit 1939 Von Helmut Gollwitzer Pastor Gollwitzer, Berlin-Dahlem, den 22. … Mehr
Lothar Kreyssig, Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 (2. Fassung): „Die Meinung, Menschenleben beenden zu dürfen, weil die beschränkte Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift, ist daher Anmaßung und Empörung gegen Gott. Auch der Ungläubige sollte aber ehrfürchtig sehen, wie Gott nicht nur solches entsetzlich entstellte und hinfällige Leben entstehen lässt, sondern wie er noch mehr Menschen die unbegreifliche Fähigkeit gegeben hat, solches Leben zu lieben und zu betreuen, wie denn überhaupt Liebe als Gleichnis von der Liebe Gottes des Vaters dann am stärksten ist, wenn sie nicht nach Sinn oder Unwert fragt.“
Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner (2. Fassung) Brandenburg, den 10. … Mehr
Johannes Hamel, Christenheit unter marxistischer Herrschaft (1959): „Es werden dann die politischen Mächte hüben und drüben ihr dunkles Spiel mit einer Christenheit treiben, die darum in feindliche Parteien auseinanderfällt, weil sie gemeinsam sich nichts mehr sagen läßt. Hinter kirchlichen Gegnern erscheinen die Schatten oder gar die Leiber der Politiker des Kalten Krieges in der Gegenwart und eines drohenden Heißen Krieges in der Zukunft. Ein unheimlicher Sog verwandelt dann die Botenschar des souveränen Herrn in Religionsgemeinschaften, die nachträglich das religiös-theologisch-christlich ‚untermauern‘, was die Politiker vorher entschieden, verkündet und getan haben. Man spricht es nicht aus, aber es liegt unausgesprochen in der Luft: es wird hüben die ‚Weltrevolution‘ und drüben ein Kampf für die ‚Freiheit‘ und die ‚Befreiung‘, auch mit Atombomben, für christlich möglich, erlaubt, vielleicht sogar geboten erachtet.“
Christenheit unter marxistischer Herrschaft Von Johannes Hamel unterwegs. eine evangelisch Zeitbuchreihe, Bd. 7, Berlin: Käthe Vogt Verlag, 1959 STICHWORTE DIE … Mehr
Die Reaktion des Speyerer Reichstages auf den Bauernkrieg (August 1526): „Und obwohl das einfache Volk und die Untertanen sich in den vergangenen Unruhen schwer verfehlt und sich grob gegenüber ihren Obrigkeiten verhalten haben, sollen sie dennoch die Gnade und Barmherzigkeit ihrer Herrschaften mehr spüren als die Strenge, die ihre törichte Tat eigentlich verdienen würde. Deshalb soll jede Obrigkeit die Befugnis haben, ihre Untertanen, die sich in Gnade oder Ungnade begeben haben oder bestraft wurden, nach eigenem Ermessen wieder in ihren früheren ehrenhaften Stand zu versetzen, ihnen das Recht zu geben, Rat und Gericht zu führen, Zeugnis zu geben und Ämter zu übernehmen. Auch sollen sie jederzeit in ihren Anliegen gnädig und wohlwollend angehört und entsprechend der Sachlage gerecht behandelt werden. Die Obrigkeit oder ihre Beamten sollen die Untertanen nicht ungerecht belasten, sondern diejenigen, die Recht suchen, beim Recht belassen und sie außerhalb des Rechts nicht belasten.“
Die Reaktion des Speyerer Reichstages auf den Bauernkrieg (August 1526) Die neuere Forschung hat den häufig wiederholten Mythos widerlegt, die … Mehr
Reinhold Krause’s antisemitic Sports Palace speech of November 13, 1933: „If we National Socialists are ashamed to buy a tie from a Jew, then we ought to be even more ashamed to accept anything that speaks to our soul, the innermost religious, from a Jew. (Sustained applause.) To this belongs also that our church may no longer admit into its ranks any people of Jewish blood. We have not only fought against Jewish mission, but we have always emphasized: people of Jewish blood do not belong in the German People’s Church (strong applause)—neither in the pulpit nor under the pulpit. And where they stand in the pulpit, they must disappear as quickly as possible. (Cheers, applause.) It will also be necessary for our regional church to concern itself with removing all obviously distorted and superstitious reports from the New Testament, and to declare a fundamental renunciation of the whole scapegoat and inferiority theology of the rabbi Paul.“
Speech by the District Leader of the „German Christians“ Faith Movement in Greater BerlinDr. [Reinhold] KrauseDelivered in the Sports Palace … Mehr
Gerhard Friedrich über Hans Joachim Iwand (1969): „Iwand war ein Mann des Ostens. Er liebte die Menschen wie das Land des Ostens. Das heißt aber nicht, dass er sich einer östlichen Ideologie verschrieben hatte. Einige Wochen vor seinem Tode bekannte er, er sei Preuße und denke in vielen Stücken ganz ähnlich wie Schoeps, er sei weder Sozialist noch Kommunist, sondern Kapitalist. Seine Herkunft aus Preußen und sein Preußentum lassen es verstehen, dass er im Grunde genommen ein konservativer Mann war, der die Verbindung mit dem Osten nicht aufgeben wollte und konnte und der aus seinem preußischen Konservatismus heraus revolutionär gegen das westliche Abendland und gegen den Amerikanismus wurde.“
Hans Joachim Iwand (11. Juli 1899-2. Mai 1960) Von Gerhard Friedrich Am 2. Mai 1970 jährt sich zum zehnten Mal … Mehr
Karl Barth, Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (Memorandum, 1938): „Die Vereidigung gehört im Dritten Reich zu einer Reihe von Maßnahmen, die alle das Ziel haben, sich von Seiten der Staatsleitung in möglichst vollständiger Weise jedes Einzelnen so zu versichern, dass auf ihn gerechnet werden kann. Die Eidesleistung steht auf derselben Linie wie die übrigen Maßnahmen der Durchorganisierung und Uniformierung aller Reichsangehörigen. Alle sollen in eine Linie gebracht werden.“
Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (1938) Von Prof. Dr. Karl Barth Wenn ich heute etwas sagen soll … Mehr
Martin Luther, Brief an die Ehefrau Katharina von Bora während der Megadürre im Sommer 1540: „Und lass die Kinder beten. Es ist allhier solche Hitze und Dürre, dass unsäglich und unerträglich ist Tag und Nacht. Komm, lieber jüngster Tag!“
Brief an die Ehefrau Katharina von Bora während der Megadürre im Sommer 1540 Von Martin Luther Die Dürre und Hitze … Mehr