Wahrheit und Lüge (1945) Von Romano Guardini Romano Guardini (1885–1968), geboren in Verona und aufgewachsen in Mainz, wirkte seit 1923 … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
„Straßen ehren nur ausnahmsweise die Engel der Geschichte, häufiger dokumentieren sie die politischen Obsessionen und Irrtümer vorangegangener Geschlechter.“ (Götz Aly)
„Straßen ehren nur ausnahmsweise die Engel der Geschichte, häufiger dokumentieren sie die politischen Obsessionen und Irrtümer vorangegangener Geschlechter.“ (Götz Aly … Mehr
Karl Barths Bericht über seine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September 1945 an die Organisation I der amerikanischen Armee in Deutschland: „Man ist empört (Frankfurt und Marburg: hier der evang. Theologieprofessor Bultmann) über die Gewohnheit der amerikanischen Soldaten, übriggebliebene wertvolle Lebensmittel vor den Augen der Bevölkerung mit Benzin zu übergießen und zu verbrennen. In Marburg sei dasselbe mit einem ganzen Lager eroberter deutscher Militärmäntel geschehen.“
Karl Barth: Bericht über eine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September [1945], erstattet an die Organisation I der amerikanischen Armee … Mehr
Friedrich Naumann, National-sozialer Katechismus. Erklärung der Grundlinien des National-Sozialen Vereins (1897): „1. Warum nennt ihr euch nationalsozial? Weil wir überzeugt sind, dass das Nationale und das Soziale zusammengehören. 2. Was ist das Nationale? Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen. 3. Was ist das Soziale? Es ist der Trieb der arbeitenden Menge, ihren Einfluss innerhalb des Volkes auszudehnen. 4. Wie hängt beides zusammen? Die Ausdehnung des deutschen Einflusses auf der Erdkugel ist unmöglich ohne Nationalsinn der Masse, und die Ausdehnung des Einflusses dieser Masse im Volke ist unmöglich ohne weitere Entwickelung der deutschen Macht auf dem Weltmarkte.“
Wenn einem theologischen Liberalismus das „eschatologische Bureau“ (Ernst Troeltsch) geschlossen ist, kann dieser seine politische Hoffnung nicht auf die Wirklichkeit … Mehr
Günter Brakelmann über Johann Hinrich Wichern: „Wer sich in das umfangreiche Schrifttum dieses Mannes einarbeitet, wird auch heute noch fasziniert sein von dem Menschen und Christen Johann Hinrich Wichern. Als ‚Genie der Liebe‘ wird er in einer geschichtsbewußten Christenheit seinen Platz behalten. Seine theologisch-politischen Positionen, die weite Teile des Protestantismus des 19. Jahrhunderts in einen aussichtslosen undifferenzierten Kampf gegen die neuzeitlichen Emanzipationsbewegungen geführt haben, beschleunigten den Exodus weiter Teile des liberalen Bürgertums und des sozialdemokratischen Proletariats aus der Kirche. Brücken zu ihnen hat er nicht schlagen können. Größe und Grenze eines Menschen liegen wie so häufig nahe beieinander.“
Johann Hinrich Wichern Von Günter Brakelmann Die Zeiten des Vormärz, der Revolutionsjahre, der Reaktionsphase, des Norddeutschen Bundes und der Anfangsphase … Mehr
Hans Joachim Iwand, Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Antwort auf W. Hauers „Deutsche Gottschau“ (1935): „Es würde nicht schwer sein, die Übergänge aufzuweisen, die von der christlichen Theologie unseres und des vorigen Jahrhunderts zu Hauer weisen, und mancher ‚christliche Theologe‘ würde wohl erschrecken, wenn er auf diese seine illegitimen Kinder angesprochen würde. Die Erklärung für diese innere Verwandtschaft, die wohl auch Hauer nicht allzu gern zugeben würde, liegt darin, daß die Quellen der „deutschen Gottschau“ in die Geisteswelt des deutschen Idealismus zurückweisen, in dieselbe Welt, aus der die uns überkommene Theologie gelebt hat. Und das ist das Entscheidende und grundsätzlich Positive, daß durch Hauer in der breiten Öffentlichkeit diese immer wieder versuchte Synthese klipp und klar negiert wird, daß dieser Versuch, den christlichen Glauben aus dem Geist des deutschen Idealismus heraus neu zu beleben, damit am Ende seiner Kunst ist. Denn diese Synthese ist der Verrat am christlichen Glauben, nicht weil es ‚deutscher‘ Idealismus ist, sondern weil es deutscher ‚Idealismus‘ ist und der Glaube an Jesus Christus nichts mit der Idee der Gottheit zu tun hat, sondern mit dem Wort des lebendigen Gottes, nicht mit einem Bild, das sich der Mensch von Gott macht, sondern mit dem, der das Ebenbild Gottes ist.“
Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Antwort auf W. Hauers „Deutsche Gottschau“ (1935) [1] Von Hans Joachim Iwand I. … Mehr
Werner Sylten, Gebet in Dachau (1942): „Mein Gott, auch in des Lebens / dunkler Weglosigkeit / lass uns doch nicht vergebens / Not und Verlassenheit / im Schauen auf Dich verwinden. / Reiß uns aus Angst und Pein / und lass am Kreuz Dich finden, / Dich unser Heiland sein.“
Werner Sylten wurde am 27. Februar 1941 verhaftet und ins KZ Dachau deportiert. Trotz Krankheit und Folter meldete er sich … Mehr
Valentin Thalhofer, Über den Bart der Geistlichen (1863): „Seit mehr als hundert Jahren ist es jetzt bei uns herkömmlich, dass die Geistlichen keinen Bart tragen, und es kann, ja soll der einzelne Bischof um so mehr darauf bestehen, dass diese Gewohnheit fortan aufrechterhalten werde, als sie, wie gezeigt wurde, in der abendländischen Kirche nahezu ein Jahrtausend lang die herrschende und für sie dem Orient gegenüber charakteristisch war.“
Über den Bart der Geistlichen Von Valentin Thalhofer (Nach dem Augsburger Pastoralblatt von Prof. Thalhofer 1863. Nr. 13—16.) I. Es … Mehr
Basilius der Große, Predigt zur Zeit der Hungersnot und Dürre (Homilia dicta tempore famis et siccitatis, 368/69): „Wir sehen den Himmel, Brüder, verschlossen, kahl und wolkenlos, der diese heitere Klarheit trüb macht und uns die Reinheit entbehren lässt, die wir zuerst so sehr ersehnten, wenn er, lange von Wolken bedeckt, uns finster und sonnenlos machte. Die Erde aber, völlig ausgetrocknet, ist unerfreulich anzusehen, unfruchtbar und ertragslos für den Ackerbau, in Spalten aufgerissen und den bis in die Tiefe leuchtenden Strahl aufnehmend. Die Quellen aber, reich und immerfließend, haben uns verlassen, und die Ströme großer Flüsse sind versiegt; die kleinsten Kinder durchschreiten sie zu Fuß, und Frauen durchqueren sie mit Lasten; die meisten von uns aber hat auch das Trinkwasser verlassen, und wir sind in Not um unser Leben.“
Predigt zur Zeit der Hungersnot und Dürre (Homilia dicta tempore famis et siccitatis)[1] Von Basilius dem Großen (ca. 330–379) „Der … Mehr