Sebastian Franck Von Maria Zelzer Zu den Schicksalen der Bücher gehört die Zeit, in der sie geschrieben, und die Zeit, … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war: „‚Sixt D’ dort net des klaa Dämpfla aufsteig’n?‘ (So wie etwa im Winter von einem warmen Misthaufen Dampf aufsteigt), ‚Joo des sich i‘. ‚Noo schau n er etz gnau hie.‘ „Etzertla sich’ i in Hoos’n aa.‘ Damit setzte sich der Schreinermeister Andreas Stoll, weiland aktiv gedient beim königlich bayerischen Leibregiment, wieder gewichtig in Marsch. Da habe ich ihn erstaunt gefragt: ‚Stollers Reser, worum Schießt E’r (ihr) no etz den Hoos’n net?‘ Er blieb wieder steh’n und sagte bedachtsam: ‚Waßt D’ Bu(b), wos a richti’er Jeecher is’, der schießt ka Wild, wenn’s in sei’m Bett licht.‘ – Damit setzte sich der ‚Stollers Reser‘, dieses schwergewichtige, bullenhafte – so empfindsame, feinfühlige – Mannsbild abermals in Marsch. Mich hat das Wort: ‚Weißt Du, Bub, was ein richtiger Jäger ist, der schießt kein Wild, wenn es in seinem Bett liegt‘ unvergeßlich tief in mein Bubenherz getroffen.“
Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war Das ist sie, die NSDAP-Mitgliedskarte von Pfarrer … Mehr
George Bell, The Church’s Function in War-Time (November 1939): „The Church stands for the Cross, the gospel of redemption. It cannot, therefore, speak of any earthly war as a ‘crusade,’ for the one thing for which it is impossible to fight with earthly weapons is the Cross. Its supreme concern is not the victory of the national cause. It is a hard thing to say, but it is vital. Its supreme concern is the doing of the Will of God, whoever wins, and the declaring of the Mercy of God to all men and nations. The ministers, especially the leaders of the Church, have a great responsibility for making this plain. It is not only that the Church, if its clergy preach the gospel, offers a counter-balancing force of undoubted authority to the waves of national emotion, and so helps to preserve spiritual integrity. That is important. But what is still more important is the fact that the Church is the trustee of the gospel of redemption; and unless the gospel is preached, the Church is not the Church.“
The Church’s Function in War-Time[1] By George Bell, Bishop of Chichester What is the Church to do and say in … Mehr
Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944: „Dadurch wird beim Zuhörer der Zweifel geweckt, ob das stolze, gläubige Vertrauen des Deutschen in ‚unseren Hitler‘ berechtigt ist, da auch die Christen unter den Engländern und Russen mit demselben Stolz auf ihre Führer blicken. Zugleich frohlocken alle gemeinsam: ‚Uns ist ein Kind geboren‘, sodass beim Zuhörer Bedenken entstehen, ob der Kampf dieser drei Völker gegeneinander – zumindest der Christen unter ihnen – einen Sinn hat. Dadurch wird die Widerstandskraft des Einzelnen im jetzigen schweren Kampf des deutschen Volkes um seine völkische und politische Existenz geschwächt.“
Abschrift der Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944 Dass Pfarrer Karl Steinbauer vom … Mehr
Wilhelm Röpke, Soziologie des Totalitarismus (1947): „Da der moderne Totalitarismus keinerlei Rechtsanspruch besitzt, muss er seine ganze Regierungskunst darauf verwenden, irgendeinen Ersatz für diesen Rechtsanspruch und für die fehlende Macht über Herzen und Gemüter der Regierten zu finden. Daher die Notwendigkeit, die Meinung zu uniformieren und dem Volke den Willen des Staates aufzuzwingen. Daher der nervöse Eifer zu gefallen, das unaufhörliche Verlangen nach sensationellem Erfolge und das ängstliche Schielen nach den Massen, um festzustellen, ob sie auch einverstanden sind. Die Vertreter eines solchen Systems entbehren eben der inneren Gelassenheit, die die selbstverständliche Apanage einer legitimen Regierung ist, und sind darum doppelt empfänglich für Beifall und überempfindlich gegen Kritik. Sie leiden an Minderwertigkeitskomplexen, die sie unter bombastischem Auftreten zu verstecken suchen. Ein typisches Charakteristikum all dieser Gewaltsysteme ist ferner die Schwäche, den illegitimen, ephemeren Charakter ihrer Macht durch pompöse Monumente zu verdecken, die mit ihrer in eine grandiose Zukunft weisenden Architektur über die gähnende Leere in der Gegenwart hinwegtäuschen sollen. Daraus erklärt sich auch die Angst dieser Regime vor der Ruhe des alltäglichen Gleichmaßes; die Unsicherheit ihrer Struktur duldet keine Ruhe, sie müssen dauernd mit neuen ‚Coups‘, neuen Stimulantien aufwarten, um zu verhindern, dass die absichtlich in einen Dauerzustand der Erregung versetzte Bevölkerung sich abkühlt und die Dinge mit den nüchternen Augen der Vernunft ansieht.“
Soziologie des Totalitarismus (1947) Von Wilhelm Röpke Ich fürchte, viele werden mir Ungerechtigkeit vorwerfen, wenn ich behaupte, daß Bismarcks Genie … Mehr
Martin Luther, Predigt über das Testament Christi (Sermo de testamento Christi, 1520): „Wenn ein Erblasser seinem Erben sagen würde: ‚Warum verlangst du das Erbe, das du nicht verdient hast?‘, würde der Erbe nicht antworten: ‚Was macht das schon? Selbst wenn ich es nicht verdient habe, steht es mir dennoch zu – allein weil dieser gute Mann es mir aus seiner Freigebigkeit vermacht hat?‘ Würde man ihm das Erbe verweigern? So müssen auch wir unser Erbe antreten – nicht weil wir es verdient haben, sondern weil Christus es uns aus reiner Güte hinterlassen hat, selbst denen, die es nicht verdient haben. Diese Wohltat und diese Großzügigkeit Christi zurückzuweisen, ist nicht erlaubt. Wer die ihm freigiebig gewährte Gabe nicht annimmt, handelt ungerecht gegenüber Christus.“
Predigt über das Testament Christi (Sermo de testamento Christi, 1520) Von Martin Luther D. Martinus verbrachte dieses Osterfest fast vollständig … Mehr
Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der Deutschen Evangelischen Kirche (Bekennende Kirche) an Adolf Hitler vom 28. Mai 1936: „Wir haben in Offenheit die große Sorge weiter evangelischer Kreise zu begründen versucht, dass maßgebende Kräfte im heutigen Staate eine Unterdrückung der evangelischen Kirche, eine Zersetzung ihres Glaubens eine Beseitigung der evangelischen Sittlichkeit, kurz, eine Entchristlichung im weitesten Umfange betreiben. Schon jetzt übt der Zwang auf die Gewissen, die Verfolgung evangelischer Überzeugung, das gegenseitige Sich-Bespitzeln und Aushorchen unheilvollen Einfluss aus. Auch eine große Sache muss, wo sie sich gegen den offenbarten Willen Gottes stellt, am Ende das Volk ins Verderben führen. Gottes Kirche wird bestehen, auch wenn unter dem Versuch, das deutsche Volk zu entchristlichen, Millionen evangelischer Christen ihr Heil verlieren müssten.“
Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der DEK (BK) an Adolf Hitler vom Mai 1936 28. Mai 1936 An den Führer und … Mehr
Martin Luthers üble Vorrede zu Julius Menius, Der Wiedertäufer Lehre (1530): „Erstlich ist das ein gewisses Zeichen des Teufels, dass sie durch die Häuser so schleichen und laufen im Lande und nicht öffentlich auftreten, wie die Apostel getan haben und täglich alle ordentlichen Prediger tun. Sondern sie sind eitle Meuchelprediger, kommen auch in fremde Häuser und Orte, dahin sie niemand berufen noch von jemand gesandt sind, können auch solches Schleichen und Laufen keinen Grund noch Wahrzeichen bringen.“
Vorrede zu Julius Menius, Der Wiedertäufer Lehre (1530) Von Martin Luther Unser Herr Jesus Christus hat in Matthäus 18[, 7] … Mehr
Georg Mylius, Parentatio Lutheri. Eine christliche Predigt vom Herrn Martino Luthero (1592, Auszug): „Hus erduldete seine Marter geduldig und schloss sein Leben im seligen Glauben ab. Was er jedoch prophezeit hatte, erfüllte sich zur festgesetzten Zeit mächtig. Denn 101 Jahre nach Hus‘ Verbrennung, als das Jahr 1516 nach Christi Geburt erreicht wurde, begann der edle und reine Schwan, Dr. Luther selig, seinen schönen Schwanengesang und führte das Werk weiter, das Hus hundert Jahre zuvor begonnen hatte.“
Parentatio Lutheri. Eine christliche Predigt vom Herrn Martino Luthero (1592, Auszug) Von Georg Mylius Es bezeugen glaubwürdige Historien, ihr meine … Mehr