Brief an die Gemeinde Sarata Von Johannes Evangelista Goßner Nachdem Ignaz Lindl 1823 aus dem Zarenreich ausgewiesen wurde, schrieb Johannes … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Kanzelabkündigung der VELKD zur Entmythologisierung des Neuen Testamentes (1953): „Hier ist nun in den letzten Jahren in der Kirche selbst begründete Besorgnis entstanden. Einige Lehrer der theologischen Wissenschaft, die neue Wege gesucht haben, um unserer Gegenwart den Kern der biblischen Botschaft verständlich zu machen, sind in der Gefahr, bei ihrem Bemühen um eine ‚Entmythologisierung des Neuen Testamentes‘, wie sie das nennen, den Inhalt der Verkündigung zu vermindern oder gar zu verlieren. Sie sehen, dass die Aussagen des Neuen Testaments das äußere Gewand der damaligen Denkweise tragen. Aber wir müssen sie fragen, ob sie darüber nicht die Tatsachen verleugnen, die die Schrift bezeugt. Es ist eine dringende kirchliche Aufgabe, die Auseinandersetzung mit diesen Lehrern der Theologie zu führen. Darum stehen Männer der Kirche aus Kirchenleitungen, Theologischen Fakultäten und Kirchlichen Hochschulen in ständigem wissenschaftlichem Gespräch mit den Vertretern jener Anschauung, um die Reinheit der christlichen Lehre zu wahren.“
Kanzelabkündigung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zur Entmythologisierung des Neuen Testamentes vom 22. November 1953 „Fürchte dich nicht! Ich … Mehr
Johannes Evangelista Goßner über die göttliche Liebe: „Wie haben die Menschen die Liebe aufgenommen? Ach, sie gönnten ihr keine Herberge; die Liebe musste im Stall geboren werden; alle Türen und Tore waren der Liebe verschlossen, da sie hereinkam in diese Welt. Ja, sie musste fliehen über die Grenzen und exulieren, da sie kaum geboren war. Man strebte ihr nach dem Leben, wollte sie wieder aus der Welt schaffen, da sie kaum den ersten Schritt in die Welt hereingetan hatte. Darum hielt sie sich dreißig Jahre lang verborgen und lebte unbekannt in Armut und Verachtung. Als die Liebe endlich doch öffentlich auftrat, ihren Mund und ihre Hände öffnete und in lauter Wohltun und Segen umherwandelte, was taten die Menschen? Die einen stießen sie mit Gewalt von sich, andere waffneten sich gegen sie und warfen mit Steinen nach ihr, und wieder andere baten sich’s zur Gnade aus, dass sie von ihnen weichen und ihre Grenze verlassen möchte. Am Ende schlugen sie die Liebe gar ans Kreuz und töteten sie. Aber die Liebe kann nicht aufhören; Schmach, Kreuz, Beleidigung aller Art und selbst der Tod konnten die Liebe nicht töten, sondern sie nur erhöhen und vermehren. Darum konnte sie auch nicht im Grabe bleiben; die Liebe ward wieder lebendig und fing nun erst an, ihr Reich auf Erden zu gründen; indem sie heimgehend und wiederkehrend in den Schoß des Vaters, woher sie gekommen war, den Geist der Liebe ausgoß und herabsendete auf alle, die sich von ihr lieben lassen wollten.“
Über die göttliche Liebe Von Johannes Evangelista Goßner Wie Gott die Liebe ist, so ist auch der Sohn Gottes die … Mehr
Franz-Heinrich Philipp, Johannes Evangelista Goßner: „Ein Christ ist Christi teilhaftig, ist Glied an seinem Leibe, Glied der singenden und betenden, der bittenden, dankenden und lobenden Christengemeinschaft. Er findet sich mit seinen Brüdern im öffentlichen Gottesdienst der Gemeinde, er sucht die Erbauung im kleinen Kreis der Haus- oder Familiengemeinschaft, und er lebt schließlich unmittelbar in Verbundenheit mit seinem Herrn. Gottes Heiliger Geist durchpulst und heiligt ihn durch und durch. Christus, der unermüdliche Mahner und Anklopfer an der Seelentür, hat Einlass gefunden und lebt in ihm. Gott, der Heiligste und Höchste, hat ihn zum Hausgenossen angenommen. In immer neuen Bildern spricht Goßner von diesem ihn so bewegenden Erlebnis, dass Gott Mensch ward, um den Menschen zu sich zu ziehen, und entfaltet sich seine Christusmystik, die neben den ‚Christus für uns‘ den ‚Christus in uns‘ stellt: Christus hat den Sünder entsühnt, und er hat den Erlösten zur innigsten Liebesgemeinschaft an sein Herz genommen; Christus starb für uns, um mit und in uns zu leben.“
Johannes Evangelista Goßner Von Franz-Heinrich Philipp Lebensweg In einer frommen römisch-katholischen Bauernfamilie in Hausen im Bayerischen Schwaben kam Johannes Evangelista … Mehr
Ulrich Goßner über seine Vernehmung im bischöflichen Ordinariat in Augsburg betreff seiner Christus-Predigten in Pfaffenhofen an der Roth (1831): „Herr Dekan W. in St. brachte vor: Der Name Jesus werde so oft genannt in den Predigten, dass er zum Ekel werde. Ich antwortete: ‚Wenn das öftere Nennen dieses Namens Ekel erregt, so hat niemand mehr Ekel erregt, als der Apostel Paulus, in dessen Briefen dem Leser dieser Name überall entgegenkommt; z. B. im 1. Kor. 1 in den ersten zehn Versen zehnmal. Das ist gewiss ekelhaft! Eine solche Rede steht einem Heiden und Juden wohl an — aber einem Christen — einem Geistlichen — Dekan —!!! Ich frage auf diese Beschuldigung hin — ob ein solcher Mann unser Richter sein könne? Das ist ja entsetzlich!‘“
Ulrich Goßner über sein Vernehmung im bischöflichen Ordinariat in Augsburg (1831) Ulrich Goßner (1806-1834), gebürtig aus Seifertshofen bei Ebershausen und … Mehr
Drythelms Jenseitsvision (Beda Venerabilis’ Historia Ecclesiastica gentis Anglorum): „Die Feuerbälle stiegen unaufhörlich auf und nieder, und ich sah, dass die Spitzen der Flammen voller Menschenseelen waren, die wie Funken mit dem Rauch emporstiegen, mal hoch hinaufgeworfen wurden, mal mit dem Rückstoß der Flammen wieder in die Tiefe fielen. Ein unaussprechlicher Gestank stieg mit den Dampfwolken auf und erfüllte den ganzen Ort der Finsternis. Als ich dort länger voller Angst stand – unsicher, was ich tun oder wohin ich mich wenden sollte –, hörte ich plötzlich hinter mir das Geräusch eines ungeheuren, klagenden Weinens und gleichzeitig ein spöttisches Gelächter, wie von einem gemeinen Pöbel, der über besiegte Feinde triumphiert. Als der Klang lauter wurde und zu mir vordrang, sah ich eine Menge böser Geister, die fünf Menschenseelen voller Heulen und Jammer in ihrer Mitte zogen, selbst dabei lachend und sich freuend. Ich erkannte darunter einen Tonsurierten wie einen Kleriker, einen Laien und eine Frau. Die bösen Geister zogen sie hinab in die Mitte des brennenden Abgrunds.“
Drythelms Jenseitsvision nach Beda Venerabilis’ Historia Ecclesiastica gentis Anglorum In der Vision des Drythelm, des späteren Mönchs von Melrose, werden … Mehr
Florian Mayr, Gundremmingen und die Lindlianer: „Ignaz Lindls Gottesdienste besuchten sehr viele religiös interessierte Menschen, darunter auch zahlreiche Protestanten. Diese wollten vor allem seine inhaltsreichen Predigten hören. In diesen Kreisen gewinnt Pfarrer Lindl schnell treue Anhänger, zu denen auch der Kaufmann Christian Friedrich Werner aus Giengen/Brenz gehört. Er war schon jahrelang Leiter der ‚Stunden‘ in seiner Heimatgemeinde. Der wohlhabende und angesehene Kaufmann bleibt ein treuer Freund und Mitarbeiter Lindls, ist ihm bei der Auswanderung ein unentbehrlicher Helfer, opfert dem Werk Lindls seine ganze Kraft und zuletzt auch sein Vermögen. Lindl wurde oft als Festprediger eingeladen. So predigte er am Neujahresfest 1819 nachmittags in Aislingen 2 1/2 Stunden, um 12 Uhr war die Kirche schon überfüllt. Einige Tage später am Dreikönigsfest, sprach Lindl in Gundelfingen vor etwa 6000 Zuhörern, darunter wieder sehr vielen Lutheranern aus dem benachbarten Württemberg.“
Gundremmingen und die Lindlianer Von Florian Mayr Gundremmingen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den katholischen Pfarrer Ignaz Lindl … Mehr
Wie die katholische Erweckungsbewegung in Schwaben Friedrich Engels in Sachen Kommunismus beeinflusst hat: „Da Ignaz Lindl als katholischer Priester mit seiner Haushälterin Elisabeth Völk aus Eismannsberg die Ehe einging, wird er 1823 aus dem Zarenreich verweisen und landet schließlich 1824 in (Wuppertal-)Barmen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Lindl als Hauslehrer den jungen Friedrich Engels in dessen Kindheit unterrichtete und ihm dabei eine religiös motivierte Gütergemeinschaft nahegebracht hatte. Lindls Grabmal befindet sich auf dem Unterbarmer Friedhof in der Nähe der Grabanlage der Familie Engels.
Wie die katholische Erweckungsbewegung in Schwaben Friedrich Engels in Sachen Kommunismus beeinflusst hat Das sind solche Geschichte, die man auf … Mehr
Ansprache der Generalsuperintendenten der altpreußischen Provinzen an die evangelischen Gemeindeglieder vom Juni 1919: „Jeder Gedanke an die Auslieferung unseres Kaisers, der fast dreißig Jahre seinem Volke den Frieden erhalten hat, nebst seinen Feldherren und Staatsmännern, die ihn nach bestem Wissen beraten haben, ist eine Qual, die kein deutsches Herz ertragen kann; wir empfinden sie als tiefe Schmach, die uns mit Treubruch und Ehrlosigkeit belasten will. Das Verlangen, uns als die einzig Schuldigen am Kriege zu bekennen, legt uns eine Lüge in den Mund, die schamlos unser Gewissen verletzt. Als evangelische Christen erheben wir vor Gott und Menschen feierlich heiligen Protest gegen den Versuch, unserer Nation dieses Brandmal aufzudrücken.“
Ansprache der Generalsuperintendenten der altpreußischen Provinzen an die evangelischen Gemeindeglieder Berlin, Ende Juni 1919 In der Stunde tiefster Demütigung unseres … Mehr