Michael Gaismairs Landesordnung für Tirol (1526): „Damit gute Ordnung im ganzen Land in allen Dingen herrsche, sollen vier Hauptleute und darüber ein oberster Hauptmann über das gesamte Land eingesetzt werden. Diese sollen im Kriegsfall und in allen Angelegenheiten ständig für die Bedürfnisse und die Fürsorge des Landes sorgen: mit der Vorbereitung des Landes, der Befestigungen, der Pässe, Wege, Brücken, Wasserleitungen, Landstraßen und allem, was im Land notwendig ist, und dem Land in allen Dingen treu dienen. Doch sollen sie alle Mängel zuerst der Regierung anzeigen und nach deren Rat handeln.“

Michael Gaismairs Landesordnung für Tirol (1526) Michael Gaismair (1490-1532), ein ehemaliger Beamter des Prinzbischofs von Brixen, entwarf 1526 die Tiroler … Mehr

Karl Adolf Gross, Komm wieder, liebe Bibel (geschrieben 1943 im KZ Dachau): „Ach, sieh auf uns herunter, / Hilf, Gott, tu deine Wunder, / Zerreiss die Wolkenwand! / Ja, fahre selbst hernieder, / Zeig dich den deinen wieder, / Beweise deine starke Hand! // Du lenkst der Fürsten Herzen, / Lässt nimmer mit dir scherzen / Bei deinem hohen Fluch! / Entwinde ihren Fäusten, / Den gierigen und dreisten, / Den Raub, dein teures Bibelbuch! // So wollen wir dir danken / Mit Treue ohne Wanken / Im Dienst ohn‘ Ziel und Zeit. / O komm, du liebe Bibel / Der Gottesweisheit Fibel, / Du Strahl aus lichter Ewigkeit!“

Komm wieder, liebe Bibel Von Karl Adolf Gross Komm wieder, liebe BibelDer Gottesweisheit Fibel,Strahl aus der Ewigkeit!O kommt, ihr heil’gen … Mehr

‚Verschwörungspraktischer‘ Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren an die evangelischen Christen im Ausland vom September 1914: „Wohl wissen wir, dass Gott durch dies blutige Gericht auch unser Volk zur Buße ruft, und wir freuen uns, dass es seine heilige Stimme hört und sich zu ihm kehrt. Darin aber wissen wir uns mit allen Christen unseres Volkes einig, dass wir die Verantwortung für das furchtbare Verbrechen dieses Krieges und alle seine Folgen für die Entwicklung des Reiches Gottes auf Erden von unserem Volk und seiner Regierung abweisen dürfen und müssen. Aus tiefster Über­zeugung müssen wir sie denen zuschieben, die das Netz der Kriegsverschwö­rung gegen Deutschland seit lange im verborgenen arglistig gesponnen und jetzt über uns geworfen haben, um uns zu ersticken.“

Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren:An die evangelischen Christen im Ausland 4. September 1914 In dem unvergleichlichen weltgeschichtlichen Zeitabschnitt, in dem … Mehr

Walter Höchstädter, Der Lemppsche Kreis: „Etliche Tage nach der Zusammen­kunft mit Hermann Diem begaben sich Professor Hengstenberg und mein Va­ter in die Arcisstraße zu Landesbischof Meiser. Sie hatten eine zweistün­dige Aussprache mit ihm. Mein Vater sagte, Bischof Meiser habe sie auf­merksam angehört, habe auch die Denkschrift nach Form und Inhalt weit­gehend gebilligt, aber er weigerte sich, sie zu übernehmen und zu veröf­fentlichen; denn er habe die Verantwortung für eine große Landeskirche mit fast 1500 Pfarrern. Wenn er, so sagte er, etwas in dieser Richtung un­ternehme, dann käme sicher eine große Verfolgung über die Kirche, d. h. über die Menschen, die ihm anvertraut seien. Zudem wäre den Juden da­mit auch nicht geholfen, im Gegenteil: die Maßnahmen der Partei gegen sie würden nur noch rigoroser.“

Der Lemppsche Kreis Von Walter Höchstädter Wenn sich im November die makabren Ereignisse des deutschen „Reichs­pogroms“[1] zum 50. Mal jähren, … Mehr

Martin Luther Vorrede zu Unterricht der Visitatoren an die Pfarrherrn im Kurfürstentum zu Sachsen (1528): „Da uns jetzt das Evangelium durch unaussprechliche Gnade Gottes so barmherzig wiedergekommen oder sogar erst überhaupt aufgegangen ist und wir dadurch gesehen haben, wie elend die Christenheit verwirrt, zerstreut und zerrissen ist, hätten wir auch dieses rechte bischöfliche und Besuchsamt, als aufs höchste vonnöten, gern wieder eingerichtet gesehen. Aber weil unser keiner dazu berufen war oder mit Gewissheit den Auftrag hatte und St. Petrus in der Christenheit nicht etwas schaffen lassen will, man sei denn gewiss, dass es Gottes Geschäft sei, hat sich keiner vor dem anderen erdreistet, es auf sich zu nehmen. Da haben wir sicheres Spiel haben wollen und uns an das Amt der Liebe gehalten, welches allen Christen gemeinsam geboten ist, und sind demütig mit Bitten an den durchlauchtigsten hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Johann, unseren gnädigsten Herrn als den Landesfürsten und unsere eindeutige weltliche Obrigkeit, die uns von Gott verordnet ist, herangetreten, dass Seine Kurfürstliche Gnaden aus christlicher Liebe — denn nach weltlicher Obrigkeit sind sie nicht verpflichtet — und um Gottes willen, dem Evangelium zugut und den elenden Christen in S.K.F.G. Landen zu Nutz und Heil gnädiglich etliche tüchtige Personen zu diesem Amt auffordern und verordnen sollten.“

Vorrede zu: Unterricht der Visitatoren an die Pfarrherrn im Kurfürstentum zu Sachsen (1528) Von Martin Luther Ein wie göttliches, heilsames … Mehr

Karl Steinbauer, Die Predigt vor dem Kriegsgericht (1944): „Aus solcher Kriegsnot und diesem Sterbensjammer heraus wäre es, meine ich, doch ange­bracht, wenn wir als Christen das Klagen des Friede­fürsten über Jerusalem ernsthaft zu Her­zen nähmen und bedächten, was zu unserem Frieden diene. Damit nicht auch über uns das Urteil kommt: ‚Nun aber ist’s vor deinen Augen verborgen‘, sondern daß er an uns sein eigentliches Amt ausrichten könnte, unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens, wie es so fein in der lobpreisenden Weissagung des greisen Zacharias verkündigt ist. ‚Er hat uns erlöst aus der Hand unserer Feinde, daß wir ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist‘. Und darum haben nicht wir mit Vorwürfen und Fragen ihm entgegenzutre­ten, sondern tun gut daran, uns von ihm fragen zu lassen: Was hast du getan für den Frieden? Was hast du gekämpft und gearbei­tet für den Frieden?“

Die Predigt vor dem Kriegsgericht Von Karl Steinbauer Es ist ein Zeichen der Erniedrigung und Herablassung Gottes zu uns Menschen, … Mehr

Maria Zelzer über Sebastian Franck (1958): „Franck ist fest davon überzeugt, auch im Religiösen eine Zeitwende zu erleben, wenn ihn nicht das Nachdenken über die sündige Menschheit in Weltuntergangsstimmung ver­setzt. In der Türkei bemerkt Franck auch gute Sitten, und als junger Ehemann interessiert er sich besonders für die Stellung der Frau in der Türkei. Er schüttet dabei sein Herz aus und klagt, daß es in Deutschland meist ungehorsame Frauen gibt; ’sind wahrlich schier recht Amazonas‘. Wie anders sei es doch in der Türkei, wo die Frauen ‚anzeigen ihre pflichtige Untertänigkeit, dem Manne schuldig, daß sie sollen und gern wollen unter des Mannes Füßen sein. Diese Gewohnheit und Zucht, wollte Gott, daß sie auch in Deutschland wäre …‘ Fast in alle Schriften schiebt Franck einen Wunschzettel an die Frauen ein. Geheiratet zu haben, be­dauert er gar bald; denn die Pflicht, für seine Familie sorgen zu müssen, bedrückt ihn. Er bildet sich auch ein, durch die Ehe in seinem Gedankenflug gehemmt zu werden.“

Sebastian Franck Von Maria Zelzer Zu den Schicksalen der Bücher gehört die Zeit, in der sie geschrieben, und die Zeit, … Mehr

Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war: „‚Sixt D’ dort net des klaa Dämpfla aufsteig’n?‘ (So wie etwa im Winter von einem warmen Misthaufen Dampf aufsteigt), ‚Joo des sich i‘. ‚Noo schau n er etz gnau hie.‘ „Etzertla sich’ i in Hoos’n aa.‘ Damit setzte sich der Schreinermeister Andreas Stoll, weiland aktiv gedient beim königlich bayerischen Leibregiment, wieder gewichtig in Marsch. Da habe ich ihn erstaunt gefragt: ‚Stollers Reser, worum Schießt E’r (ihr) no etz den Hoos’n net?‘ Er blieb wieder steh’n und sagte bedachtsam: ‚Waßt D’ Bu(b), wos a richti’er Jeecher is’, der schießt ka Wild, wenn’s in sei’m Bett licht.‘ – Damit setzte sich der ‚Stollers Reser‘, dieses schwergewichtige, bullenhafte – so empfindsame, feinfühlige – Mannsbild abermals in Marsch. Mich hat das Wort: ‚Weißt Du, Bub, was ein richtiger Jäger ist, der schießt kein Wild, wenn es in seinem Bett liegt‘ unvergeßlich tief in mein Bubenherz getroffen.“

Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war Das ist sie, die NSDAP-Mitgliedskarte von Pfarrer … Mehr

George Bell, The Church’s Function in War-Time (November 1939): „The Church stands for the Cross, the gospel of redemption. It cannot, therefore, speak of any earthly war as a ‘crusade,’ for the one thing for which it is impossible to fight with earthly weapons is the Cross. Its supreme concern is not the victory of the national cause. It is a hard thing to say, but it is vital. Its supreme concern is the doing of the Will of God, whoever wins, and the declaring of the Mercy of God to all men and nations. The ministers, especially the leaders of the Church, have a great responsibility for making this plain. It is not only that the Church, if its clergy preach the gospel, offers a counter-balancing force of undoubted authority to the waves of national emotion, and so helps to preserve spiritual integrity. That is important. But what is still more important is the fact that the Church is the trustee of the gospel of redemption; and unless the gospel is preached, the Church is not the Church.“

The Church’s Function in War-Time[1] By George Bell, Bishop of Chichester What is the Church to do and say in … Mehr