Hans-Joachim Iwand, Predigt über Lukas 2,10-12 (Weihnachten 1944): „Vor zwei Jahren feierten unsere Soldaten in Stalingrad in Eis und Schnee und sicherer Todgeweihtheit das Weihnachtsfest. Ein Doku­ment dieser Weihnachtsfeier ist uns erhalten geblieben. Ein Oberleut­nant zeichnete auf der Rückseite einer russischen Landkarte das Bild der Gottesmutter, die das Kind in ihren Armen trägt. Die Gestalt der Mutter faltet sich förmlich um das Kind herum, das Kind aber bildet die Mitte, es trägt seine Mutter. An den Rand der Zeichnung schrieb der Maler die drei Worte: Licht, Leben, Liebe. Es sind die drei großen Worte, in denen uns der Eingang des Johannes-Evangeliums die Fleischwerdung des Wortes Gottes erzählt. Vor diesem Bild, so wird uns berichtet, haben die Männer von Stalingrad gesessen und Weih­nachten gefeiert. Sie haben den Weg zu dem Kind gefunden. Das Kind ist längst bei uns, es kommt nur darauf an, dass wir noch recht­zeitig zu ihm kommen können. Amen.“

Predigt über Lukas 2,10-12 zu Weihnachten Von Hans-Joachim Iwand Die Weihnachtsgeschichte beginnt von oben her, denn sie ist Ge­schichte von … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigtmeditation zu 2. Korinther 5,1-10 (Totensonntag, 1948): „Paulus will, daß wir diesen Seufzer mitten in unserer Auferstehungsgewißheit nicht unterdrücken; er will, daß wir die Augen nicht schließen vor dem offenen Abgrund, der sich im Verlangen nach der künftigen Herrlichkeit vor uns auftut. Er macht das Evangelium von Jesus Christus eben nicht zu einer Mysterienreligion, in der das Thema von Tod und Leben, von Zeit und Ewig­keit an sich der Gegenstand des Erlebens ist.“

Predigtmeditation zu 2. Korinther 5,1-10 (Totensonntag, 1948) Von Hans Joachim Iwand Non igitur hominum mors est similis morti bestiarum. (Luther … Mehr

Hans Joachim Iwand, Die Verantwortung und die Aufgaben der Christen in der heutigen internationalen Situation (1958): „Solange wir im Banne der Todeswelt leben, können wir nicht wahrhaft lieben! Die Liebe ist keine moralische Angelegenheit, keine philosophische Idee. Sondern die Liebe ist geboren jenseits des Todes. Das ist die Liebe Gottes.“

Die Verantwortung und die Aufgaben der Christen in der heutigen inter­nationalen Situation Von Hans Joachim Iwand Liebe Freunde, liebe Brüder … Mehr

Hans-Werner Surkau über Hans Joachim Iwand (1987): „Von ihm konnte eine Freimütigkeit ausstrahlen, die von Anfang an gewann, eine Herzlichkeit, die auch den Fremden nicht ausschloß, eine Offenheit zur Selbstkritik und Willigkeit zu einem neuen Anfang, die manchem den Weg zur verlorenen oder selbst verlassenen Bru­derschaft ermöglichte. Wer ihn einmal so erlebt hat, trotz gelegentlicher Schroffheit, die nie persönlich bedingt war, der wird Hans Joachim Iwand unvergessen behalten.“

Iwand, Hans Joachim (1899-1960) Von Hans-Werner Surkau 1. Leben Hans Joachim Iwand wurde am 11. Juli 1899 als Pfarrerssohn in … Mehr

Hans Joachim Iwand, Evangelium und Gesetz (Vorlesung über die Rechtfertigungslehre, 1958): „Man muß Gott glauben, dass wir Sünder sind. Es ist also kein Zufall, keine Schwäche, keine durch diese oder jene Lage gegebene Verfehlung, sondern es ist notwendig, unausbleiblich, unsere Bestimmung: Der Mensch, der wir sind, muß offenbar werden in seiner Übereinstimmung mit diesem dort in Jesus Christus gekreuzigten und hingerichteten Adam. Insofern sagt das Gesetz, was ist.“

Evangelium und Gesetz Von Hans Joachim Iwand Dieses Thema kommt zweimal in der Dogmatik vor. Einmal dort, wo von den … Mehr

Ernst Wolf, In memoriam Hans Joachim Iwand (1960): „Iwand hat sei­nen theologischen Kampf gekämpft, oft allein gelassen, aber doch kein Einsamer, ein Warner, der auch der Kirche, solange er lebte, immer etwas unangenehm war, und der nach seinem Tode ihr nunmehr un­ersetzlich fehlen wird. Was er hinterläßt, ist ein theologisches und gei­stiges Vermächtnis, das dazu aufruft, den von ihm eingeschlagenen Weg selbständig weiterzuverfolgen.“

In memoriam Hans Joachim Iwand (11.7.1899 – 2.5.1960) Von Ernst Wolf „Es liegt in der Theologie dieses Mannes und in … Mehr

Hans Joachim Iwand, Gesetz und Evangelium (1956): „Das Evangelium zerbricht das Gefüge der Gesetzesfrömmigkeit, es hebt das ganze System mit allen seinen Gliedern (articuli) aus den Angeln. Nicht weil der Mensch, sei es in seinem Sein (ontologisch) noch in seinem Tun (ethisch) einen Gott gemäßen Wert darstellt, sondern weil Gott den verlorenen Menschen sucht und für ihn sich selbst einsetzt (Versöhnung); aus unbegründeter, reiner, freier Gnade (sola gratia) heraus wird die Vergebung der Sünden (remissio peccatorum) verkündet.“

Gesetz und Evangelium dogmatisch Von Hans Joachim Iwand B. Dogmatisch 1. Es ist seltsam und nicht so leicht zu erklären, … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 28,16-20 (Trinitatis 1946): „Weithin lähmt die Erwartung des nahe bevorstehenden Endes das Heraustragen der Botschaft, darum die Bemühung, in frommen Kreisen zusammenzubleiben (in Jerusalem das Ende abzuwarten!), darum die Preisgabe der „Welt“ als einer endgültigen verlorenen, endgültig den Dämonen preisgegebenen Angelegenheit.“

Predigtmeditation zu Matthäus 28,16-20 (Trinitatis 1946) Von Hans Joachim Iwand Die Tauffe ist nichts anders denn eine Epiphania, Denn gott … Mehr

Hans Joachim Iwand, Vorlesung über die dogmatische Prinzipienlehre – Die große Verlegenheit. Das „extra me“ (1957): „Ich lebe nicht mehr aus mir selbst, ich schwinge nicht mehr um mein Ich, auch nicht um das große, alleine Menschen-Ich, die Vernunft, sondern es hat sich eine Tür aus diesem Gefängnis der Unendlichkeit aufgetan und ich trete heraus – in die Endlichkeit.“

Die große Verlegenheit. Das „extra me“ Von Hans Joachim Iwand Was ist Dogmatik? Was spielt sich dort ab, was geschieht … Mehr