Mit Verlusten in der Kirche zurechtkommen. Zehn Thesen zur christlichen Ethik des Abschiednehmens entfaltet 1. In der Gesellschaft sind der … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Hans Joachim Iwand, Kirche und Gesellschaft (1952): „Beide, Kirche und Gesellschaft, sind von Gott her aufeinander bezogen, sie stehen offen füreinander und müssen füreinander offenstehen, ‚bis dass Er kommt‘. Das ist die evangelische Regel für das Verhältnis der beiden Größen zueinander. Weder fällt die Kirche je zusammen mit Gottes Reich – das hieße, dass sie selbst aufhörte, offenzustehen für eine Reformation von draußen her. Noch fällt Gottes Reich je zusammen mit der Gesellschaft oder irgendeiner nur denkbaren Reform derselben. Sonst würde Gottes Reich greifbar werden mit ‚äußeren Gebärden‘, und an die Stelle des einen Jesus von Nazareth würden neue Christusgestalten und falsche Propheten treten, die die Massen verführen und in den Abgrund reißen.
Kirche und Gesellschaft Von Hans Joachim Iwand I. Das Thema: „Kirche und Gesellschaft“ ist seit hundert Jahren in der Theologie … Mehr
Christian Gerber, Vom Kirchenschlaf (Unerkannte Sünden der Welt, 1690): „Hingegen ist es gewisslich eine sehr schwere Sünde, wenn junge oder sonst frische und gesunde Leute, die Gottes Wort besonders nötig haben und oft im Christentum sehr schlecht unterrichtet sind, dennoch aus schändlicher Faulheit und Gewohnheit während des Gottesdienstes schlafen und schnarchen – vom Anfang bis zum Ende. Dann gehen sie aus der Kirche, ohne irgendeine Besserung ihres Christentums, und geben sich damit zufrieden, dass sie ’nur‘ in der Kirche gewesen sind. Dabei haben sie weder mit andächtigem Gesang ihre Herzen zu Gott erhoben, noch das gepredigte Wort mit Andacht gehört, sondern die Zeit mit süßem Schlaf zugebracht. Das ist wahrlich eine sehr große Sünde: aus dem Hause Gottes, in dem man beten und lernen soll, ein Schlafhaus zu machen.“
Vom Kirchenschlaf (Unerkannte Sünden der Welt, 1690) Von Christian Gerber § 1 Es ist vor aller Welt offenbar, dass auch … Mehr
Martin Luther über die Lutherrose in seinem Brief an Lazarus Spengler: „Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, um anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, und ihn kurzum in eine weiße, fröhliche Rose versetzt. Das geschieht nicht so, wie die Welt Friede und Freude gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein. Denn die weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet in einem himmelfarbenen Felde, weil solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang der himmlischen zukünftigen Freude ist, die jetzt wohl schon drinnen einbegriffen und durch Hoffnung erfasst, aber noch nicht offenbar ist.“
Brief an Lazarus Spengler über die Lutherrose (1530) Von Martin Luther Veste Koburg, 8. Juli 1530 Weil Ihr zu wissen … Mehr
Thomas von Aquin über den gerechten Krieg in seiner Summa theologica: „Drittens wird gefordert, dass die Absicht der Kämpfenden richtig sei, dass sie nämlich entweder das Gute fördern oder das Böse meiden wollen. Daher sagt Augustinus: ‚Bei den wahren Verehrern Gottes sind auch jene Kriege friedlich, die nicht aus Begierde oder Grausamkeit, sondern aus Friedensstreben geführt werden, um die Bösen zu zähmen und die Guten zu fördern.‘ Es kann aber vorkommen, dass selbst wenn die rechtmäßige Autorität des Kriegsankündigers und eine gerechte Ursache vorliegen, der Krieg dennoch wegen schlechter Absicht unerlaubt wird. Denn Augustinus sagt: ‚Die Begierde zu schaden, die Grausamkeit zu rächen, der unversöhnliche und unversöhnbare Sinn, die Wildheit des Aufbegehrens, die Herrschsucht und Ähnliches – das sind die Dinge, die im Krieg mit Recht getadelt werden.'“
Über den Krieg (De bello) Von Thomas von Aquin Anschließend ist über den Krieg zu handeln. Im Zusammenhang damit werden … Mehr
Klaus Koch, Der Schatz im Himmel (1968): „Die Hoffnung auf einen Vorrat von guten Werken im Himmel, der dereinst sich zum ewigen Leben auswirkt und zum Reich Gottes gehört, teilt also das Neue Testament mit der jüngeren spätisraelitischen Apokalyptik, zu der sich auch sonst reichlich Querverbindungen herstellen lassen. Es ist nötig, dass man dieser speziellen Beziehung ansichtig wird. Der für das Eschaton aufgespeicherte Vorrat im Himmel ist keineswegs eine zur Zeit Jesu in Israel allgemein verbreitete Vorstellung. Jene Ausleger machen es sich zu leicht, die von späteren jüdischen Belegen her alsbald mit einer Geldvorstellung bei der Hand sind.“
Der Schatz im Himmel Von Klaus Koch Die deutschsprachige evangelische Theologie wird gegenwärtig von einem unstillbaren Drang nach Aktualität erfaßt. … Mehr
Michael Gaismairs Landesordnung für Tirol (1526): „Damit gute Ordnung im ganzen Land in allen Dingen herrsche, sollen vier Hauptleute und darüber ein oberster Hauptmann über das gesamte Land eingesetzt werden. Diese sollen im Kriegsfall und in allen Angelegenheiten ständig für die Bedürfnisse und die Fürsorge des Landes sorgen: mit der Vorbereitung des Landes, der Befestigungen, der Pässe, Wege, Brücken, Wasserleitungen, Landstraßen und allem, was im Land notwendig ist, und dem Land in allen Dingen treu dienen. Doch sollen sie alle Mängel zuerst der Regierung anzeigen und nach deren Rat handeln.“
Michael Gaismairs Landesordnung für Tirol (1526) Michael Gaismair (1490-1532), ein ehemaliger Beamter des Prinzbischofs von Brixen, entwarf 1526 die Tiroler … Mehr
Gerhard O. Forde über Rechtfertigung (Justification): „Rechtfertigung stellt den Menschen vor Gott in Frage. Wahre Rechtfertigung tröstet zwar die Bedrängten, aber sie – vielleicht noch mehr – beunruhigt die Selbstzufriedenen. Zweitens entscheidet die Frage der Rechtfertigung die grundlegende theologische Frage nach dem Wesen Gottes. Ein Gott, der die Gottlosen rechtfertigt um seines Namens willen, muss ein lebendiger Gott sein, der in der Gegenwart Neues schafft: nicht nur Sünder rechtfertigt, sondern auch sich selbst – indem er seinen Anspruch, Schöpfer und Erlöser zu sein, einlöst.“
Rechtfertigung (Justification) Von Gerhard O. Forde Rechtfertigung ist ein grundlegender biblischer und dogmatischer Begriff, der das Handeln Gottes beschreibt, durch … Mehr
Kornelis Heiko Miskotte, Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935): „Hast du wirklich gehört: ‚Ich bin der HERR, dein Gott‘, dann hast du auch das wahre Gebot der Humanität gehört. Und dann siehst du ringsum die Augen der Fremden sehnsüchtig auf dich gerichtet. Du selbst bist und bleibst ein ‚Fremdling auf Erden‘, darum erkennst du überall deine Brüder im selben Los. Über die Nation, über die Kirche, über unseren lieben Kreis, über unseren persönlichen Lebensstil erhebt sich hoch: das Gebot des erbarmenden Gottes, den Fremden zu lieben.“
Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935) Von Kornelis Heiko Miskotte „Der Fremde, der bei euch wohnt, soll euch … Mehr