Zur Ethik der Integrität in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer: „Integrität ist wesentlich relational. Sie zeigt sich im Vermögen, Rechenschaft zu geben – nicht zur Selbstrechtfertigung, sondern um das eigene Leben erzählbar, kritisierbar und verantwortbar zu machen. Dazu gehören die Anerkennung von Verletzlichkeit und Schuld ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und um Vergebung zu bitten. Integrität bewahrt davor, sich hinter Rollen, Identitäten oder moralischen Selbstzuschreibungen zu verbergen. Eine Identität muss geschützt werden – Integrität nicht.“

Zur Ethik der Integrität in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer „Der ist integer.“ – „Ihr kannst du vertrauen.“ Solche Sätze fallen … Mehr

Christoph Blumhardts Morgenandacht zu Psalm 32,8 (1899): „Viele glauben es nicht, dass wir Kinder Gottes sind, und reißen es den anderen aus dem Herzen, und da gibt es viele Leute, die sind immerfort verzagt und meinen, sie gehören gar nicht dazu. So laufen sie herum, wie wenn sie gottlos wären und im Grund genommen gehören sie ja zu Gott und sind längst von Gott angenommen; sie meinen, sie müssen Wunder was tun, um zu Gott zu kommen, während Gott längst bei ihnen ist.“

Morgenandacht zu Psalm 32,8 Von Christoph Blumhardt Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. … Mehr

Gerhard M. Saß, Verheißung. Hermeneutische Überlegungen: „Von Gott geschenktes und verheißenes Leben drängt auf unsere Antwort hin. Die er­ste und wichtigste Antwort des Menschen ist der Glaube (pístis) als hoffendes Vertrauen auf Gott als den treuen (pistós) Geber der Verheißung. Sich auf Gottes Treue zu seinen Verheißungen zu verlassen bedeutet heute (im Angesicht der Shoa) auch ernstzunehmen, dass unser Gott, der Vater Jesu Christi; zugleich der Gott Israels ist, der treu zu seinem Bund mit seinem Volk steht. So gelte die Verheißungen seinem Volk bis heute, und wir sind allein »in Christus« Mit-Erben und Mit-Teilhaber der Verheißun­gen geworden.“

Verheißung. Hermeneutische Überlegungen Von Gerhard M. Saß Verheißung ist nicht nur in biblisch-, sondern auch in systematisch- und praktisch-theolo­gischen Zshg. … Mehr

Kurze Sprüche des Katechismus, wie ihn Doktor Martinus Luther in seinem Hause gelehrt hat: „Ohne Kreuz kommen wir nicht zur Herrlichkeit. Das Evangelium kann nicht ohne Rumor gepredigt werden. Der heilige Geist macht einen Menschen nicht so bald vollkommen, sondern er muss wachsen. Am Evangelium verliert man nichts, darum sollen wir alles daransetzen. Dem Evangelium glauben löst von Sünden. Werke gehören dem Nächsten, der Glaube Gott. Die andere richten, verdammen sich selbst. Ein gutes Werk ist das, was anderen wohltut.“

Kurze Sprüche des Katechismus, wie ihn Doktor Martinus Luther in seinem Hause gelehrt hat Die Zehn Gebote 1. Wie der … Mehr

Bernhard Waldenfels über ‚fremd‘ und ‚Fremdheit‘: „Die neuzeitliche Freisetzung des Ich als eines denkenden Wesens, das sich kritisch prü­fend aus den natürlichen und sozialen Zusammenhängen heraus­hebt, entfacht einen Fremdheitsbrand, der über ethi­sche und religiöse Grenzerfahrungen hinausführt und in den Kern von Ich und Welt vordringt. Eine Seele, die sich gemeinschaftlich im All spiegelt oder in Gott geborgen weiß, mag sich überall daheim füh­len. Ein Ich dagegen, das selbst ins Zentrum rückt, sieht sich mit konkurrierenden ‹Fremd-Ichen› kon­frontiert, von denen es nicht bloß verschieden, son­dern durch eine Kluft geschieden ist.“

Fremd/Fremdheit Von Bernhard Waldenfels 1. Zu den Begriffen Die Tat­sache, dass sich hinter den dt. Ausdrücken ein be­sonders komplexer Bedeutungsgehalt … Mehr

Martin Luther, Sermon vom Leiden und Kreuz (1530): „Der Christen Leiden ist deshalb edler und köst­licher als aller anderen Menschen Leiden, weil Christus sie in das Leiden gesteckt hat und so auch alle Leiden seiner Chri­sten geheiligt hat. Sind wir denn nicht arme, tolle Leute? Wir sind nach Rom, Trier und an andere Orte gelaufen, um die Heiligtümer aufzusuchen. Warum lassen wir uns nicht auch das Kreuz und das Leiden lieb sein, welches Christus viel naher gewesen ist und ihn naher berührt hat als irgendein Kleid am Leibe? Es hat ihm nicht allein den Leib, sondern das Herz be­rührt. So ist nun durch das Leiden Christi auch das Leiden aller seiner Heiligen ganz zum Heiligtum geworden; denn es ist mit dem Leiden Christi verbunden. Deswegen sollen wir alles Leiden nicht anders annehmen denn als Heiligtum; denn es ist wahrhaftig ein Heiligtum.“

Sermon vom Leiden und Kreuz (1530) Von Martin Luther Liebe Freunde, ihr wißt, daß man in dieser Zeit die Passions­geschichte … Mehr

Stanley Hauerwas über Tugend (1986): „Tugenden scheinen eine subjektive Beliebigkeit in moralische Überlegungen einzuführen, die die moderne Moralphilosophie gerade vermeiden wollte. Daher wurden Tugenden meist als moralisch nachrangig gegenüber einer Pflichtethik betrachtet, die Regeln und Prinzipien ins Zentrum stellt. Diese, so glaubt man, bieten eher die Chance auf breite Übereinstimmung. Doch Befürworter der Tugendethik betonen, dass auch Regeln und Prinzipien im Grunde auf ähnliche Probleme stoßen.“

Tugend Von Stanley Hauerwas „Tugend“ ist die Übersetzung des griechischen arete, was einfach jede Art von Exzellenz oder Vortrefflichkeit bedeutet. … Mehr

Tertullian, Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen (De Patientia): „Gelassenheit bei Ver­lusten ist eine gute Vorübung im Schenken und Mitteilen. Wer sich vor einem Verlust nicht fürchtet, ist auch nicht ver­drießlich beim Geben. Wird man, wenn man zwei Röcke hat, dem Nackten einen davon geben wollen, wenn man nicht imstande war, dem, der uns den Mantel nimmt, auch noch den Rock zu geben?“ Werden wir uns mit dem Mam­mon der Ungerechtigkeit Freunde machen, wenn wir ihn so lieben, daß wir seinen Verlust nicht ertragen können? Wir werden mit dem zugrunde gegangenen auch zugrunde gehen. Was können wir hienieden finden, wo wir uns zu verlieren haben?

Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen Von Tertullian Daß die Habsucht die Wurzel aller Übel sei, das hat der Heilige Geist … Mehr

Zwischen letzter Freiheit und bleibender Verantwortung – Zur Ethik des Vererbens: „Nicht selten handeln Erblasser in guter Absicht: Sie wollen für ihre Kinder sorgen, unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen oder besondere Bedürftigkeit ausgleichen. Dabei wird jedoch leicht übersehen, dass solche Entscheidungen von den Betroffenen als Bevorzugung oder Benachteiligung wahrgenommen werden können – als ungerechter Gunsterweis, der alte Wunden aufreißt oder neue schlägt.“

Zwischen letzter Freiheit und bleibender Verantwortung – Zur Ethik des Vererbens In der Seelsorge bei Trauerfällen ebenso wie in der … Mehr