Martin Niemöller, Weihnachtspredigt zu Lukas 2,10-12 im KZ Dachau 1944: „Wenn wir aber nun in die Tiefe schauen und fragen, was denn diese menschliche Hilflosigkeit und irdische Heimatlosigkeit des Jesuskindes uns zu sagen haben, dann fängt eben hier die wahrhaft frohe Botschaft an: Gott – der ewigreiche und allmächtige Gott – geht ein in die äußerste menschliche Armseligkeit, die man sich denken kann. Kein Mensch ist so schwach und hilflos, in Jesus Christus kommt Gott zu ihm her, mitten hinein in unsere Not; und kein Mensch ist so verlassen und heimatlos in dieser Welt, in Jesus Christus sucht Gott ihn auf, mitten in unserm Elend.“

An Heiligabend 1944 durfte Martin Niemöller im Zellenbau des Konzentrationslagers Dachau einen Gottesdienst halten, der ersten nach siebeneinhalb Jahren Gefangenschaft. … Mehr

Siegfried Einstein, Schlaflied für Daniel: „Du darfst nicht schlafen, mein Kind. / Und es ist Nacht. / Die Toten stöhnen im Wind: / viel Menschen sind umgebracht. // Du darfst nicht schlafen, mein Sohn, / und träumen von seliger Pracht. / Sieh doch, es leuchtet der Mohn / wie Blut so rot in der Nacht. / Wir fahren durch Deutschland, mein Kind. / Und es ist Nacht. / Die Toten klagen im Wind – / und niemand ist aufgewacht …“

Siegfried Einstein, am 30. 11. 1919 in Laupheim geboren, emigrierte 1934 in die Schweiz und kehrte 1953 nach Deutschland zurück. … Mehr

Leo Tolstoi, Was ist Geld (1890): „Auch die Frage, was Geld sei, wird alsdann ihre Lösung finden, und es wird sich herausstellen, dass das Geld durchaus nicht jenes un­schuldige Mittel der Wertmessung, der Verkehrserleichterung und der Sparmög­lichkeit ist, als welches die Wissenschaft es gegenwärtig darstellt, son­dern dass es das erste und vorzüglichste Mittel der Unterjochung des Menschen durch den Menschen ist, mit einem Wort, dass es ist: geron­nene Gewalt.“

Was ist Geld? Von Leo Tolstoi Geld! Was ist Geld? Geld ist ein Äquivalent für Arbeit. Ich habe gebildete Leute … Mehr

Reinhold Schneider, Der Glaube des Petrus (Auslegung zu Matthäus 14,22-33 von 1941): „Petrus ist endlich vor dem Herrn, was er sein möchte: der unbedingt Glau­bende und aus dem Glauben Handelnde, der sein Leben an seinen Glauben an sein Zeugnis setzt. Petrus wird getra­gen von der Kraft des Herrn, an den er glaubt; er geht im Lichte Chri­sti.“

Der Glaube des Petrus (1941) Von Reinhold Schneider »Und Petrus stieg aus dem Schiffe«Mt. 14, 24-33; Mk. 6,47-51; Joh. 6,16-21. … Mehr

Jürgen Moltmann, Über die Hoffnung: „Dieser Engel der Zukunft blickt nicht zurück mit Trauer oder Zorn auf die Trümmerfelder unserer menschlichen Geschichte. Er sieht mit großen Augen in die Zukunft des kommenden Gottes und kündigt die Geburt des göttlichen Kindes an. Der Sturmwind des göttlichen Geistes weht in seinen Flügeln und Gewändern, als hätte dieser Sturmwind ihn in unsere Geschichte geweht. Er bringt die Geburt der Zukunft aus dem Geist der göttlichen Verheißung.“

Über die Hoffnung Von Jürgen Moltmann ICH SEHE VOR MIR ZWEI ENGEL: Der eine ist der Engel der Geschichte. Paul … Mehr

Jürgen Moltmanns Anfrage an Heinrich Bedford-Strohms Konzept einer öffentlichen Theologie: „»Öffentliche Theologie« kann nicht die Kirche zum Zentrum haben, sondern nur das universale Reich und die Herrlichkeit Gottes, denn im Zentrum der Kirche steht das Gebet: »Dein Name werde geheiligt, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden«. Im Zentrum der Kirche steht der Gekreuzigte – draußen. Er lädt zum Abendmahl ein. Die Kirche Christi versteht sich selbst mit Israel als vorläufig zum messianischen Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit.“

Da scheint Jürgen Moltmann in Sachen „öffentliche Theologie“ nicht an allem Gefallen zu finden, was Heinrich Bedford-Strohm unter dieser Signatur … Mehr

Reinhold Schneiders „Vom Wort zum Herrn“ (1939): „Das Wort hat nur mit einer Macht zu ringen, die freilich tausendfältiger Gestalt ist: mit dem Widersacher. Er vermag sich in den höchsten Wer­ken des Geistes zu verbergen wie in den Werken tiefster Niedrigkeit; das Wort ist die Liebe, er ist der Hass. Darum hat das Wort die unfehlbare Wirkung, zu einigen und das Reich des Herrn zu bereiten; es ist die Mitte, an die alles Wirken des Herrn gebunden ist.“

Als Kurt Ihlenfeld 1939 im Hinblick auf eine Revision der Luther-Bibel von 1912 den Band „Das Buch der Christenheit. Betrachtungen … Mehr