Hannah Arendt über die Deutschen (1950): „Der wohl hervorstechendste und auch erschreckendste Aspekt der deutschen Realitätsflucht liegt jedoch in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen. Die Verwandlung von Tatsachen in Meinungen ist nicht allein auf die Kriegsfrage beschränkt; auf allen Gebieten gibt es unter dem Vorwand, dass jeder das Recht auf eine eigene Meinung habe, eine Art Gentlemen’s Agreement, dem zufolge jeder das Recht auf Unwissenheit besitzt – und dahinter verbirgt sich die stillschweigende Annahme, dass es auf Tatsachen nun wirklich nicht ankommt. Dies ist in der Tat ein ernstes Problem, nicht allein, weil Diskussionen dadurch oftmals so hoffnungslos werden (man schleppt ja normalerweise nicht immer Nachschlagewerke mit sich herum), sondern vor allem, weil der Durchschnittsdeutsche ganz ernsthaft glaubt, dieser allgemeine Wettstreit, dieser nihilistische Relativismus gegenüber Tatsachen sei das Wesen der Demokratie. Tatsächlich handelt es sich dabei natürlich um eine Hinterlassenschaft des Naziregimes.“

Nachdem Hannah Arendt im Winter 1949/50 im Auftrag der «Jewish Cultural Reconstruction» zum ersten Mal nach ihrer Emigration wieder Deutschland … Mehr

Gebet zu Psalm 23 – Der gute Hirte: „Dein Wort spricht unser Leben an. Du bist der gute Hirte, Du suchst uns, rufst uns beim Namen, holst uns ein, wo wir uns selbst verlorengehen. Die Sünde trägst Du nicht nach, hast sie in deinen Tod hineingenommen. Auferstanden aus dem Grab schenkst Du ewiges Leben mit Dir. Lass uns den Glauben an Dich finden – auch durch Zweifel hindurch. Leite uns auf unserem Lebensweg durch dunkle Täler und über lichte Höhen. Halte uns in Gemeinschaft mit Dir.“

Gebet zu Psalm 23 Herr Jesus Christus,Dein Wort spricht unser Leben an.Du bist der gute Hirte,Du suchst uns, rufst uns … Mehr

Warum die Himmelfahrt uns weltweit eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus ermöglicht: „Jesu Auferstehung irdisch in der Horizontalen festgehalten würde dagegen bedeuten, dass man sich wie die Hirten in der Weihnachtsgeschichte zu einem bestimmten heiligen Erscheinungsort (man denke bezüglich der Marienerscheinungen an Lourdes) aufmachen müsste, um dem auferstandenen Messias zu begegnen. Dank der Himmelfahrt kann der Heilandsruf für Christen allerorts gelten: ‚Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.‘ Wenn man es dogmatisch fassen will, führt die Himmelfahrt gerade nicht in die leibliche Abwesenheit Christi, sondern in die Ubiquität dessen Menschseins, die eben nicht das Extra Calvinisticum gelten lässt.“

Jesu Auferstehung irdisch in der Horizontalen festgehalten würde dagegen bedeuten, dass man sich wie die Hirten in der Weihnachtsgeschichte zu … Mehr

Wenn die Corona-Pandemie keine göttliche Strafe sein kann, wie ist dann Gott im Unheil zugegen?: „Sucht man Gott aus dem Unheilsgeschehen wegzurationalisieren, so dass ihm auch kein Vorwurf mehr zu machen ist, müssen Menschen mit dem Unheil selbst zurechtkommen. Sie können dann allein darauf vertrauen, was menschliches Können noch zum Guten zu wenden vermag. Derartige Lebensaussichten bleiben natürlicherweise dürftig.“

Wenn die Corona-Pandemie keine göttliche Strafe sein kann, wie ist dann Gott im Unheil zugegen? Wie kommen manche Christinnen und … Mehr