Warum uns im Vaterunser die drei Du-Bitten „Geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe …“ vorgegeben sind: „Der von sich selbst sagt ‚Ich bin der HERR und keiner sonst‘ soll mit Jesus unvermittelt als ‚Abba, Vater‘ angeredet werden. Aus dieser Anrede kann jedoch das Missverständnis erwachsen, Gott könne mit eigenen Bedürfnissen und Lebenswünschen für sich selbst beansprucht werden, als habe sich Gott in seiner Zuwendung dem Leben des Betenden zu fügen, um als Geber guter Gaben anerkannt zu werden.“

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Christoph Blumhardt, Auslegung des Aaronitischen Segens (4. Mose 6,24-26): „Was eigentlich der Segen ist, wissen wir nicht. Er umgibt uns wie eine gute Luft und tut uns wohl wie ein schöner Sommertag. Aber er hat eine Kraft; das spüren wir; er legt sich in alles hinein. Der Segen geht mit uns, wenn wir etwas arbeiten, und besonders, wenn wir etwas Gutes tun, leuchtet der Segen über uns. Der Segen kommt vom Angesichte Gottes. Die Freundlichkeit Gottes ist wie die Sonne, die leuchtet, dass der Same aufgeht. Jeder Mensch muss denken: In mir ist ein Same des Guten und Schönen, und es kommt nur darauf an, dass der Segen drüber kommt und der Same aufgehen kann.“

Über den Aaronitischen Segen Von Christoph Blumhardt Der Herr segne dich, und behüte dich! Der Herr lasse sein An­gesicht leuchten … Mehr

Eberhard Jüngel, Die wunderbaren Kraftakte des Jesus von Nazareth: „Ein letzter Hinweis soll der Vorbehaltlosigkeit und Bedingungslosigkeit der wunderbaren Machttaten Jesu gelten. Seine Wunderhandlungen stehen weder unter weltlichen noch – und das ist besonders bemerkenswert – unter religiösen Bedingungen. Für die religiöse Umwelt Jesu haben Kranke und Besessene sich ihr Elend selber zugezogen. Ihr erbärmlicher Zustand galt als Strafe für irgendwelche von ihnen begangenen Sünden. Von ihnen wäre also, wenn ihnen überhaupt zu helfen war, ein gehöriges Sündenbekenntnis als Voraussetzung ihrer Haltung gefordert. Nichts dergleichen kennzeichnet die Wunder Jesu. Ihn jammerten die in ihrer Kreatürlichkeit entstellten Menschen. Er ist nicht mit möglichen Ursachen ihres Elends beschäftigt, sondern mit diesem Elend selbst. Er fragt nicht, woher und warum. Er reagiert unmittelbar und vorbehaltlos. Und darin ist er ein Gegenstück zu allem religiösen Muff, der allemal darauf hinausläuft, den Menschen auf seine Sünden oder auf sein moralischen Versa­gen zu fixieren. Jesu Wunder kümmern sich nicht um die moralische Würdigkeit derer, denen sie zugute kommen. Mehr noch als in seinen Reden zeigt sich in seinen wunderbaren Taten, dass Jesus alles andere als ein Moralist war.“

Weil es ihn jammerte. Die wunderbaren Kraftakte des Jesus von Nazareth Von Eberhard Jüngel Wunder gehören dazu – jedenfalls dann, … Mehr

Hans Joachim Iwands Predigt über Johannes 20,19-23 von 1950: „Die Christenheit ist keine Verschwörung, die wie eine Krankheit der Gesellschaft im Dunkel schleicht … wir wissen ja auch, dass man damit die Straße gegen die Christen mobil machen kann. Das ist die Stimmung, die bei den staatlichen Organen herrscht, welche zur Unterdrückung der Kirche eingesetzt werden!“

Predigt über Johannes 20,19-23 – Wie die Jünger froh wurden Von Hans Joachim Iwand Am Abend aber desselben ersten Tages … Mehr

Hans Ehrenberg, Pfingstpredigt über Apostelgeschichte 2,1-13 (1937): „Diejenigen, welche sich bei den ersten Pfingsten über Jesu Jünger erregten, waren Menschen, ge­wohnt an Bibel und kirchliche Gemeinschaft und bekannt mit den Weissagungen der Schrift auf das Kommen des Geistes, und doch waren sie nicht vorbereitet, als sie urplötzlich dem heiligen Geist in Person begegneten. Um wieviel weniger ist der Mensch von heute in der Lage, den Geist in Person zu erkennen, der Mensch von heute, der ohne Bibel lebt und anstatt Weissagungen auf einen kommenden himmlischen Geist Nachrichten über einen gegenwärtigen irdischen Geist aufzunehmen gewohnt ist! Der Mensch von heute, der von dem, was er Religion nennt, bestenfalls eine Ergänzung seines irdischen Schaffens, aber niemals einen vollständigen Duchbruch durch sein Erdenwallen erwartet! Gerade das ist doch Pfingsten: Durchbruch, radikaler und totaler Durchbruch durch alles, was menschlich und irdisch ist!“

Hans Ehrenberg (1883-1958), Vetter Franz Rosenzweigs, war als Judenchrist von 1925 bis 1937 Pfarrer an der Christuskirche in Bochum. Er … Mehr