Karl Barths Brief an seine Großnichte Christine in Sachen Schöpfung und Evolution (1965): „Hat euch im Seminar niemand darüber aufgeklärt, dass man die biblische Schöpfungsge­schichte und eine naturwissenschaftliche Theorie wie die Abstammungslehre so wenig mitein­ander vergleichen kann wie, sagen wir: eine Orgel mit einem Staubsauger! — dass also von «Einklang» ebensowenig die Rede sein kann wie von Widerspruch? Die Schöpfungsgeschichte ist ein Zeugnis vom Anfang, vom Werden aller von Gott verschie­denen Wirklichkeit im Licht des späteren Handelns und Redens Gottes mit dem Volk Israel — natürlich in Form einer Sage und Dichtung. Die Abstammungslehre ist ein Versuch der Er­klärung jener Wirklichkeit in ihrem inneren Zusammenhang — natürlich in Form einer wis­senschaftlichen Hypothese.“

Wer zu unterscheiden weiß, kann einen vermeintlichen Widerspruch im Raum stehen lassen. Das zeigt Karl Barths Brief an seine Großnichte … Mehr

Karl Steinbauers Konfirmationspredigt in Senden/Iller über Epheser 6,10-20 von 1939: „In einer Stunde werde ich das Gefängnis hier verlassen und werde ins Konzentrations­lager Sachsenhausen verbracht. Ich danke euch allen, besonders euch lieben Konfir­manden, für eure Treue, die ihr mir wieder bezeugt habt.“

Da mag die Konfirmationspredigt mit Bezug auf Epheser 6,10-17 und Luthers „Ein feste Burg ist unser Gott“ martialisch klingen, die … Mehr

Søren Kierkegaard, Der »Professor« der Theologie: „Der »Professor« drückt aus, dass die Religion ein gelehrtes Problem ist; der Professor ist die größte Satire auf den »Apostel«. Man ist – Professor (wes­sen?) dessen, was ein paar Fischer in die Welt gesetzt haben: oh, treffliches Epigramm. Dass das Christentum die Welt solle überwinden können: ja, das hat der Stifter selbst vorausgesagt, und das glaubten die »Fischer«. Aber das Siegeszeichen: dass das Christentum in dem Maße siegen solle, dass es Professoren der Theologie gäbe – das hat der Stifter nicht vorausgesagt.“

Der »Professor« der Theologie Von Søren Kierkegaard O fürchterliche Tiefe der Verwirrung, o fürchterliche, durch Beharrung verhärtete Irreführung. Von Generation … Mehr

Paul Schempp, Die Kirche am Scheideweg (1934): „Wie kann man behaupten, die Schrift sei unangetastet, wenn man die Möglichkeit, christlicher Pfarrer zu sein, abhängig macht von der arischen Abstammung? Gott hat es nun einmal gefallen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu sein, Jesus Christus ist nun einmal nach dem Fleisch von dem Samen Davids geboren, das Heil kommt nun einmal von den Ju­den, die Heiden sind nun einmal aufgepfropft auf das auserwählte Volk, Paulus verbietet nun einmal als Apostel der Heiden den Christen, die vorher Heiden wa­ren, sich zu rühmen wider die Juden.“

Im Nachlass Paul Schempps fand sich ein handschriftliches Memorandum „Die Kirche am Scheidewege“ aus dem Frühjahr 1934, in dem Schempp … Mehr

Über die Anfänge Evangelischer Akademien im Nationalsozialismus: „Es kommt darauf an, weiteste Kreise unseres evangelischen Volkes mit evangelischem Glaubensgut zu durchdringen und zu festigen. Jeder evangelische Volksgenosse soll wieder bewusst zum Träger des Evangeliums werden, um so nach dem Willen des Führers die letzten und tiefsten Werte für das Leben unseres Volkes in sich zu tragen. Deshalb hat die Glaubensbewegung Deutsche Christen nunmehr die Errichtung von evangelischen Akademien beschlossen, die in den größeren Städten unserer Provinz, in Bielefeld, Münster, Bochum, Hagen, Dortmund und Siegen ihren Sitz haben werden.“

Über die Anfänge Evangelischer Akademien im Nationalsozialismus So wird die Ursprungsgeschichte der Evangelischen Akademien in Deutschland gemeinhin erzählt: „Die Evangelischen … Mehr