Martin Luther, Der 101. Psalm ausgelegt (1535): „Wer hätte auch jemals alle Bosheiten Stück für Stück in einem Buche, geschweige in einem Psalm aufführen können. Man sieht ja wohl, wie auch zu unsrer Zeit ein Gesetz nach dem andern, ein Recht nach dem andern, eine Ordnung nach der andern, eine Weise nach der andern gemacht wird, um solchen Lastern zu wehren, und ist, wie Salomo sagt, des Büchermachens kein Ende. Mit Büchern meint er hier nicht nur Papier und Tinte, sondern Lehre und Ordnung, die immer neu in der Welt aufgestellt wer­den und dennoch (den Lastern nur) schwer wehren und steuern.“

Neben Psalm 82 und Psalm 127 ist der 101. Psalm für Luther ein biblischer Schlüsseltext für seine politische Ethik: Der … Mehr

Karl Barths Gebet wider die Angst aus seiner Weihnachtspredigt 1958: „Herr unser Gott! Wenn wir Angst haben, dann lass uns nicht verzweifeln! Wenn wir enttäuscht sind, dann lass uns nicht bitter werden! Wenn es mit unserem Verstehen und mit unseren Kräften zu Ende ist, dann lass uns nicht umkommen! Lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren, die du ja gerade denen verheißen hast, deren Herz demütig und zerschlagen ist und die sich fürchten vor deinem Wort. Und nun denken wir an alle Finsternisse und Leiden dieser unserer Zeit – an die vielen Irrtümer und Mißverständnisse, mit denen wir Menschen uns plagen – an all das Harte, das so viele trostlos tragen müssen – an all die großen Gefahren, von denen die Welt bedroht ist, ohne Rat zu wissen, wie sie ihnen begegnen soll.“

Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben … Karl Barths Gebet „Herr, unser Gott! Wenn wir Angst haben …“, das … Mehr

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Wittenberg 1527: „Die Frau des Kapellans Georg Rörer, die ebenfalls der Niederkunft nahe ist, ist von der Pest gepackt; aber man bemüht sich jetzt darum, ob auf irgendeine Weise das Kind gerettet werden kann. Der Herr Jesus stehe ihr barmherzig bei. So sind äußerlich Kämpfe, innerlich Angst, und gar harte; Christus sucht uns heim. Ein Trost besteht, den wir dem wütenden Satan entgegensetzen: wir haben nämlich das Wort Gottes, um die Seelen der Gläubigen zu erhalten, wenn er auch immer die Leiber verschlingen mag.“

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Wittenberg 1527 Als im August 1527 die Pest … Mehr

Martin Luther, Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können (1526): „Wie, wenn mein Herr unrecht hätte, Krieg zu führen? Antwort: Wenn du gewiß weißt, daß er unrecht hat, so sollst du Gott mehr fürchten und gehorchen als Menschen, Apg. 5,29, und sollst nicht Krieg führen noch dienen, denn du kannst da kein gutes Gewis­sen vor Gott haben. Ja, sprichst du, mein Herr zwingt mich, nimmt mir mein Leben, gibt mir mein Geld, Lohn oder Sold nicht; außerdem werde ich verachtet und ge­schmäht als ein Verzagter, ja als ein Treuloser vor der Welt, der seinen Herrn in den Nöten verläßt usw.“

Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können (1526) Von Martin Luther Dem gestrengen und ehrenfesten Assa von Kram, Ritter … Mehr