Karl Barth, Predigt über die Sturmstillung (Matthäus 8,23-27) von 1935: „Wenn er fernerhin in unserer Mitte schlafen will, so ist er darum um nichts weniger groß, und die Welt in ihrem Ungestüm ist darum um nichts weniger gering und uns, seiner Kirche, darum um nichts weniger geholfen. Es steht nicht in unserer Macht, ihn zu wecken. Vielleicht lässt er sich wecken. Vielleicht tritt er dann so in unsere Mitte, wie er dort in der Mitte seiner Jünger stand: der Herr Himmels und der Erde, der Macht hat, den Seinen zu hel­fen, wie er will. Aber wenn das nicht sein Wille ist, ist er nicht weniger der Herr Himmels und der Erde.“

Am 3. Februar 1935 hielt Karl Barth beim Rheinisch-Westfälischen Gemeindetag «Unter dem Wort» in Barmen-Gemarken folgende Predigt: Predigt über Matthäus … Mehr

Eduard Thurneysen, Erwägungen zur Seelsorge am Menschen von heute (1969): „Ich bekenne, dass ich Angst habe vor jedem seelsorgerlichen Gespräch, weil ich nicht weiß, ob ich dem Menschen, der jetzt bei mir ein­tritt, in rechter Weise begeg­nen kann. Ich denke, dass gerade diese Angst das Zeichen rechter Seelsorge ist. Denn Angst treibt zum Rufe nach Gott. Man bittet ihn in ganz bestimmten Augenblicken dringend und ein­fältig darum, dass er uns erleuchten und kräftigen wolle, damit wir andern durch ihn zum Helfer werden können. Wir sollen Widerstand leisten in der Seel­sorge gegen alle Fluchtgedanken und alle Verzweif­lung, aber auch Ergebung, und zwar Ergebung nicht in den Lauf der Welt und ihre Schicksale, sondern in den Willen Gottes, der geschieht auf Erden wie im Himmel. Das Gebet ist die Tat solchen Widerstandes und solcher Ergebung, und dieses Gebet wird erhört, auch wenn für menschliche Augen alles im Dunkel bleiben sollte. Denn das letzte Wort Gottes ist immer Sieg und Auferstehung.“

Erwägungen zur Seelsorge am Menschen von heute Von Eduard Thurneysen Von was reden wir, wenn wir von Seelsorge sprechen? Es … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Lukas 5,1-11 (5. Sonntag nach Trinitatis) von 1939: „Menschen fangen — das ist der Beruf, in den Jesus seine Jünger ruft. Das ist es, was sie bei ihm lernen werben in dem täglichen Umgang mit ihm. Also nicht nur die Lehre an sich, nicht nur die Wahrheit an sich — das wäre Spekulation und nicht Arbeit auf dem Ackerfeld Gottes. Aber doch wieder Menschenfang eben mit der Wahrheit, Menschenfang nicht mit List und Fälschung, sondern so, daß die Wahrheit die Menschen frei macht. Für die­sen Beruf verlassen sie alles, was sie haben, denn ‚wer die Hand an den Pflug legt und stehet zurück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes‘.“

Predigtmeditation zu Lukas 5,1-11 (5. Sonntag nach Trinitatis) Von Hans Joachim Iwand Die Berufung der ersten Jünger gehört hinein in … Mehr

Günther Bornkamms Nachwort zu Jean Paul, Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein Gott sei: „Nun steht er, Christus selbst, der die Schrecken bannen und die Leiden lösen sollte, da er doch, wie der Glaube wähnte, dem Herzen des Vaters entsprungen, das Herz des Vaters erschloß, für die furchtbare Wahrheit der Enttäuschung ein: Er ist nicht!“

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Neutestamentler Günther Bornkamm Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, daß kein … Mehr