Joachim Matthes über das „Gesicht wahren“ im interkulturellen Vergleich zwischen Europa und dem Fernen Osten: „Was wir unter dem Signum Ethik thematisieren, ist zuallererst tagtäglich gelebter Umgang zwischen wirklichen Menschen. Die Sensibilität dafür wird durch vorschnell universalisierende Prinzi­pienreflexion eher gelähmt.“

Einen immer noch lesenswerten Beitrag in Sachen interkultureller Vergleich hatte mein soziologischer Lehrer Joachim Matthes (1930-2009) 1991 über das „Gesicht … Mehr

Ernst Käsemann über den Tod seiner Tochter Elisabeth 1977 in Argentinien: „Ich will sie kei­neswegs als Märtyrerin sehen und verteidi­gen. Ich möchte jedoch, dass ihr Tod Augen für die Realitäten in diesem zauberhaften Lande auftut, das zugleich ein Inferno be­herbergt. Ich möchte Henkern und Militärs nicht das letzte Wort lassen.“

Da ist die eigene Tochter Elisabeth von Schergen der argentinischen Militärjunta verschleppt, gefoltert und schließlich getötet worden; und der emeritierte … Mehr

„Und Gott schweigt.“ Hans Ehrenbergs KZ-Aufenthalt in Sachsenhausen 1938/39: „‚Wenn man schon hier ist‘, meint Ehrenberg ’so soll man wenigstens was Sinnvolles tun. Un­ser Dienst an den Toten erscheint mir sinnvoll.‘ Mir und uns allen auch. Wir sind den Kame­ra­den dankbar, es werden reine Hände sein, die uns betten, wenn wir in unserem Kampf ums Leben unterliegen. Für die SS ist der jüdische Pfarrer ein sensationeller Anlaß, ihren ‚Witz‘ spielen zu lassen. ‚Was bist du, Pfarrer? Rabbiner, meinst du?‘ Öfters wird er höheren SS-Führern vorgestellt, und seine ruhigen Antworten begleitet sie mit dem üblichen Hohn.“

„Und Gott schweigt.“ Begegnung und Gespräche mit Hans Ehrenberg im Konzentrationslager Sachsenhausen Von Hans Reichmann In seiner 1943 auf Englisch … Mehr

Die Verwüstung der Wohnung Hans Ehrenbergs in der Reichspogromnacht 1938: „Wir waren kurz danach wieder in der Wohnung Ehrenberg. Pfarrer Albert Schmidt stellte in der demolierten Küche auf einen heil gebliebenen Tisch die Abendmahlsgeräte. Es war ei­ne kleine angstvolle erschütterte Gemeinde, die hier Abend­mahlsfeier hielt. Ich habe diese Feier nie vergessen. Man konnte hier die Wahrheit des Wortes spüren: ,Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.‘ (Ps. 34, 19)“

Die Verwüstung der Wohnung Hans Ehrenbergs in der Reichspogromnacht 1938 Von Hans Köker Während der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938, … Mehr

Reinhold Schneiders Schuldeingeständnis zur Reichspogromnacht (Verhüllter Tag, 1954): „Am Tage des Synagogensturmes hätte die Kirche schwesterlich neben der Synagoge erscheinen müssen. Es ist entscheidend, dass das nicht geschah. Aber was tat ich selbst? Als ich von den Bränden, Plünderungen, Greueln hörte, verschloss ich mich in meinem Arbeitszimmer, zu feige, mich dem Geschehenden zu stellen und etwas zu sagen.“

Schuldeingeständnis zur Reichspogromnacht (Verhüllter Tag) Von Reinhold Schneider Am Tage des Synagogensturmes hätte die Kirche schwesterlich neben der Synagoge erscheinen … Mehr

Hermann Diem in seiner Predigt über Matthäus 5, 33-37 zur Eidesfrage 1937: „Es könnte uns wohl bange werden, wenn wir auf die Wellen sehen, die der Sturm aufgewühlt hat. Aber wir sehen nicht auf die Wellen, sondern auf den Herrn der Wellen, auf den Herrn, der auch über die Wogen zu uns kommt und vor dessen Wort alle Stürme schweigen müssen.“

Eure Rede sei: Ja, Ja; Nein, Nein! Predigt über Matthäus 5, 33-37 Von Hermann Diem Schriftlesung: Sirach 23, 9-15; Prediger … Mehr