Grabrede für Karl Steinbauer Von Friedrich Mildenberger In der Lutherübersetzung, die hier einer alten Auslegungstradition folgt, lesen wir Hiob 19,25…
Ernst Käsemann über den Tod seiner Tochter Elisabeth 1977 in Argentinien: „Ich will sie keineswegs als Märtyrerin sehen und verteidigen. Ich möchte jedoch, dass ihr Tod Augen für die Realitäten in diesem zauberhaften Lande auftut, das zugleich ein Inferno beherbergt. Ich möchte Henkern und Militärs nicht das letzte Wort lassen.“
Da ist die eigene Tochter Elisabeth von Schergen der argentinischen Militärjunta verschleppt, gefoltert und schließlich getötet worden; und der emeritierte…
„Und Gott schweigt.“ Hans Ehrenbergs KZ-Aufenthalt in Sachsenhausen 1938/39: „‚Wenn man schon hier ist‘, meint Ehrenberg ’so soll man wenigstens was Sinnvolles tun. Unser Dienst an den Toten erscheint mir sinnvoll.‘ Mir und uns allen auch. Wir sind den Kameraden dankbar, es werden reine Hände sein, die uns betten, wenn wir in unserem Kampf ums Leben unterliegen. Für die SS ist der jüdische Pfarrer ein sensationeller Anlaß, ihren ‚Witz‘ spielen zu lassen. ‚Was bist du, Pfarrer? Rabbiner, meinst du?‘ Öfters wird er höheren SS-Führern vorgestellt, und seine ruhigen Antworten begleitet sie mit dem üblichen Hohn.“
„Und Gott schweigt.“ Begegnung und Gespräche mit Hans Ehrenberg im Konzentrationslager Sachsenhausen Von Hans Reichmann In seiner 1943 auf Englisch…
Die Verwüstung der Wohnung Hans Ehrenbergs in der Reichspogromnacht 1938: „Wir waren kurz danach wieder in der Wohnung Ehrenberg. Pfarrer Albert Schmidt stellte in der demolierten Küche auf einen heil gebliebenen Tisch die Abendmahlsgeräte. Es war eine kleine angstvolle erschütterte Gemeinde, die hier Abendmahlsfeier hielt. Ich habe diese Feier nie vergessen. Man konnte hier die Wahrheit des Wortes spüren: ,Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.‘ (Ps. 34, 19)“
Die Verwüstung der Wohnung Hans Ehrenbergs in der Reichspogromnacht 1938 Von Hans Köker Während der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938,…
Siegfried Lenz über den Schmerz: „Der Schmerz als Erlebnis ist mehrdimensional, er ist nicht nur ein Problem, sondern auch ein Geheimnis.“
Über den Schmerz Von Siegfried Lenz Jeder kennt seine Wirkung, jeder weiß, wozu er uns bringen kann. Wir schreien, wimmern…
Reinhold Schneiders Schuldeingeständnis zur Reichspogromnacht (Verhüllter Tag, 1954): „Am Tage des Synagogensturmes hätte die Kirche schwesterlich neben der Synagoge erscheinen müssen. Es ist entscheidend, dass das nicht geschah. Aber was tat ich selbst? Als ich von den Bränden, Plünderungen, Greueln hörte, verschloss ich mich in meinem Arbeitszimmer, zu feige, mich dem Geschehenden zu stellen und etwas zu sagen.“
Schuldeingeständnis zur Reichspogromnacht (Verhüllter Tag) Von Reinhold Schneider Am Tage des Synagogensturmes hätte die Kirche schwesterlich neben der Synagoge erscheinen…
Hermann Diem in seiner Predigt über Matthäus 5, 33-37 zur Eidesfrage 1937: „Es könnte uns wohl bange werden, wenn wir auf die Wellen sehen, die der Sturm aufgewühlt hat. Aber wir sehen nicht auf die Wellen, sondern auf den Herrn der Wellen, auf den Herrn, der auch über die Wogen zu uns kommt und vor dessen Wort alle Stürme schweigen müssen.“
Eure Rede sei: Ja, Ja; Nein, Nein! Predigt über Matthäus 5, 33-37 Von Hermann Diem Schriftlesung: Sirach 23, 9-15; Prediger…
Gustav Heinemann 1937 über das Gleichnis vom ungerechten Haushalter (Lukas 16,1-15): „Besitz ist ein Prüfstein, ob wir Gott vertrauen wollen. Nicht Rechtfertigung vor uns selber oder vor anderen, sondern Rechtfertigung vor Gott, und die hängt davon ab, dass wir treu sind in der Verwaltung unseres eigenen Besitzes, nach dem Willen Gottes Gemeinschaft stiftend.“
In seiner Eigenschaft als erster Vorsitzender des CVJM Essen hielt Gustav Heinemann 1937 folgende Textauslegung über das Gleichnis vom ungerechen…
Martin Buber über die Reichspogromnacht 1938: „Nun tritt uns in dieser Stunde das Zerrbild des Unrechts entgegen, die Fratze eiskalter Gemeinheit, der Grausamkeit, die wie eine Maschine funktioniert, ein Golem, auf dessen Stirn Satans Name geschrieben ist“
Sie und wir. Zum Jahrestag der Kristallnacht (November 1939) Von Martin Buber Was vor einem Jahr in Deutschland geschah, wird…