Max Josef Metzgers Briefe aus der Gefangenschaft 1943: „Zum Tode verurteilt! Nun ist es also geschehen. Ich bin ruhig. Ich habe mein Leben Gott angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche. Wenn Gott es annimmt, freue ich mich; wenn Er mir noch weiter das Leben schenkt, bin ich auch dankbar.“

Schafott im Zuchthaus Brandenburg-Görden

Nach seiner Verhaftung am 29. Juni 1943 verbrachte Max Josef Metzger in Berlin in Haft, bevor er am 17. April 1944 hingerichtet wurde. Aus dieser Gefängniszeit stammen folgende Briefe:

Briefe aus der Gefangenschaft 1943

Von Max Josef Metzger

29. Juli 1943

Nun bin ich einen Monat in Haft und habe keine Aussicht, so bald wieder zu Euch zu kommen. Ich trage mein Schicksal ge­faßt und froh im Bewußtsein, Volk und Vaterland gemäß meinem Gewissen gedient zu haben. Alles andere steht bei Gott. Er wird alles recht fügen. Seid nur unbesorgt. Wenn auch der Himmel mit Wolken verhängt ist, die Sonne geht wieder auf zu ihrer Zeit. Deus providebit.

14. Oktober 1943

Hauptverhandlung beim Volksgerichtshof Berlin unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Roland Freisler

Zum Tode verurteilt!

Nun ist es also geschehen. Ich bin ruhig. Ich habe mein Leben Gott angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirche. Wenn Gott es annimmt, freue ich mich; wenn Er mir noch weiter das Leben schenkt, bin ich auch dankbar. Wie Gott will. Sagt allen Brüdern und Schwestern einen letzten Gruß und seid nicht traurig. Das Christkönigsfest wird etwas schwer werden, aber singt trotzdem Alleluja. Und bleibt Eurem König Christus treu!

Brandenburg, 24. Oktober 1943

Ich bin nun in Brandenburg-Görden. Es ist wohl die letzte Station, wieder etwas schwerer, aber Gott gibt mir Kraft und Gnade, froh zu allem Ja zu sagen. Was ich am meisten ent­behre ist das Gotteswort. Wie glücklich seid Ihr, daß Euch das heilige Buch stets zur Verfügung ist …

Froh bin ich zu hören, daß Ihr treu und tapfer dient. Dienen ist der Sinn des christlichen Lebens, dienen aus Liebe! Müht Euch alle um diesen Segen für Euch wie für die anderen!

Und nun Gott befohlen! Was Er tut, das ist wohlgetan! Singt mit mir aus dem Gesangbuch: Mitten in dem Leben… und: Was Gott tut, das ist wohlgetan… , die es mir angetan haben! Was für ein Trost liegt in diesen beiden Liedern!

Grüßt alle herzlichst und vergeßt nicht Euren Euch im Leben und Tod verbundenen

Br. Paulus

Quelle: Max Josef Metzger, Gefangenschaftsbriefe, Mei­tingen: Kyrios-Verlag, 1948.

Hier die Texte als pdf.

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